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sprechend"), wie ein zusammenhängendes System erscheinen, welches die Natur planmässig gestaltet und in seinen Einzelgliedern in enge Beziehung zu einander gebracht zu haben scheint. Der Fluss windet sich durch diese Gruppe hindurch, oder richtiger an ihr vorbei. Denn indem er zunächst eine grosse Biegung nach Westen macht, in welche Bucht sich die unter dem Namen Campus Martius bekannte Ebene hineinlegt, wendet er sich sodann wieder mehr nach SO. zurück, um zwischen Capitol, Palatin und Aventin auf der einen, dem Janiculum auf der andern Seite sich hindurchzudrängen und dann, sein Thal erweiternd, dem Meere zuzuströmen. So lässt er die eigentlich zusammenhängende Gruppe des linken Ufers unberührt und scheidet dieselbe nur von dem langgedehnten Höhenzuge des rechten Ufers, welcher sich in grösserer Höhe und mächtigerer Bildung der eng geeinten Gruppe des jenseitigen Ufers gegenüber lagert. Diese Höhen des linken Ufers sind die eigentlichen Stadthügel Roms.

Nimmt man seinen Standpunkt auf dem capitolinischen Hügel), dem westlichsten der linkstiberinischen, so sieht man denselben allmählich gegen O., genauer gegen So., im Forum zu einer Ebene abfallen, welche sich in ziemlich derselben Richtung (nur entschiedener gegen 0. gewendet) bis zur Grenze der einstigen Servianischen Mauer und darüber hin ausdehnt und so die Stadt gleichsam in zwei Teile zerlegt: südlich den Palatinus und Caelius, nördlich den Quirinalis (nebst dem Viminalis) und den Esquilinus lassend. ) Diese vier Hügel erscheinen wie vier schirmende

1) Höhenangaben finden sich bei Brocchi a. 0. S. 211 ff. Vgl. auch Jordan 1, 1, 132 ff. Für unsern Zweck genügt die allgemeine Angabe des Textes; über die Haupthöhen vgl. später betr. Orts.

2) Es ist dieser Orientierungsstandpunkt der natürlichste: das mag Goettling Gesch, der r. Staatsverf. 202 veranlasst haben, in der Sacra Via den limes decumanus der Gesamtstadt zu erblicken, eine Ansicht, die Nissen Templ. S. 85 zu der seinen gemacht hat. Vgl. darüber Kap. 8. Gute Bemerkungen über Lage, Bildung etc. der Stadthügel giebt L. v. Buch geognost. Beobachtungen 2, 35 ff.

3) Bei diesen und allen folgenden choro- und topographischen Ausführungen setze ich die Vorlage einer der vielen neueren H. Kiepertschen Karten des alten Rom voraus. Zur Vergleichung wird auch vielfach ein Plan des modernen Rom nützlich sein: ich verweise in dieser Beziehung auf Pianta topographica della Direzione generale del Censo (1866); am zugänglichsten und bequemsten wird sich der Bädekers Mittel-Italien und Rom (1883) beigegebene gleichfalls auf H. Kiepert zurückgehende Plan der Stadt

Bastionen, die zum Schutze der mittleren Ebene, je zwei auf jeder der beiden Seiten, errichtet worden sind: während der Aventin weiter stromabwärts dem Palatinus nach Süden sich gegenüber lagert und, am nächsten an den Fluss herantretend, wie zur Beherrschung desselben aufgeworfen scheint. Man kann den charakteristischen Unterschied der südlichen Hügel von den nördlichen dahin fixieren, dass jene sämtlich steil und isoliert sind"), während diese, alle mit einander zusammenhängend, bedeutend weniger mächtig und imponierend dem Blicke entgegentreten. Enge Thäler scheiden den Palatinus vom Caelius sowohl wie vom Aventinus, während auch diese letzteren beiden Hügel wieder durch eine Thalsenkung getrennt sind. Umgekehrt hängen die

