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perduellio und die consecrationes bonorum, die auf dem sacrum esse alter Gesetze dieser Art beruhten, in den letzten Zeiten der Republik abgekommen, so dass es nur in dem Recht der kaiserlichen Consuln und Tribunen zum deiicere von Verräthern noch eine kurze Nachwirkung äusserte, die aber auch mebr theoretisch als thatsächlich auf die alten leges sacratae zu. rückging.

So erlosch eine grosse Idee in allen ihren Anwendungen, weil das Römische Volk ihr entwachsen war.

Beilage I.

Die Kirchhoff-Lange'sche Deutung des Bantischen

Gesetzes betreffend (zu S. 62).

Am Schlusse meiner Erklärung dieses Gesetzes (Osk. Sprachdenkm. 1856. S. 140) habe ich bemerkt, dass mir die beiden Erklärungen von A. Kirchhoff: Das Stadtrecht von Bantia. 1853, und die bald nachher erschienene von L. Lange: Die Oskische Inschrift der tabula Bantina und die Römischen Volksgerichte. 1853, erst längst nach Vollendung der meinigen bekannt geworden und dass, wenn darin auch manches relativ d. b. im Verhältniss zu den früheren Deutungen richtiger aufgefasst sei, sie nach gewissenhafter Prüfung mir doch nichts zu enthalten schienen, was mich nöthigen könnte, von meiner Erklärung abzugehen, und was nicht auch im Zusammenhalt mit der letzteren sich schon von selbst erledigte.

Inzwischen hat sich für die Erklärung in diesen beiden Schriften, die wir deshalb zusammenfassen können, weil die letztere die Grundanschauungen der ersteren zur Basis nimmt und nur den Specialinhalt besonders der früheren Capitel der Tafel anders zu bestimmen sucht, eine Art von traditionellem Ansehen namentlich bei den Philologen dadurch gebildet, dass Corssen, Curtius, Bugge, Ebel, Schweitzer und Zeyss in der Kuhn'schen Zeitschrift für vergleichende Sprachwissenschaft Bd. 3 bis 17, wiederum auf der Kirchhoff-Lange'schen Erklärung als Basis fussend und im Ganzen ohne Berücksichtigung meines Werks, über einzelne Ausdrücke des Bantischen Gesetzes von jenen Vorgingern zum Theil abweichende sprachwissenschaftliche Untersuchungen und Bemerkungen zwecks besserer Begründung jener Erklärung bekannt gemacht haben. Denn natürlich erzeugt dieses den Schein, dass jene Erklärung, auf das Ganze gesehen, überzeugend und wohl begründet sein müsse. Nachdem nun aber jene Erklärung auch dem juristischen Publicum als eine der Quellen des alten Römischen Rechts in einer Sammlung derselben vorgelegt worden ist (oben S. 62), scheint es geboten, für meine

feste Ueberzeugung, dass diese 'Vulgata' ihr Ansehen durchaus nicht verdient, nicht mehr blos auf eine fremde sachkundige Vergleichung derselben mit meiner Arbeit zu warten, die ohnehin, nach den bisherigen Erfahrungen zu urtheilen, nicht so leicht Jemand unternehmen dürfte, sondern selbst zu zeigen, dass die gegnerische Erklärung mit Ausnahme einiger Wörter und ganzer Stellen, wo sie mit der meinigen übereinstimmt, in sich selbst völlig verfehlt sei, weil sie auf willkürlichen und den wissenschaftlichen Anforderungen durchaus nicht genügenden Annahmen beruht.

Da man den Baum an seinen Früchten erkennen soll, so darf ich mich vor Allem darauf berufen, dass diese Erklärung Gedanken und Sätze herausbringt, die man zum Theil kaum einem Schwachsinnigen nachsehen würde, die aber überhaupt jedem Vorurtheilsfreien und der Sachen, um die es sich handelt, nur einiger Massen Kundigen sofort verkehrt erscheinen werden, man müsste denn annehmen, dass die Bantiner ganz eigenthümlich angelegte Leute gewesen seien, denen denn auch die Römer nicht ihr eigenes vernünftiges Recht, sondern ganz absonderliche Dinge vorgeschrieben hätten. Hauptsächlich gilt dieses von Z. 4-181), im Ganzen unseren drei ersten Capiteln, die ich daher, soweit der Stein zuerst Zusammenhängendes gibt, noch einmal nach Bruns' Text und Uebersetzung, bei welchen auch die Abweichungen der späteren philologischen Interpreten angegeben sind, herschreibe. (4) ...... ioc egmo. com pa- (I) ...... ea res conquisita sit. rascuster. suae. pis pertemust Si quis peremerit, priusquam perpruter. pan. (pertemust] (5) emerit, iurato sciens in comitio deivatud sipus com[o]nei perum

