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waren

es vulkanische Kräfte, welche den einst tiefer ruhenden Boden bewegten und hoben und ihn so aus dem Meere zu Land umschufen.) So stieg die Ebene von Latium aus den Fluten des mittelländischen Meeres hervor: von einer starken Schicht vulkanischen Tuffs überdeckt, welcher, in horizontalen Schichten über einander gelagert, der Hauptmasse nach locker und zerreiblich ist, stellenweise jedoch zu solcher Festigkeit wird, dass er als Baustein verwandt werden kann.2)

In diesen dem Meer enthobenen Tuffboden haben sich nun die von Norden und Nordosten kommenden Flüsse hineingearbeitet. In mühsamem Ringen haben sie sich in und durch die Tuffmsssen einen Weg gebahnt, um endlich nach vielfach gewundenem Lauf vereint das Meer zu erreichen. Denn alle die grösseren und kleineren Flüsse, welche in die Ebene herabströmen, nimmt der Tiber in sich auf, der so die Appenninwasser sammelt und in einem Strome zum Meere trägt. Diese Zuflüsse des Tiber, vor allen der Anio, bringen nun aber aus dem Appennin eine grosse Menge feiner Kalkteile mit sich, welche, sich krystallisierend und sodann in der Ebene absetzend, ein Gestein bilden, welches, als

!

1) Vgl. vom Rath a. 0.: „Durch die mächtigen Eruptionen, welche zu Ende der Tertiärzeit aus den vulkanischen Schlünden der Umgegend von Viterbo und Bracciano sich ereigneten und deren Material sich auf dem Boden eines weniger tiefen Meeres ausbreitete, wurde der Seegrund allmählich erhöht. Es folgte schliesslich eine Hebung dieses ganzen Landstrichs, wodurch das vorherrschend aus zerreiblichem Tuffe gebildete Gebiet der Erosion der Flüsse ausgesetzt wurde“.

2) Vom Rath a. 0. S. 496 f.: „Der römische Tuff ist von dunkel- oder lichtbrauner Farbe und deutlich geschichtet. Schon diese Schichtung, welche horizontal sich über weite Räume verfolgen lässt, beweist, dass wir hier eine untermeerische Bildung vor uns haben“. „Der Tuff wechselt vielfach in seiner Beschaffenheit: die herrschende Varietät ist locker und zerreiblich; feinerdige wechseln mit grobstückigen Schichten.“ Über diesen festen Steintuff vgl. namentlich Brocchi a. 0. S. 111-115: „Il suo calore è rosso bruno o lionato con macchie di tinta più carica' o avanciata che dipendono da frammenti di lava scoriacea la cui tessitura accosta a quella della pomice“. „Il tufa litoide si affaccia in grossissimi banchi.“ Di tal pietra è costrutta l'arcata della Cloaca Massima.“ „Ai tempi di Servio Tullio si adoprò in massi squadrati nella fabbrica delle mura della città fortificate dall' argine che portava il nome di questo re.“ Ebenso sind die Mauern der palatinischen Stadt aus diesem Tuff erbaut. „Il tufa di cui parliamo aveva presso gli antichi Romani il nome proprio e specifico di saxum quadratumo lapis quadratus."

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Travertin bekannt, allmählich zu grossen Massen sich ablagert und namentlich in der Ebene von Tivoli zu mächtigen Schichtungen sich erhebt.")

Aber die Thätigkeit der vulkanischen Kräfte war noch nicht beendet. Sie hoben in einer folgenden jüngeren Periode das Albanergebirge aus der Ebene empor, dessen ganzer äusserer

, Ring zu einem mächtigen Kraterrande, zu einem hohen Walle sich gestaltet, welcher nur gegen Westen sich öffnet. Dieser gewaltige Ringwall fällt nach innen zu einem weiten halbmondförmigen Thale, der Valle die Molara, ab, in dessen Mitte wieder

in einer erneuten vulkanischen Kraftäusserung der fast vollkommen zirkelrunde Kranz des centralen Kraters emporsteigt, dessen höchster Gipfel der jetzige Monte Cavo ist.?) Und wäh

