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„ber obersten Gewalt, eure alten Gefinnungen „wieder ermekt; wenn euch die Knechtschaft „schimpflich und entehrend scheinet: so steht mir „wider dieses Ungeheuer bey. Halte nicht lån.

ger an dich, tapfrer Jcilius. Und ihr, edle „Kathsglieder, verbindet euch mit mir. D6 ihr schon bis jezt, uns zu Hülfe zu kommen, „gezaudert habt, so erlaubt euch doch nuch die Zeit, an der gemeinen Rache Theil zu nehmen.

„Die erniedrigte Vernunft verlangt den Tod „des Tyrannen. Das Blut einer unglücklichen „Romerin verlangt ihn.

Welchen Streich verfekt diese Nachridyt dem verliebten Icilius! Sein Haß, seine Wuth, fein gerechter Zorn gegen den Decemvir kennen weiter feine Grenzen. Er zieht so gleich den Degen, und da die übrigen alle ein gleiches thun,fo stürzen sie insgesammt auf den Appius und seine Wache. Die zwey Kathsglieder tre. ten auf ihre Seite, und der stolze Uppius, welcher viel zu schwach ist, einen so harten An* . fall auszuhalten, ist geröthiget mit seinen Leuten in das Capitolium zu fliehen.

Sechster Auftritt. Indem man ihn verfolgt, beklagt publicia mit den andern Romerinnen das traurige Schif. sal der Virginia, und die unglücklichen Uma stånde, in welchen sie sich selbst befinden. Sie sehen überall nichts als Grauß, Verwirrung und

NS chrecken.

Schrecken. Und indem sie so zwischen Furcht und Hofnung fchweben, bitten sie die Götter gas, Seben der tapfern Verschwornen zu erhalten, und ihren Waffen Sieg zu verleihen.

Siebender und lezter Auftritt. Unterdessen verbleiben sie nicht lange in dieser grausamen Ungewißheit. Jcilius kommt, mit seinem vom Blute rauchenden Degen in der Hand, zurück, und meldet ihnen den Tod des verhaßten Uppius.

Diese Nachricht lindert ein wenig den Schmerz der Publicia; doch ist dieses für sie, deren Herz von dem Verluste ifrer Gebietherin auf das em pfindlichste durchdrungen ist, und die nach nichts als nach Rache důrstet, noch nicht genug. Sie muß zu ihrer Tröstung noch wissen, wie der Barbar umgekommen ist. Sie ersucht den Icilius, es ihr zu erzehlen, damit sie an der Ehre dieses Ausganges Theil nehmen könne; und Jcilius thut ihr mit folgenden ein Genüge.

„Kaum waren wir, Publicia, über ihn her „gefallen, als ihn seine Schergen und seine Sola „daten verliessen. Sie flohen und zerstreuten „fich, ohne einen Streich zu wagen, die einen „aus Haß, 'die andern aus Furcht. Als der „Tyrann sich von Schwerdtern umringt sahe, und

gewahr ward, daß ich bereits den Arm erho

„ben

„ward.

„ben hatte, ihn ohne Erbarmen zu durchstossen, „fo stieß er sich sein eigen Schwerd durch die „nichtswürdige Brust, fast in eben dem Au. „genblicke, als er von dem meinigen durchbohrt

Der Geschwindigkeit also ungeachtet „mit welcher er sich den Streich versetzte, kann „ich sagen, daß ich zu seinem Tode etwas beya „getragen habe, ob ich ihn schon nicht zuerst ver. „Wundet. So bald man ihn in seinein Blute „schwimmend, auf den Boden gestürzt, und „unter schrecklichen Gebrülle den Geist aufgeben „sahe, beschlossen alle Verschworne, ein so groß „ses Werk nicht unvollendet zu lassen, sondern „gingen einmüthig, auch die übrigen Tyrannen, „die an seinen Gewaltthåtigkeiten Theil gehabt, „aufzusuchen und zu bestrafen. Ich aber, als ! „ein betrübter und aufrichtiger Liebhaber, dem kein andrer Gegenstand von dem kostbaren Gu= ,,te, das ich verlohren habe, fo leicht abwendig „machen kann, eile, meiner geliebten Virginia „mit gefälligen Händen die legte Ehre zu er. „weisen. Ich will, ihr Gedächtniß zu veremia „gen, ihrer Asche ein Grabmahl errichten, wel. „ches sie den spåtesten Jahrhunderten überliefern „sou. Kommt, begleitet mich, ihr getreuesten ,,Freundinnen meiner Geliebten: Ihr Verdienft „und meine Liebe heifchen es. Ihr werdet meine „Chránen rechtfertigen, und sie eines so grossen ,,Gegenstandes würdig machen helfen.

Pubs

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Publicia ist über das, was sie gehört hat, vergnügt, und beschließt das ganze Stück mit folgenden Worten: „Komm, Jcilius, komm; „und vergiß nicht, dadurch, daß die zwer Böses „wichter unbegraben liegen bleiben, und durch „das prachtige Leichenbegångniß, welches du für Virginien vorhaft, der' Welt zwey Bee „Weise zu geben, daß die Tugend niemals ohne „Belohnung, und das Safter niemals ohne „Strafe bleibe!

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IV.

Auszug aus dem
Schauspieler

bes

Herrn Remond von Sainte Albine,

ch habe lange Zeit vorgehabt, dieses Werk

des Herrn von Sainte Albine zu

übersehen. Doch Gründe, die ich am Ende anführen will, haben mich endlich bewogen, die Uebersekung in einen Auszug zu verwandeln. Id werde mich bemühen, ißn fo unterrichtend, als möglich, zu machen.

Unsere Schrift ist schon im Jahr 1747. zu Paris auf zwanzig Bogen in Octav unter fole gendem Titel ans lidt getreten: Le Comedien. Ouvrage divisé en deux Parties; par M. Remond de Sainte Albine. Ich kann von ihrem Verfasser weiter keine Nachricht geben, als daß er selbst kein Schauspieler ist, sondern ein Gee lehrter, der sich auch um andre Dinge bekümmert, welche die meisten, ohne Zweifel, wichtiger nennen werden. Ich schliesse diefes aus seinem Auffage

fur

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