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erweisen. Beide Gesichtspunkte vereinigend, auf dem Plane der modernen Stadt zugleich die Reste der antiken wiedergebend, ist ausser andern a plan of Rome ancient and modern by John Henry Parker C. B. (Oxford). (1881). Für einzelne Teile wird später betr. Orts auf Spezialpläne hingewiesen werden. Eine besondere kritische Erörterung der neueren Stadtpläne die sich für unsern Zweck ausschliesst enthält Jordan 1, 1, 105–114: die daselbst im wesentlichen von H. Matzat herrührende Skizze betrachtet alle seit der Mitte des 16. Jahrh. bis zur Gegenwart erschienenen Pläne und Karten, unter denen besonders der nach der Jordanschen Skizze neu (von Lanciani) herausgegebene Plan Bufalinis zu nennen ist (la pianta di Roma di Leonardo Bufalini. Roma 1879): weil er eine höchst interessante und wichtige Darstellung der Stadt um die Mitte des 16. Jahrh. giebt. Die leider nur verhältnissmässig geringe Ausbeute gewährenden Reste des auf die Zeit des Severus und Caracalla zurückgehenden offiziellen Stadtplans citiere ich nach: Forma urbis Romae regionum XIIII edidit H. Jordan. Berlin 1873. Derselbe hat auch das neueste am 3. April 1882 gefundene Bruchstück veröffentlicht in: Ricardo Lepsius gratulatur Institutum archaeologicum Germanicum. Romae 1883. Was endlich die Regionarier betrifft, so citiere ich auch diese in der Ausgabe von H. Jordan, der in der erwähnten Forma p. 47–54 die zwischen 334 und 357 n. Chr. geschriebene Notitia und das jedenfalls vor 448 n. Chr. geschriebene Curiosum, welche beide auf eine zwischen 315 und 334 geschriebene ältere Zusammenstellung zurückgehen, vereinigt und so diese ältere Quelle wieder hergestellt hat, bei deren Wiedergabe die Zusätze der Notitia einer-, des Curiosum anderseits durch besondere Klammern kenntlich gemacht werden.

1) Nur die Ostseite des Caelius verliert in etwas diesen Charakter, indem sie sich gleichfalls, wenn auch weniger als die Nordhügel, langsam und allmählich zur Ebene absenkt. Und das hat Ponzi Giorn. arc. 155, S. 44 und v. Moltke a. 0. S. 59 veranlasst den Capitolin, Palatin und Aventin in die eine, den Quirinal, Viminal, Esquilin und Caelius in die andere Kategorie zu rechnen,

Nordhügel, wenigstens auf einer Seite, eng zusammen: sie wachsen gleichsam aus einer Wurzel heraus. Ihr gemeinsamer Rücken wird nämlich von einer Hochebene im 0. der Stadt gebildet, von der aus die Einzelhügel gegen W. und SW. vorstossen. Am nördlichsten liegt der Quirinalis: er streckt sich von jenem gemeinsamen Rücken aus nach SW., dreht aber seine Spitze mehr nach S., ja nach SO. um. Fast umgekehrt ist es mit der Hauptmasse des Esquilinus, die am weitesten südlich von der gemeinsamen Hochebene auslaufend gerade gegen W. sich richtet, um ihre letzte Spitze mehr nach NW. umzubiegen. So treten sich die letzten Ausläufer des Quirinalis und Esquilinus gegenüber, um zwischen sich nur ein geringes Thal übrig zu lassen. Diesen beiden Hauptzügen des Quirinalis und Esquilinus laufen zwei geringere Züge parallel, die, von jenen in die Mitte genommen, wie schwache Nachahmungen derselben erscheinen. Denn wie eine Wiederholung des Quirinals im kleinen verläuft der Viminalis, während anderseits die geringere Masse des Esquilinus, die unter dem Sondernamen Cispius der älteren Zeit bekannt war, der Richtung nach gleichfalls der südlicheren Hauptmasse sich anschliesst und so wie eine wenn auch geringere Parallelbildung dieser auftritt. So erscheinen Oppius diesen Sondernamen trug die südliche Hauptmasse des Esquilinus --- und Cispius, Viminalis und Quirinalis wie vier Zungen, die in ihren letzten Spitzen gleichsam auf eine Stelle hinweisen: und diese Stelle ist eben das Thal, welches sich in beschränktem Umkreise unter und zwischen den vier Spitzen ausdehnt und im Altertum den Namen Subura trug. Diese beiden Systeme, das nördliche der in ihrer Wurzel zusammenhängenden Hügel und das südliche der isolierten Bergkuppen, treten sich gegenüber und lassen das in der Stadtbildung selbst von dem Forum und seiner östlichen Fortsetzung eingenommene Thal zwischen sich.