1) Vgl. G. Ponzi dell'Aniene e dei suoi relitti, Atti d. acc. pontif. de' Nuovi Lincei T. 15. 1861–1862, S. 327-356. Vom Rath a. 0. S. 501: „wie die Gerölle der mechanischen Wirkung des Wassers ihre Lagerung verdanken, so ist der Travertin eine chemische Ablagerung der kalkgeschwängerten Appenninenflüsse“. Über die Entstehung des Steins vgl. namentlich Ferd. Cohn in N. Jahrb. f. Min., Geol. u. Paläontol. 1864 S. 580—610, welcher konstatiert, „dass noch heutzutage an allen im Bett des Aniene unterhalb der Cascade befindlichen Körpern Travertin sich in ganz derselben Eigentümlichkeit bildet, wie er in grossartiger Ausdehnung in den umgebenden Felsen auftritt“. Es sind namentlich Wassermoose und Algen, welche den Ausgangspunkt des sich bildenden Steins abgeben, um die sich zunächst eine Kalkkruste ansetzt, die mehr und mehr wächst und schliesslich in fortdauerndem Krystallisationsprozess zu mächtigen Steinmassen wird. Über die Lagerungsplätze dieses nach seinem Hauptfundorte von den Alten lapis Tiburtinus genannten Steins vgl. namentlich vom Rath a. 0. 503 f. v. Moltke a. 0. 48 ff. Über sein Aussehen v. Buch Geognost. Beobachtungen auf Reisen Bd. 2. Berlin 1809. S. 26 ff., vom Rath a. 0. 502: „der Travertin findet sich einerseits dort, wo der Fluss Kaskaden bildet oder bildete, andererseits dort, wo sein Wasser in seeartigen Weitungen stagnirte. Nach dieser Verschiedenheit der Örtlichkeiten ist die Beschaffenheit der Travertine eine sehr verschiedene; dort gleicht das Gestein einer schwammigen Masse, hier ist es homogen und dicht“. Über diese letztere Art sagt v. Moltke S. 51: „der Travertin hat eine sehr homogene Bildung, selten sind fremdartige Körper eingesprengt. Er ist porös aber fest und zeigt eine graugelbliche Färbung, die mit der Zeit den schönen röthlichen und goldgelben Schimmer annimmt, welcher die alten Bauwerke auszeichnet“. Der Travertin ist gegen Ende der Republik und namentlich in der Kaiserzeit mehr und mehr zur Herrschaft in der Architektur gelangt, weshalb vom Rath a. 0. S. 501 mit Recht sagt: „der Travertin giebt der ewigen Stadt ihre architektonische Physiognomie“. 2) Vom Rath a. 0. 510 ff. Dass die Eruptionen des Albanergebirgs

rend nun vulkanische Senkungen im W. und SW. die Seeen von Albano und Nemi schaffen), ergiessen sich aus den mächtigen Kratern des Gebirges Flüsse von Lava, Ströme von Aschenregen über die Abhänge herab und in die Ebene der Campagna hinein und führen so neue Elemente der Bildung dem Boden zu. Denn während noch heute mehrere alte Lavaströme erkennbar sind?), die vom Monte Cavo herab ihren Weg in die Ebene genommen haben, sind es ausser diesen harten erstarrten Lavamassen namentlich die beiden Bildungen des Sperones) und Peperino 4), die als

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jünger sind als diejenigen, welche die Ebene mit der Tuffschicht überzogen haben, erkennt man namentlich daran, dass die Produkte jener in dünnen Straten die Tuffe überlagern.

1) Andere Kraterseeen sind der lacus Gabinus, Regillus etc.: vgl. vom Rath a. 0. 516 ff.

2) Über die Lavaströme vgl. vom Rath a. 0. S. 532 ff. Auf Rom zu haben sich zwei Ströme ergossen, deren einer 1"), Miglie südöstlich vor der Porta S. Sebastiano, der andere 4 Miglien südlich vor Porta S. Paolo sein Ende findet; beide haben aber einen gemeinsamen Ursprung westlich vom Albanersee: auf dem Walle des ersteren Stromes läuft eine Strecke der Via Appia. Vgl. die Karte, welche vom Rath seiner Abhandlung beigefügt hat. Über die Bestandteile dieser kurz als Basalt bezeichneten Lavamassen vgl. vom Rath a. 0. Diese Lava ist hart und tönend und hat eine bläulich-schwarze Farbe: sie wurde besonders zu Strassenpflasterungen verwandt. Moltke a. 0. S. 40.

