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seine Endschaft erreicht 308). Ausserdem konnte er selbst die Anklage vor der Verurtheilung jederzeit wieder fallen lassen, sei es aus Ueberzeugung oder auf Fürsprache Anderer 309) oder auf Verlangen des Volks selbst 310) oder weil er zu einem Eide, die Anklage fallen zu lassen, gezwungen war 311), oder weil er sich entschloss, von einem Mult- zu einem Perduellionsprocess oder umgekehrt überzugehen 312). Auch Himmelszeichen oder Prodigien, welche am Gerichtstage die Comitien vitiierten, deutete die Götterfurcht so, dass die Götter diesen Process nicht wollten 313), gegen das blosse Beobachten des Himmels nach Zeichen nur die Action an diesem Tage hinderte 314). Endlich konnte auch die Intercession von Collegen gegen die Abstimmung des Volks in dem Sinne geschehen, den Process überhaupt aufzuheben 315).

WO

Das in der perduellio gesprochene Urtheil zog nicht mehr wie in dem alten Duumviralprocess die Strafe nach sich, dass der Schuldige von einem Carnifex gegeisselt und mit verhülltem Haupte an einem auch oberwärts des licht- und lebensvollen Laubes und der Zweige beraubten und in Form eines Gabelkreuzes gestalteten Baume aufgehängt wurde 316). Diese auch später noch gegen Römische Bürger, welche wirklich zum Feinde und damit zum Kampfe wider die Fortexistenz ihres Staates übergetreten waren, angewandte Strafe 317), entsprach dem völkerrechtlichen Sinne der perduellio,

308) Liv. 2, 54. Dionys. 9, 38. In diesem Falle schreckte aber die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Patricier den Ankläger umgebracht hätten, oder nach Andern göttliche Fügung auch die übrigen Tribunen von einer Wiederaufnahme der Anklage ab.

309) Liv. 4, 42. Valer. Max. 6, 5, 2.

310) Liv. 37, 58. und von einem militärischen Gericht Liv. 8, 35. Dahin gehört auch, dass das Volk einen Complicen schon freigesprochen hatte. Liv. 43, 16.

311) Liv. 7, 5. Cic. de offic. 3, 31. Valer. Max. 5, 4, 3. Senec. de benef. 3, 37. Aur. Victor de vir. ill. 28.

312) Schol. Bob. in orat. in P. Clod. p. 337. Or. Liv. 25, 4.

313) Cic. pro dom. 17, 46. Dionys 9, 38. Liv. 40, 42, 10 (von einer multa dicta). Ein anderer Process selbst derselben Ankläger gegen denselben Angeklagten in demselben Jahr war dadurch nicht ausgeschlossen und nur eine so wiederholte perduellio hielt man für unstatthaft, Schol. Bob. 1. c. wohl nach Analogie des Kriegs, zu dem die Magistrate nur auf einmalige Auspicien im Jahr auszogen. Die exceptio litis dividuae und rei residuae (Gai. 4, 122.) beruhte auf einer andern Idee.

311) Dio 38, 13. Cic. de divin, 2, 35. Eben so, wie es scheint, das Wegreissen der Kriegsfahne auf der Burg. Dio 37, 28.

315) Liv. 25, 3, 15. 16.

316) Liv. 1, 26. Cic. pro C. Rabir. perd. 4, 12. 13. In der ersten Stelle: si vincent, caput obnubito, infelici arbori reste suspendito, verberato vel intra pomerium vel extra pomerium scheint verberato seine Stelle gewechselt zu haben und vor caput oder doch vor infelici stehen zu müssen. Auch Cicero erwähnt zuerst die flagella, und besonders vgl. Ev. Matth. 27, 26. Joh. 19, 1. 16.

