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ftande der verschiedenen Bühnen in Deutschland mittheilen; Theils weil ich für die wenigsten derselbert würde stehen können; Theils weil ich unsern Schauspielern nicht gern einige Gelegenheit zur Eifersucht geben will.

Sie brauchen, zum Theil, ivenigstens eben so viel Ers munterung und Nachricht, als unfre Schriftsteller.

Was die åufserliche Einrichtung dieser theatralischen Bibliothek ans belangt, so ist weiter dabey nichts zu erinnern, als daß immer zwey Stück einen kleinen Band ausmas chen sollen. Der leßte Band, von welchem ich aber noch nicht bestims

men

men kann, welcher es seyn wird, soll eine kurze chronologische Skiggraphie von allem, was in den vorhergehenden Bånden vorgekoms men ist, enthalten, und die nöthis gen Verbindungen hinzuthun, das mit man die Schicksale der dramas tischen Dichtkunst auf einmal übers sehen könne. An keine gewisse Zeit werde ich mich dabey nicht binden; wohl aber kann ich versie chern, daß mir selbst daran liegt, sobald es sich thun läßt, zu Stan, de zu kommen.

1

I.
Abhandlungen

von dem

weinerlichen oder rührenden

Lustspiele.

euerungen machen, kann fowohl der
Charakter eines grossen Geistes, als
eines kleinen seyn.. Jener verläßt
das alte, weil es unzulänglich, oder

gar falsch ift; dieser, weil es alt ift. Was ben jenem die Einsicht veranlaßt, verans laßt bey diesem der Eckel. Das Genie will mehr 'thun als sein Vorgänger; der Öffe des Genies nur etwas anders.

Bende lassen sich nicht immer auf den ersten Blick von einander unterscheiden. Bald macht die flatterhafte liebe zu Verånderungen, daß man aus Gefälligkeit diesen für jenes gelten läßt; und bald die hartnäckige Pedanterey, daß man, voll unwissenden Stolzes, jenes zu diesem ernies briget. Genaue Beurtheilung muß mit der lau.

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tersten

tersten Unparthenlichkeit verbunden feyn, wenn der aufgeworfene Kunstrichter' weder aus wola lustiger Nachsicht, noch aus neidischem Eigendůnkel fehlen soll.

Diese allgemeine Betrachtung findet hier ganz natürlich ihren Plak, da ich von den Neuerungen reden will, welche zu unsern Zeiten in der Dramatischen Dichtkunst sind gemacht worden. Weder das Lustspiel, noch das Trauerspiel, ist davon verschont geblieben.

Das ers stere hat man um einige Staffeln erhöhet, und das andre um einige herabgesekt. Dort glaubs te man, daß die Welt lange genug in dem {ust. spiele gelacht und abgeschmackte (aster ausgezische habe; man fam also auf den Einfall, die Welt endlich einmal auch darinne weinen und an stils len Tugenden ein edles Vergnügen finden zu lassen. Hier hielt man es für unbillig, daß nur Regenten und hohe Standespersonen in uns Schrecken und Mitleiden erwecken follo ten; man suchte sich also aus dem Mittelstande Helden, und schnallte ihnen den tragischen Sties fel an, in dem man sie funst, nur ihn låchere lich zu machen, gesehen hatte.

Die erste Veränderung brachte dasjenige here vor, was seine Anhänger das rührende Luft. spiel, und seine Widerfacher das weinerliche

Aus der zwenten Veränderung entstand das bürgerliche Trauerspich

Jene

nennen.

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