sine dolo malo, ea comitiu dolom. mallom. siom. ioc comono. magis rei publicae causa, quam mais.egm[as touti](6) cas amnud. alicuius parati aut petitionis caupan pieisum brateis. auti. cadeis.

sa et id se de senutus sententia amnud inim. id. ic. siom. dat. maximae partis perimere. Cui sic senate[is] (7) tanginud. maimas. comitia perimet, is illo die comitia carneis. pertumum. piei. ex. co ne habucrit. mono. pertemest. izic. eizeic. zicel[ei] (8) comono ni. hipid.

Pis. pocapit. post. exac. (II) Qui aliquando post haec comono. hafiest meddis. dat. castrid. mitia habebit magistratus de culov[rud. auti. (9) e]n eituas fa pite libero aut in pecuniam, fuctud pous. torto. deivatuns. tan cito ut populus iuratus sententiam ginom. deicans. siom. dat. eizaisc dicant, se de illis id sententiae

se

CO

1) Die Beschränkung auf diese ist hinsichtlich des Anfangs schon deshalb räthlich, weil der von Bruns wiederholte Text in den drei ersten Zeilen und zu Anfang der vierten wichtige auf dem Stein selbst gelesene Stücke, wie es scheint, aus blossem Versehen weglässt, was freilich kein günstiges Vorurtheil erweckt, den Leser aber leicht verwirren könnte.

66.652.610 dni wt. p. diezge, qol qamun Jais laicum Tass. n. 6.1.0. tedeit. et L. tendigt ry, were foragii, quis nep. feia), . pit. Cat tizar. de wa remimus 1:2+ in mio. TL, min '11, geraid. 09 Si quis coming keren form and roya lud. maid. Soat pås. Gintroid. mnutia halmuesit tanta eston ex. eie. feisant auti. como... 4. Ju, et si muis frorir eum mabip'ist. m. etan 12 to estud gistratus mar rart, dumnat n. 00. In "im, suae pis. ione. minum juriin jaruniae midd: ar sorti, medzi. ngita im. herest. muitare ludo. a(art. ministreit. atteit. 13 cituas. Inoltas. mclta. L icitud

Srae pie. pri meddinud a':rei. III. Sipas ir magistrats alteri castrous, auti eituas. '14) zico capitis aut jurunias diem dixerit, lom. dicust. izie. comono ni bi is comitia ne huhurit, nisi ruin pid pe, pon op tvtad. petiru. apud jumum quatro diseparrsi! pwrt. urust pipus perut. dolom xinite sine dolo malo, et defini(15) mailom. in im). trutum. zi. tam diem populus parperit quicolom). tovto peremust. petiro ter. Vere magis cum prirato irror pert noip.main. pomtis.com prei- agito, priusquam iudicatum dabit, vatud, actud (16) pruter. pam. et cum lustremim cum prirato medicat. inom. didest. in' im). disceptarrrit, ab illo inde die on ponposmom.com pruivatud. urusi. diem XXX proximum comitia ne ej ucen. ziculud. (17; zicolom. halmerit. Si quis contra hoc feXXX. nesimum. comonom ni bi- rerit, cum si quis role magistrapid. Svae. pis. contrud. exeic. tus multare liceto dumtarat mifefacust, ionc. suae. pis (18) he noris partis peruniae liceto. rest. meddis moltaum. licitud. ainpert. mi(njstreis aeteis. eituas. licitud.