317) Liv. 30, 44, 13. De perfugis gravius quam de fugitivis consultum. nominis Latini qui erant, securi percussi, Romani in crucem sublati. Auch bei dem heilsamen Supplicium, welches das Reich Gottes

wonach sie auch eine Strafe des auswärtigen Staatsrechts sein musste 318), gültig zu vollziehen ebensowohl ausserhalb als innerhalb des Pomerium und ohne alle sacrale Natur. Dagegen bestand die Strafe der jetzigen perduellio, wo das Ausland in der Plebs innerstaatlich geworden, seit der Lex Valeria (Anm. 45) im Iovi sacrum esse. Auch liegt dieses in der bezeugten Art ihres Vollzugs, dass die anklagenden Tribunen den Verurtheilten, nachdem er vorher nur mit einem Strick und unter einer furca als dem beibehaltenen Bilde des ehemaligen Aufhängens am Kreuzesbaume fortgezogen und nackt bis zum Tode mit Ruthen geschlagen war, inmitten der Stadt vom Tarpejischen Felsen herabstürzen liessen 319). Schon diese Strafe selbst stellt sich nach ihrer Oertlichkeit und da weder ein Magistrat noch das Volk zu ihr verurtheilen konnte 320),

auf Erden begründete und damit die Durchgangspforte von der antiken Menschheitsgeschichte zur neuen bildet, betrachteten es die Juden und, wie der Erfolg zeigte, mit Recht, als selbstverständlich, dass ein Unterthan des Römischen Kaisers und insofern iure extraordinario gleichsam Reichsbürger, der nicht blos als sanftmüthiger König und David's Sohn in Jerusalem eingezogen war, sondern auch mit Errichtung eines neuen geistlichen Reiches die Grundlage des ganzen abgöttischen jüdischheidnischen Wesens und darum auch des Römischen Reiches bekämpfte, zu keiner andern als der Kreuzesstrafe verurtheilt werden könne, die aber später auch sie selbst für ihre bewaffnete Empörung zur Gewinnung eigener Weltherrschaft erlitten, so lange noch Holz zu Kreuzen für sie zu haben war. Es ist nicht geschichtlich, wenn man die Kreuzesstrafe für eine ursprüngliche Sclavenstrafe hält. Als servile supplicium selbst war sie nur eine Nachahmung der Perduellionsstrafe, da der wider den Herrn oder den Staat sich verbrecherisch setzende Sclav, ursprünglich Kriegsgefangener, auch nur gleichsam sein ehemaliges Kriegsrecht innerhalb des Staats erneuerte. Nur konnte gegen ihn als Nichtcivis keine perduellio erkannt, sondern nur iure imperii et potestatis verfahren werden.

318) Nach ihrer ursprünglichen Idee ist diese Strafe offenbar eine Königsstrafe (man vergleiche die Kreuzigung Christi, in der die Idee dieser Strafe überhaupt aufs vollständigste verwirklicht worden ist). Sie soll den Uebelthäter in der Stellung, die er sich in seiner Missethat als Gut unrechtmässig angemasst hatte, als umgekehrtes Uebel treffen. Da nun die von ihm angegriffene Staatseinheit im Königthum, dem Inhaber der freiesten souveränen Activität des Staats dargestellt ist, so wird er selbst auch durch die Suffragien des Volks, welche das Kriegsimperium ertheilen, wie eine souveräne Kriegsobrigkeit über die Erde erhoben, aber statt mit freiem Haupt im Licht der Sonne auf lebendigem Ross und mit freigebietenden Händen so, dass seine Erhebung mit dem Strick um den Hals und Verhüllung des Hauptes in Finsterniss später auch mit Annagelung der aufwärts gebogenen Hände an dem selbst zur Ertödtung verwundeten Baume die Ursache seines schmach- und qualvollen Todes wird, nachdem er selbst die Verberation erlitten, zu deren Verfügung die obrigkeitliche Stellung berechtigt.

319) Liv. 6, 20, 12. Dionys. 8, 78. Genauere Schilderungen der Procedur bei dieser Strafe überhaupt geben Liv. 24, 20, 6. 25, 7 fin. Eutrop. 7, 15. Man bediente sich dabei eines servus publicus als Carnifex. Dio fragm. 31.