Um sich ein richtiges Bild von dem Terrain der Stadt im Altertum zu machen, muss man festhalten, dass dasselbe durchgehend im Lauf der Zeit eine nicht unwesentliche Bodenerhöhung erfahren hat. Einmal sind Unebenheiten desselben, die einst vorhanden waren, beseitigt, planiert"); anderseits überhaupt die Ober

1) Es ist mit Spir. Aubert Roma e l'inondazione del Tevere in Giorn. Arcad. 1868. Bd. 211 S. 146 f. und M. St. de Rossi Atti d. acc. pontif. dei Lincei Anno 24. 1871 S. 364 ff. anzunehmen, dass die Hügel durchgehend

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fläche durch Schuttmassen, welche sich über sie gelagert haben, in die Höhe gewachsen. Man kann annehmen, dass überall durchschnittlich diese Erhöhung circa 8 Meter bald mehr bald weniger beträgt: die Ausgrabungen auf dem Forum, dem Palatinus etc. haben den alten Boden erst in einer solchen, ja grösseren Tiefe erreicht.")

einen steileren Abfall gehabt haben, als sie sich heute dem Auge darbieten. Es kann das aber in der Hauptsache nur von den dem Tiber selbst zugekehrten Seiten gelten. An manchen Hügeln lässt sich diese im Laufe der Zeit teils unabsichtlich, teils absichtlich geschehene Veränderung noch nachweisen: so die Ausfüllung des Thaleinschnitts auf dem Palatinus, die Umgestaltung des Quirinalis durch Anlegung des Forum Trajanum, die Abschroffung des Esquilinus nach N. 0. etc.: über diese letztere vgl. Rossi im Bull. d. commiss. arch. com. 6 S. 66; über jene vgl. Kap. 2 und 5.

1) Ich führe hierfür einige Beispiele an. Um das Jahr 1700 wurde zwischen Aventin und Tiber das Pflaster einer Strasse 32 palmi =c. 7 meter tief aufgedeckt (vgl. Crescimbeni stato della basil. di S. Maria in Cosmedin p. 34 bei Brocchi a. 0. S. 83); gleichfalls um 1700 zwischen Quirinal und Viminal ein Pflaster c. 12 meter tief (vgl. Montfaucon diar. Ital. p. 195). Brocchi sagt (a. 0. 82 f.): la roccia del Palatino non si può ravvisare in Villa Spada che a quaranta piè parigine (= c. 12 meter) di profondità rimanendo sepolta sotto le rovine del palazzo de' Cesari. Quanto il suolo sia alzato sulla cima di Aventino lo danno a divedere i sotterranei che sono entro alcune vigne rimpetto alla chiesa di S. Sabina ove si mostrano grandi archi interrati di antichi edifizi. Un' immensa congerie di rovinacci è accumulata sulla falda del Pincio rivolta verso quello del Quirinale. Il piano del foro Romano alla colonna di Foca è ben venticinque piedi sotto quello dell'odierno campo Vaccino e questa colonna medisima fu eretta sopra antiche rovine etc. Das Marsfeld ist seit der Kaiserzeit um 15 F. erhöht; das ausgegrabene Forum Trajani liegt gegen 20 F. tiefer als das jetzige Strassenpflaster; die Via Ostiensis an der Cestiuspyramide 12 F. unter dem Niveau der neuen Strasse. Moltke a. 0. S. 59 f. (So liegt auch die alte Via Cassia zwischen Rom und Foligno 3 m., die Via Aemilia bei Piombino 8 m. tief unter der Oberfläche: vom Rath a. 0. 506.) Das antike Strassenpflaster unter S. Anastasia liegt 54 palmi (c. 12 meter) unter dem heutigen Niveau Bull. d. Inst. 1863 S. 113. Die neuesten Ausgrabungen auf der Via Nazionale erreichten erst 14 m. tief den antiken Boden: Bull. d. Comm. mun. 9. 1881 S. 197; andere bei der Villa Wolkonsky 7 m. tief (das. 199), andere zwischen S. Lorenzo und Porta Maggiore 10 m. tief (das. 203). Bedeutend geringere Tiefe des antiken Bodens ist gewöhnlich durch besondere Verhältnisse bedingt: so 3 m. (das. S. 205) (auf Bauten spätester Zeit stossend), 2,50 m. (das. 6. 1878 S. 69), durch eine Niederlegung des Bodens schon in antiker Zeit erklärt etc. Instruktiv ist die Angabe, das. 8. 1880 S. 12, wonach die ältesten Grabmäler zwischen Minerva Medica und Porta Maggiore 9,75 m., die Columbarien der Statilii ebendort 6,25 m., die Kaiser