In Cap. I. ist, wie man sieht, von einer Aufhebung die Rede, und zwar, wie sich höchst auffallender Weise erst aus dem Inhalt des Eides in einem Zwischensatz des Nachsatzes ergibt, der Aufhebung von Comitien, ja von diesen Comitien – während in den Zeilen vorher, nach deren sicheren Ueberbleibseln nicht von Comitien, sondern von einer Mult, zu welcher ein Quästor nöthigen soll, gesprochen wurde. Unser Befremden steigt noch höher, wenn wir erfahren, dass dieses Aufhebungsrecht, welches in Rom nur Obrigkeiten, einem gleichen oder höheren imperium oder Volkstribunen oder einem Augur zustand, in Bantia – jeder Bürger batte; denn es heisst si quis peremerit (vgl. Cic. pro Rab. Post. 6, 14) und die Zuflüsterung der Interpreten, man solle einen Volkstribun darunter verstehen, geht uns natürlich nichts an. Doch wir kommen von unserem Erstaunen über alles dieses zurück, wenn wir weiter wahrnehmen, dass diesem quis das, was er bei dem Aufheben zu beobachten hat, vorgeschrieben wird für die Zeit, wann er die Comitien schon aufgehoben hat si quis peremerit.

Der Gesetzgeber hatto offenbar ein abweichend organisiertes Denkvermögen, wozu ja auch alles Weitere so gut stimmt, seine Forderung eines sciens sine dolo malo zu schwörenden Eides, welche msonst nirgends, auch in unserem Gesetze selbst Z. 9 nicht vorkommt, wo also wohl ein Meineid gestattet gewesen sein wird, die dem quis überlassene Abwägung jener obnebin etwas dunklen Motive seines perimere (magis rei publicae causa quam alicuius parati aut petitionis causa), während man sonst verwerfliche Motive schlechthin zu verbieten pflegt, das man weiss nicht worauf bezügliche id se, welches andere Leute einfach weggelassen haben würden, das wunderbare Hineinschieben des Senatsbeschlusses, den man doch anderweit viel sicherer constatieren konnte, in den Eid, das Schlussverbot Comitien, die doch schon aufgehoben sind, an dem Tage nicht zu halten (denn an andere, die doch erst hätten angesagt werden müssen, kann man doch nicht denken). Gar nicht zu gedenken des ersten Futurum perimet, wo nach der gemeinen Logik anderer Leute peremerit hätte stehen müssen.

Cap. II. und III. halten uns in der Atmosphäre der verkehrten Welt fest. Es handelt sich hier um Volkscomitien über ein caprit liberum oder auf Gelder (ein guter Deutsch-Oskischer Ausdruck, während die Alten ein in nur bei Vindicationen gebrauchen; hier ist aber eine multae irrogatio gemeint). Dabei spricht aber unser Gesetzgeber zuerst in Cap. II. vom Ende, nehmlich von der Art der Urtheilsfällung in den Schlusscomitien, für welche der Magistrat das Volk vereidigen soll, und dann hinterdrein in Cap. III. vom Anfang, von der Anklage und den Vorverhandlungen mit dem Angeklagten, die zu diesen Comitien führen. Rechten wir daher auch nicht mit ihm über den merkwürdigen Inhalt jenes Richtereides, den Spruch – nieht etwa nach der Gerechtigkeit und dem Gewissen, sondern nach dem öffentlichen Interesse zu thun, oder über den sonderbaren Wechsel des Modus facito in Z. 9 und ncque fecerit 2. 10 bei derselben Vorschrift, und über das nach dem ersten Gliede mehr als überflüssige letztere Glied derselben auch nicht zu bewirken, dass einer in den Comitien, wo er sie nach dem ersten alle schwören lassen soll, doloser Weise nicht schwöre – oder über die frappierende Stellung des dolo malo nicht zu fecerit, sondern zu quominus ... iuret, oder endlich über die sonderbare Logik der Strafbestimmung, sie solle eintreten, wenn der Magistrat entweder gegen die Gesetzesvorschrift gehandelt oder -- Comitien gehalten habe. Auch wird die pompöse Ankündigung der Grösse der Mult mit tanta und die in Rom unbekannte Beschränkung der multae dictio auf die Hälfte des Vermögens auf die Schöppenstädter in Bantia berechnet gewesen sein.

Sehr merkwürdig sind aber auch die Bestimmungen in Cap. III. In Rom fand vor dem Tage der das Urtheil fällenden Comitien eine dreimalige Verhandlung der Sache mit dem Angeklagten vor dem Volk Statt; hier wird eine viermalige vorgeschrieben. Auch

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