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VORWORT

ZUR ZWEITEN AL'SGABE.

Durch das Nöthigwerden der zweiten Ausgabe ist mir eine erwünschte Gelegenheit zu gründlicher

evision und Verbesserung dargeboten worden, welche ich nicht unbenutzt gelassen habe. Manche Undeutlichkeit ist entfernt, manche Spur der bei der ersten Bearbeitung oft unvermeidlichen Eile gelilyt; wo sich eine Bemerkung als nur halb richtig, in einzelnen Füllen auch als ganz unrichtig erwies, hat sie einer besseren Platz gemacht, und einige Stellen, die zu den Plagen der Erklärer gehören, haben, wie ich obme Allmaassung sagen zu dürfen glaube, mehr Licht erhalten als bisher. Bei dem allen hat mich guter Rath unterstützt, für den ich besonders einigen meiner lieben Herrn Collegen, namentlich Hrn. Prof. Dr. Seyllert und Hrn. Prof. Dr. Giesebrecht, auch an diesem Orte ausdrücklich und herzlich danke. Die erste Ausgabe hat ausser kürzeren Anzeigen zwei eingehende Beur. theilungen erfahren, von Hrn. Dr. G. Linker in Wien, in der Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1857, Heft 1, und von Hrn. Prof. L. Mezger in Schönthal, in den Jahrb. f. Phil. u. Paed. Band 70, Heft 4 u. 5; und beiden Herren Recensenten konnte ich die Aufmerksamkeit, welche sie meiner Arbeit zugewendet haben, nicht beso ser rergelten als durch möglichst sorgfältiges Brachten

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und Benutzen ihrer schätzbaren Bemerkungen. Wenn diess nicht durchweg im gewünschten Maasse geschehen ist, so liegt das entweder an der abweichenden Ansicht oder daran, dass bei dem Erscheinen jener Recensionen die zweite Ausgabe schon grossentheils bearbeitet war. Die Hauptsachen jedoch glaube ich nicht ausser Acht gelassen zu haben. Für die Reden und Briefe aus den Historien ist mir die inzwischen erschienene Ausgabe der Historiarum fragmenta von Fr. Kritz (Lips. Teubner 1853) trefflich zu Statten gekommen.

In Betreff der Textkritik macht die vorliegende zweite Ausgabe keine höheren Ansprüche als die erste; was indessen bei sehr beschränkter Musse geschehen konnte, ist geschehen, und so sind wenigstens die evidentesten Verbesserungen zu ihrem Rechte gelangt. Die dadurch entstandenen Abweichungen von dem Text der ersten Ausgabe finden sich hinter diesem Vorwort zusammengestellt. Gern hätte ich das vorgenommen, was der schon genannte Hr. Linker in seinen Emendationen zu Sallust (Sitzungsberichte der Kaiserl. Akad. d. Wissensch. Jahrg. 1854, Heft II) als wünschenswerth bezeichnet, nämlich eine vollständige Durchmusterung der bei den alten Grammatikern und Scholiasten häufig vorkommenden Citate aus Sallust, in Bezug auf Catilina und Jugurtha; jedoch reichte dazu die Zeit nicht aus. Eine andre schwierigere Arbeit hat Hr. Linker selbst in der angeführten Schrift begonnen: es ist diess die vergleichende Untersuchung derjenigen Autoren, welche

dem Sallust als sachliche Quellen vorlagen oder später selbst aus ihm schöpften“. Auf eine solche Vergleichung gestützt sucht der Hr. Verfasser zunächst nachzuweisen, wie die erheblichste unter den chronologischen Verwirrungen im Catilina, Cap. 26 bis 32, nicht dem Schriftsteller selbst zur Last falle, sondern einer später entstandenen Unordnung im Text, indem

nämlich aus den entsprechenden Berichten bei Plutarch im Leben des Cicero und bei Cassius Dio Buch 27 mit grosser Wahrscheinlichkeit hervorgehe, dass diesen beiden der Text des Sallust noch in der richtigen Ordnung vorgelegen habe.