320) Modestinus L. 25. §. 1. D. de poenis (48, 19). Non potest quis

als eine nicht auf menschlichem Imperium, sondern nur auf Lex (iudicatus sacer esto) beruhende und vom Verletzten zu Ehren des Capitolinischen Jupiter wie wegen Verraths vollzogene göttliche Rache dar 321), welche Gottheit jetzt, zugleich die übrigen Götter im Capitol um sich versammelnd 322), an die Spitze des patricisch-plebejischen Staates getreten war, während dieser selbst verfassungsmässig in Behörden organisiert, als menschliche Organe zur Vollziehung dieser Rache bei öffentlichen Delicten die Vorsteher dieser beiden Volkstheile an die Stelle des Königs und in späterer Zeit bei verletzter Familie sofern da die Strafe nicht durch Gewohnheitsrecht abgekommen war, auch des betreffenden paterfamilias gesetzt hatte 323). Insbesondere waren die Volkstribunen als unverletzlich eben unter den Schutz des Jupiter gestellt und wie man den Begriff der perduellio selbst, zu deren Judication sie

sic damnari, ut de saxo deiiciatur d. h. so, dass der Richter (nicht das Gesetz) diese Strafe aussprach.

321) Der Tarpejische Fels ist und heisst selbst nicht saxum sacrum dieses war eine Localität auf dem Aventinus Cic. pro dom. 53, 136. Becker Röm. Alt. I. S. 454 aber daher, dass er vor dem Heiligthum des zürnenden Gottes lag und der Delinquent, auch wenn er vor dem Sturz zu entrinnen suchte, doch jedenfalls abgethan wurde, stammte wohl das gewöhnlich anders, aber unbefriedigend abgeleitete Sprichwort inter sacrum et saxum stare. Plaut. Capt. 3, 4, 84. und in den aus dem C. Ambros. von Studemund neu gelesenen Versen der Casina. Hermes I. S. 286.

322) Daher mögen nun auch die, welche andern Gottheiten für sacri erklärt waren, in derselben Weise hier gerichtet worden sein. Dass die zwölf Tafeln diese Strafe auch schon unabhängig vom sacrum esse vorschrieben, scheint ihre Anwendung auf einen des furtum manifestum überwiesenen Sclaven zu bezeugen. In andern Fällen, wo sie auch z. B. gegen den überwiesenen falschen Zeugen und wahrscheinlich auch den iudex arbiterve iure datus, der sich hatte bestechen lassen, erwähnt wird, mag das Gesetz selbst das Iovi sacer esto ausgesprochen haben. Gell. 11, 18, 8. 20, 1, 53. Ebenso irgend ein Gesetz wegen Incest. Quintil. 7, 8, 3. 5. 6. Senec, controv. 1, 3.

323) Consuln und Tribunen erscheinen jetzt bei öffentlichen Verbrechen allein als Organe dieser Strafe, die sie in der Kaiserzeit auch oft vereint vollzogen. Dio 58, 15. 60, 18. Dionys. 9, 39. vgl. 11, 6. Die ersteren nicht etwa, wie Einige die Lex Horatia auslegten, weil sie selbst durch diese ebenso wie die Volkstribunen für unverletzlich erklärt worden wären (Liv. 3, 55, 12.), sondern weil sie in den Fällen des Hochund Landesverraths (oben Anm. 104), Aufruhrs und ähnlicher Verrathsfrevel gegen den Staat, später den Kaiser, wozu auch Weissagung gegen ihn gehörte (Dionys. 9, 39. 11, 6. Liv. 5, 47. 24, 20. 25, 7. ep. 80. Dio 44, 50. 48, 34. 57, 22. 58, 15. 59, 18. 60, 18. Plut. Mar. 45. Vellei. 2, 24. Tacit. A. 2, 32.), die nach ältestem Rechte so geschützte Lebensordnung nach der jetzigen Verfassung zu vertreten hatten. Gleiches Recht mit den Consuln haben der Dictator und der Magister equitum, gewiss also auch der Prätor. Dio 42, 32. Dass aber auch diese Behörden, wenn sie das sacrum esse aus nichtigen Gründen angenommen und vollzogen hatten, dafür verantwortlich gemacht werden konnten, zeigt die Geschichte des Sp. Mälius. Liv. 3, 13...16. Cic. pro dom. 38, 32. Valer. Max. 6, 3, 1. 5, 3, 2.