3) Vom Rath a. 0. 524 ff.: „Die Lava Sperone stellt eine poröse, leichte, bei dem ersten oberflächlichen Blicke fast dicht erscheinende Masse dar von bräunlich- oder gelblich-grauer Farbe“. „Der Sperone erscheint in mächtigen bankartigen Massen gelagert und bildet wesentlich den tusculanischen Höhenzug und vielleicht die Hauptmasse des ganzen Gebirges. An seiner Oberfläche geht der Sperone allmählich in zusammengebackene Schlackenconglomerate, dann in lockere Schlacken und Aschen über, welche Schichten bilden, wie dieselben einen Niederfall aus der Luft beweisen. Diese Massen, teils von roter und brauner, teils von schwarzer Erde, schliessen durch ihre Lagerung und unverbundene Beschaffenheit im Vergleiche mit dem römischen Tuffe eine marine Bildung aus. Aus diesen lockeren Tuffen besteht der centrale Krater mit dem M. Cavo, der grössere Teil der Valle di Molara, sowie der ganze peripherische Ringwall. Die Schlacken und Aschenmassen bedecken in einem weiten Umkreise das Land und verbreiten sich in stets dünneren, durch feiner zerteiltes Material gebildeten Straten bis weit in die Ebenen.“

4) Vom Rath a. 0. S. 539 ff.: „Unter allen vulkanischen Gesteinen ist der Peperin das auffallendste und seltsamste; es ist in dieser Weise von keinem andern Punkte der Erde bisher bekannt geworden. Eine Breccie von meist lichtgrauer Farbe, welche zahllose Einschlüsse enthält, oft so dichtgedrängt, dass das erdige Cement beinahe verschwindet. Die Ein

Produkte der Eruptionen des Albanergebirges nachweisbar, in mehr oder weniger festen Gestaltungen grosse Teile des Gebirges selbst sowie der Ebene überdeckt haben.“)

Als nun die Thätigkeit der Vulkane allmählich erlosch), war die physische Gestaltung der Ebene abgeschlossen und menschlicher Thatkraft ein Boden geschaffen, auf dem sie mit Erfolg wirken konnte. Das ist denn auch geschehen: in die neugeschaffene Ebene sind wer möchte auch nur eine Vermutung darüber wagen, wieviele Jahrhunderte zwischen den mächtigen Eruptionen des Albaner Kraters und der Besiedelụng durch die ersten

schlüsse sind teils wohlgebildete Krystalle, teils Gesteinsblöcke, teils endlich interessante Mineralaggregate“. „So verdankt der Peperin seine Entstehung vielfach wiederholten vulkanischen Auswürfen, deren Material in schlammähnlichen Massen sich um die Ausbruchsöffnungen lagerte und später erhärtete.“ Er ist jüngeren Alters als der Lavabasalt, welchen er an vielen Stellen überdeckt. V. Moltke a. 0. 42 ff. Der Hauptfundort des Peperin ist der westliche und südwestliche Teil des Albanergebirges mit seinen Abhängen.

1) Die Alten bezeichnen den Sperone und Peperino mit den Namen lapis Albanus und Gabinus nach den Hauptsteinbrüchen und haben sich dieser Steinarten hauptsächlich in der Periode der Republik bedient.