Anderseits ist es allerdings sicher, dass auch das Flussbett selbst gegen das Altertum sich nicht unbedeutend erhöht hat und man mag daher zunächst annehmen, dass bei dieser Erhöhung des Bodens auf der einen, des Wasserspiegels auf der andern Seite das Wechselverhältnis beider sich nicht geändert habe. Denn dass der Spiegel des Flusses sich erhöht hat, geht einmal aus dem Umstande. hervor, dass Terminalcippi des Tiberufers bedeutend tiefer gefunden sind, als die heutige Höhe des Tiberufers beträgt); sodann aus dem aufgedeckten Boden des alten Emporium, welcher zeigt, dass seit der Zeit Hadrians dieser Boden um circa 1 Meter sich erhöht hat?); ferner aus der Thatsache dass auch die unterirdischen Zuflüsse des Tiber ihr Bett gegen einst bedeutend erhöht haben, indem sie jetzt vielfach über dem alten Strassenpflaster sich befinden"); endlich aus der Höhe des AusAusses der Cloaca maxima, welche ursprünglich über dem Spiegel des Wassers und nicht unter demselben gemündet haben muss.)

bauten endlich 2–3 m. unter dem heutigen Boden liegen. Andere Angaben siehe das. S. 153 (Esquilin 6 m.), S. 185 (S. Vitale 8 m.), S. 201 (Gärten des Maecenas 9 m.); das. 6. 1878 S. 10 ff. (Piazza di Pietra 3 m.); das. 165 ff. (Via di Pace nur 1,60 m., Inschrift a. d. J. 124 n. Chr.); das. 5. 1877 S. 66 (Esquilin 6,66 m.), das. 147 (vor der Porta Latina 2,50 m.); S. 181 (Vicus portae Collinae 5 m.). Einige Vergleichungen zwischen antiken und jetzigen Höhenmassen giebt Jordan 1, 1, 132 f. Übrigens war das allmähliche Anwachsen des Bodens schon den Alten selbst nicht verborgen, vgl. Frontin, de aquis 1, 18: nam et colles sensim propter frequentiam incendiorum excreverunt rudere. So liegen Pflaster und Fundamente verschiedener Perioden übereinander, wie man das auf dem Forum, Palatin etc. (vgl. Bull. d. comm. 8. 1880 S. 12), namentlich auch an Kirchen wie S. Clemente u. a. erkennen kann. Aubert Giorn. arc. 211 S. 146 giebt die maximale Erhöhung des antiken Bodens auf 10 Meter an. Vgl. Lanciani Monogr. 1, 2 ff.

1) De Rossi spricht (Atti d. acc. pontif. d. Lincei 1870–71 p. 368) von dem im J. 1819 gefundenen (= C. I. L. VI, 1234 a) als dem unico monumento di tal genere che sia stato rinvenuto al proprio posto. Der im J. 1872 gefundene ( C. I. L. VI, 1241 b) steht jedenfalls auch bedeutend tiefer als das heutige Niveau und scheint gleichfalls von seiner alten Stelle nicht verrückt zu sein.

2) Hierüber handelt besonders der Brief von L. Bruzza an de Rossi bei diesem a. 0. S. 368 ff. Vgl. den auf dem Boden des alten Emporium 1870 gefundenen Terminalcippus C. I. L. VI, 1234 f.

3) Dieser Umstand ist besonders von Aubert a. 0. S. 150 ff. hervorgehoben.

4) Vgl. v. Moltke a. 0. S. 62: „Nur bei sehr niedrigem Wasserstande nämlich kommt die Ausmündung des Abzugskanals nahe ausserhalb Ponte rotto zu Tage. Die mittlere Flut benetzt schon den Schlussstein des Ge

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