berechtigt wurden, nunmehr eben auf einen Verrath an dem jetzigen inneren Staatsdualismus erstreckte (oben S. 190), so gingen auch die Verhandlungen schon beim Icilischen Plebiscit (Dionys. 7, 17) und dann bei dem ersten Versuche der Tribunen, diese Judication zu erlangen, im Processe gegen Coriolan, davon aus, dass dieser eigentlich als unmittelbarer sacer der Strafe verfallen sei, es sich aber empfehle, ein förmliches Verfahren festzustellen, welches zu diesem Resultate führe. So wird denn das Gesetz von 278 nur die Berechtigung, die schon durch die lex Valeria de sacrando cum bonis capite eius qui regni occupandi consilia inisset vorgeschriebene neue Strafe zu vollziehen, auf die Volkstribunen übertragen haben vielleicht zugleich mit einer erweiternden Veränderung im Ausdruck für das Verbrechen, wegen dessen perduellio zu erkennen sei. Ein von selbst erhellender wichtiger Unterschied dieses sacrum esse wegen perduellio gegen dessen frühere Fälle und namentlich auch diejenigen aus den leges sacratae, deren Wiederherstellung die Plebs durch die erste Secession für ihre Behörden erlangte, war nun aber der, dass es hier nicht mehr unmittelbar an die verbrecherische Handlung, sondern an eine Verurtheilung geknüpft war, welches mittelbare sacrum esse auch bezeugt ist und überhaupt in den Fällen, wo es seit der zweiten Periode neu eingeführt wurde, vorgeschrieben zu sein scheint 324). Das Iovi sacrum esse trat aber auch jetzt noch kraft des Gesetzes mit dem Urtheil ohne Weiteres ein und es ist eine quellenwidrige Ansicht, die nur auf Verwechselung des nach Gesetz durch Verbrechen verwirkten sacrum esse mit dem durch ein Rechtsgeschäft des göttlichen Rechts bewirkten beruht, wenn eine vorherige Consecration des Schuldigen durch die pontifices angenommen wird 325). Auch behielt die Strafe wegen der neueren

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324) Fest. v. Sacer mons. p. 318b. At homo sacer is est, quem populus iudicavit ob maleficium. Ich gebrauche die Ausdrücke unmittelbare und mittelbare sacri nach Analogie der s. g. infamia immediata und mediata, für welche selbst sich hiermit ein Vorbild aus dem alten Civilrecht ergibt. Dass auch in anderen Fällen das sacrum esse an die Ueberführung, also doch wohl auch die Verurtheilung wegen eines gewissen Verbrechens statt an dieses selbst geknüpft wurde, ist oben in. Anm. 138. 322. gezeigt worden. Die Neueren pflegen ohne Unterscheidung der Fälle des älteren und späteren deo sacrum esse stets eine vorherige Verurtheilung durch das Volk anzunehmen, oder, wenn sie erfolgt sei, ihr ganz eigenthümliche Folgen beizulegen, wie z. B. Rein in der Neuen Jen. Lit. Zeit. 1844. No. 103. Marquardt Röm. Alt. IV. S. 229, der mit Anderen auch das missversteht, was bei Festus auf jene Worte folgt: neque fas est eum immolari, sed qui occidit, parricidii non damnatur, das heisst, als Fluchopfer kann er nicht ohne piaculum so wie Bitt- und Dankopfer, die den Göttern an sich angenehm sind, erst mit mola salsa bestreut (um sie so noch angenehmer zu machen), sondern nur von dem Verletzten als Werkzeuge des göttlichen Zornes getödtet werden.

325) So Marquardt Röm. Alt. IV. S. 229 flg. Auch iure publico et privato tritt der durch eine lex publica oder privata vorgesehene Verfall eines Rechts zur Strafe z. B. des Eigenthums einer Sache wegen

HUSCHKE, multa u. sacramentum.

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perduellio die Eigenthümlichkeit, dass der so Getödtete wie ein wirklicher Staatsfeind nicht begraben 326) und nicht betrauert wurde 327).