2) Es ist eine Streitfrage, wann die Thätigkeit der Albaner Vulkane erloschen ist. De Rossi vertritt die Ansicht, dass dieselbe noch bis in historische Zeit fortgedauert hat: vgl. namentlich Ann. dell' Inst. 1871, S. 239 —279 und stützt sich dafür vor allem auf die sog. Hausurnen, die mit einer Reihe anderer Gegenstände und namentlich mit Libralassen, welche nicht über das Ende des 5. Jahrh. v. Chr. hinaufgerückt werden können, angeblich unter den Peperinstraten gefunden worden sind; ferner auf die wiederholten Angaben von Erd- und Steinregen in historischer Zeit, welche er auf vulkanische Eruptionen zurückführt. Was den letzteren Punkt betrifft, so erkennt mit Recht Jordan (ich citiere so: Topographie der Stadt Rom im Altertum von H. Jordan), der 1, 1, 120 Anm. 5 eine Aufzählung dieses Prodigium giebt, die Erd- und Steinregen nicht als Eruptionen an. Was aber die Funde in der Nekropolis von Albano betrifft, so handelt es sich dabei um eine Controverse, die namentlich in den Adunanze des Istituto vom 3., 10. und 24. Februar 1871 sehr lebhaft zwischen Rossi und Ponzi diskutiert (vgl. Bull. dell' Ist. 1871. S. 34—53), aber nicht zum Austrag gebracht worden ist. Vgl. namentlich die letzte Abhandlung de Rossis hierüber in Gli Studi in Italia 1880. II; 73 ff. 216 ff. 481 ff., wo zugleich die früheren Arbeiten des Verfassers über diesen Gegenstand mitgeteilt werden. Für uns ist die ganze Frage von untergeordneter Bedeutung. Auf dem Gebiete der Stadt Rom kann man mit Wahrscheinlichkeit nur das solum fumans des Tarentum auf dem Campus Martius (vgl. Kap. 6) und die Aquae lautolae (vgl. Kap. 4) als vulkanische Erscheinungen geltend machen.

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Einwanderer liegen ) Ansiedler vom Norden und vom Meere her eingezogen und haben in dem Ringen langer Generationen diesen beschränkten, von der Natur in keiner Weise bevorzugten Raum zu einer der wichtigsten Stellen, ja schliesslich zum Mittelpunkte der Welt gestaltet. Betrachten wir daher diese Ebene selbst noch etwas genauer.

Die Campagna, im grossen und ganzen betrachtet eine Ebene, bietet dennoch eine nicht geringe Abwechslung. Die Anschwellungen und Senkungen des Tuffbodens; die tief eingeschnittenen Betten von Bächen, die gewöhnlich aber versiegt sind, oder nur dürftig fliessen; die eintönige und doch so warme Färbung der gewellten braunen Fläche; das weite Schweigen und die melancholische Einsamkeit des öden Landes, wie es sich heute dem Auge darbietet: alles dieses kommt zusammen, der Ebene ein sehr charakteristisches Gepräge zu verleihen, welches zu allen Zeiten die Aufmerksamkeit des Künstlers, des Naturfreundes, des Geschichtsforschers in gleicher Weise auf sich gelenkt hat. Die Anschwellungen des Bodens zu Hügeln sind nirgends bedeutend: kuppenförmig ragen diese Tufferhebungen durchschnittlich kaum 30 Meter aus der Ebene auf.

Diese Ebene, an und für sich betrachtet, enthält kein Moment, welches geeignet wäre, ihr eine besondere Bedeutung zu verleihen: diese erhält sie erst durch den Fluss, welcher sie durchströmt.) Aus dem Appennin kommend, windet sich derselbe in vielfachen Schlangenlinien durch die Ebene hindurch und bahnt sich, durch vielfache Zuflüsse verstärkt, durch jene kuppenartigen Höhen seinen Weg, die rechts und links seine Ufer krönen. So gelangt der Fluss drei deutsche Meilen aufwärts von seiner heutigen Mündung zu einer Gruppe von Hügeln, die, der oben angegebenen Durchschnittshöhe von 30 Meter etwa ent

1) Nach dem Fallen der Wasserhöhe begann die Vegetation ihr Leben und wir haben anzunehmen, dass zwischen den Endpunkten des Zurücktretens der Gewässer und der ersten Einwanderungen menschlicher Bewohner ein reiches Pflanzenleben zu Wäldern und zu einer vollen Flora erwachsen war. Das hebt Ponzi Giorn. Arc. 1858. Bd. 155 S. 45 hervor.

2) Über den Tiber im allgemeinen vgl. G. Ponzi storia geol. del Tevere Giorn. Arc. 1859. Bd. 164. S. 129-149. Das Buch von Molini il Tevere Firenze 1879 kenne ich nicht; das von Smith the Tiber and its tributaries, London 1877 bietet wenig für unsern Zweck Brauchbares.

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