Hr. Linker giebt dann den vollständigen Text der genannten Capitel in dieser als ursprünglich bezeichneten Ordnung, welche mit der in meiner Bemerkung zu Cat. 27, 3 angegebenen völlig übereinstimmt, verändert aber zugleich folgerichtiger Weise das postremo 31, 5 in postero die, wodurch allerdings ein vortrefflicher Anschluss an die alsdann vorangehende Stelle 28, 3 gewonnen wird. Die übrigen auf ähnliche Betrachtungen und zugleich auf handschriftliche Spuren gegründeten Verbesserungsvorschläge sind, so weit sie hierher gehören, folgende. Cat. 52, 35 will Hr. L. lesen Catilina cum exercitu in faucibus Etruriae agit, alii intra moenia atque in senatu sunt hostes, als Nachahmung von Cic. in Cat. 1, 2, 5. — In Iug. 93, 4 findet er Orellis Conjectur in castelli planitiem perrepsit (für perscripsit des Cod. Turic. u. anderer) durch Frontins Worte (Stratag. p. 393, 16 Oudend. ed. II) erepi posse in castellum bestätigt, da Sallust die einzige Quelle zu dem ganzen Bericht des Frontin gewesen sei. Dieser fährt nach den eben genannten Worten fort paucos centuriones, quibus perfectissimos cum velocissimis militibus aeneatores inmiscuerat, und daher nimmt Hr. L. in der bald folgenden Stelle Sallusts 93, 8, wo einige Handschr. milia nach quinque einschieben, eine Vermuthung Oudendorps entschieden auf und schreibt ex cop. tub. et corn. numero quinque militesque quam velocissumos delegit et cum his, praesidio qui forent, quattuor centuriones, was man ohne weiteres in den Text setzen möchte, wenn es nicht sehr bedenklich wäre den Ausdruck praesidio esse in der Bedeutung „das Commando führen“ zu nebmen.

Die Interpunction habe ich möglichst zu berichtigen und gleichmässiger als früher herzustellen gesucht. Dass dieselbe der Forderung einer unbedingten Consequenz und in anderer Beziehung den jetzt zur Geltung kommenden Ansichten nicht durchweg genügt, möge man theils mit der Schwierigkeit der Sache selbst entschuldigen, theils den Grund darin suchen, dass es nach meiner Ueberzeugung der Schüler wegen oft rathsamer erschien den bisherigen Gebrauch beizubehalten und die Satzgliederung lieber nur in den Anmerkungen anzudeuten. Letzteres ist, besonders zu Anting, häufiger geschehen als in der ersten Ausgabe. Von der Orthographie gilt Aehnliches.

Schliesslich spreche ich noch den Wunsch aus, dass das Buch auch in der neuen besseren Gestalt sich Freunde erwerben und namentlich den Lernenden den beabsichtigten Nutzen bringen möge. Berlin, im Februar 1855.

R. Jacobs.

VERZEICHNISS DER ABWEICHUNGEN VON DEM TEXT DER ERSTEN AUSGABE.

(PIX CURSIV GEDRUCKTEN WORTE SIND DIE LESARTEN DER ERSTEN AUSGABE.) Cat, 6, 7 convortit [se] convortit || 13, 1 constrata constructa ||

29, 1 exagitatum exagitatam || 29, 3 nullius nulli || 31, 7 a patribus coepit

patres conscripti || 46, 5 perducit (in senatum] perducit. lugd, sum quales sim et quales || 17, 3 parte tertia partem ter

tian || 18, 11, proxuma Carthagine — proxume Carthaginem || 19, 4 pronumi Hispania proxume Hispaniam || 47, 2 commeatu iuvatucommeatum iuraturum || 53, 7 hostis

hồstes || 61,

2

provincia – provinciam || 111, 4 erat — [erat]. Or. Lep. 20 captum ---- raptum || 21 victorem victoriam; Scyrtoque

Scirroque || 25 concordia -- composita.
Or. Phil, 3 amissa curia omissa cura || 7 proconsul

12 intenta tanta.
Ep. Pomp. 9. quae ultro ultro.
Or. Lic. 20 iniuriae -- iniuria || 26 nescio quae
Ep. Mithr. 15 Gabira -- Caberam || 16 militibus belli prudentibus militi-

bus || 17 sine parentibus — parentibus.

pro consule ||

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nescio qua.

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