Wie andere Capitalstrafen und namentlich auch das sacrum esse erstreckte sich auch diese auf das Vermögen 328), und zwar in älterer Zeit, dem Begriffe der sectio entsprechend, noch in mehr factischer Weise, dass nicht blos auch das Haus des Verbrechers eingerissen und der Platz einer Gottheit consecriert, sondern, wie es scheint, auch das Peculium eines verurtheilten filiusfamilias, obgleich juristisch dem Vater gehörig, wahrscheinlich aber doch mit dessen Zustimmung, eingezogen wurde 329). Ueberhaupt ist

Verfehlung gegen das Zollgesetz an den Staat oder eines Pfandes wegen versäumter Zahlung am Verfalltage oder wegen Wegschaffung desselben (Cato 146, 2.) an den Gläubiger ipso facto ein; eine Tradition oder sonstiger Uebereignungsact ist eben durch den Begriff der Strafe, welche wider den Willen des bisherigen Eigenthümers eintritt, ausgeschlossen. 326) Neratius bei Ulpian L. 11. §. 3. D. de his qui not. (3, 2).

327) Chrysost. orat. Rhod. 31. p. 339. B., der dieses zwar von лооSóta anführt, meint damit offenbar die jenen in der Strafe gleichgestellten, der perduellio überwiesenen Hochverräther.

328) Wie nun auch Liv. 2, 8., wenn die Lex Valeria auf die neuere perduellio ging, ausdrücklich bezeugt, obgleich Dionysius und Plutarch des Vermögens nicht ausdrücklich gedenken. Gewöhnlich wird die Einziehung des Vermögens bei den Capitalstrafen als selbstverständlich von den Schriftstellern nicht erwähnt, ausser wenn, wie bei den vor dem Urtheil Entleibten oder ins Exil Gegangenen, die Strafe, welche dann besonders zu beantragen war, sich auch darauf beschränkte, und man darf hieraus nicht mit Andern z. B. Rein Röm. Crim. - Recht S. 916. Zumpt cit I. 1. S. 398 schliessen, dass sie in der älteren Zeit gar nicht oder nur als eine mitunter hinzugefügte Verschärfung der Todesstrafe eingetreten sei. Ueber die allgemeine Idee der Mitschuld des Vermögens. mit dem ja der Verbrecher seine Uebelthat begeht, Liv. 4, 15. von einem Capitalgericht iure imperii, wo die publicatio bonorum auch besonders ausgesprochen werden musste: bonaque contacta pretiis regni mercandi publicarentur, iubere itaque quaestores vendere ea bona atque in publicum redigere. Wegen des unmittelbaren sacrum esse s. oben Anm. 133. Hinsichtlich des mittelbaren bei der perduellio hätte das Volk nicht die Zerstörung des Hauses des Sp. Cassius, wie anderer Hochverräther, und die Verwandlung desselben in einen Tempel (durch consecratio) beschliessen können, wenn sein Vermögen nicht auch zur Strafe verfallen gewesen wäre. Cic. pro dom. 38, 101. Plut. Cam. 36. Und doch wird diese Vermögenseinziehung bei der perduellio nicht erwähnt ausser von Dio fragm. 31., von ihm aber auch mit dem ausdrücklichen Bemerken, dass sie gegen Hochverräther stets in Uebung geblieben sei. Ueber eine ähnliche Nichterwähnung des doch auch verfallenen Vermögens vgl. Recht des Nexum S. 86. Aus dem später gegen Exules häufig unterlassenen Plebiscit auf Einziehung des Vermögens, wogegen erst Cäsår und die folgenden Kaiser mit Wiederherstellung wenn auch nicht der vollen alten Strenge einschritten (Suet. Caes. 42. Dio 56, 27. 51, 22. 59, 8. Tacit. A. 12, 22.), darf man nicht auf das allgemeine Recht der Capitalstrafe selbst zumal der älteren Zeit schliessen.

329) So im Processe des Sp. Cassius 269. Liv. 2, 41. Dionys. 8, 77...80. 9, 1. 3. 51. Cic. de rep. 2, 35. pro dom. 38. Plin. N. H. 34, 4, 9. Valer. Max. 5, 8, 2. Die beiden Umstände, dass der Verurtheilte noch in väter

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