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wganz und gar nichts an sich hat, das ihn recht220 Auszug aus dem „dern ausschweifenden Personen des Sticks ben, „legen, desto lächerlicher macht er die nårrische „Einbildung des einen und das abgeschmackte „Urtheil der andern, und desto komischer folglich „wird seine ganze Action. Die Rolle eines Men= „schen, der nach der Meinung des Verfassers, „mit aller Gewalt den Titel eines Schönen ha„ben will, wird weit weniger belacht werden, „wenn sie von einem Komödianten gespielt wird, „der sich dieses Titels in der That anmaaßen könnte, als wenn sie einer vorstellt, der der „Natur in diesem Stücke weniger zu danken what. Der Irrthum eines albernen Tropps, „Welcher einen Bedienten für einen Menschen „von Stande ansieht, wird uns weniger ergòs „ßen, wenn das gute Anfehen des Bedienten „den Irrthum entschuldigen kann, als wenn er

fertigen könnte.

Weit gefehle also, daß es „gut seyn sollte, wenn alle Schauspieler von reiwzender und ausnehmender Gestalt wåren; es ist „vielmehr unserm Vergnügen zutråglicher, wenn » sie nicht alle nach einem Muster gebildet sind. „Unterdessen aber muß man diese Marime nicht » allzuweit ausdehnen. Wir erlauben ihnen »zwar, gewisse Vollkommenheiten nicht zu ha

ben; aber die gegenseitigen Fehler zu besigen; „Verstatten wir ihnen durchaus nicht. Sie muis sen so gar völlig von gewissen Mängeln frer seyn, die uns bey andern Personen, die sich

„bent

„Dem Schauspiele nicht widmen, wenig oder gar „nicht anstößig seyn würden. Dergleichen sind, 193u lange oder kurze Urme, ein zu großer Muno, „ůbelgestaltene Füße .C. - Zu diesen vier Hauptstücken fügt der Verfasser noch zwey Unmerkungen, die mit dem Inhalte des ersten Buchs genau verbunden sind. Die erste ist diese: Die Schauspieler können in denebenrollen, des Wiges, des Feuers und der Empfindung eben so wenig entübrigt feyn, als in den Kauptrollen. Die Ursache ist, weil in 'guten Stücken auch die Neben= rollen, nicht etwa zum Ausflicken da sind, sondern einen Einfluß in das Ganze haben, und fic) oft eben so thårig erweisen, als die allervorsnehmsten Personen. Die Vertrauten) züm Erempel, in den Trauerspielen, Habe oft so vortrefliche Stellen, besonders in den Erzehlungen, die ihnen meisten Theils aufgetragen werden, ju sagen, daß sie ohne Wik, ohne Feuer und ohne Empfindung gewiß alles verderben würs den.' Die zweyte Anmerkung ist diese: Wenn man auch schon die vornehmsten Vollkommenheiten hat, die zu einem Schauspieler erfordert werden, so muß man doch in einem gewissen Alter zu spielen aufhören. Denn in den Schauspieé len beleidiget uns unumgånglich alles dasjenige, was uns Gelegenheit giebt, die Schwachheiten der menschlichen Natur zu überlegen, und auf

uns selbst verðrúßliche Blicke zurück zu werfen. Es werden hier bloß diejenigen Rollen ausges , nommen, deren Lächerliches durch das wahre Alter des Schauspielers vermehrt wird, zum Erempel, die Rollen der Alten, die mit aller Gewalt noch jung seyn wollen; auch muß man gegen Acteurs von ausserordentlichen Gaben eis nige Nachsicht haben; nur werden diese alss dann so billig reyn, wenn es in ihrer Gewalt stehet, keine andre als solche Rollen zu wählen, welche mit ihrem Alter nicht allzusehr abstechen. Frankreich hat es selbst seinem Baron nicht vere geben, daß er noch in seinen lekten Jahren so gern junge Prinzen verstellte. Es fonnte es durchauß nicht

gewohnt werden, izn von Schauspies terinnen Sohn nennen zu hören, deren Großvater er håtte fern können. : In dem zweyten Buche des ersten Theils handelt der Verfasser von einigen Vorzügen, welche gewisse Schauspieler insbesondere haben müssen. Diese Schauspieler find erstlich diejenigen, welche man in der Komödie Vorzugsweise, die komischen nennt; zweytens diejenis gen, welche sich in der Tragödie durch ihre Tua genden unsere Bewunderung, und durch ihre Unglücksfälle unser Mitleiden erwerben follen; und drittens diejenigen, welche so wohl in der Tragödie als Komödie die Rollen der Liebhaber vorstellen. Alle diese haben gewisse besondere Gaben nöthig, welches Theils innerliche, Theils

åußer

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äußerliche find. Dieser Eintheilung gemåß macht der Verfasser in diesem zweyten Buche zwen Abschnitte, deren erster die innerlichen, und der zweyte die äußerlichen Gaben untersucht. Wir wollen uns zu dem ersten Abschnitte wenden, welcher aus fünf Hauptstücken besteht. In dem ersten Hauptstücke zeigt er, daß die unterkeit denjenigen Schauspies lern, welche uns zum lachen bewegen follen, unumgånglich nöthig fey. „Wenn „man, find seine Worte, eine komische Person „vorstellt, ohne selbst Vergnügen daran zu ha„ben, so hat man das bloße Anfehen eines ges „Dungenen Menschen, welcher nur deswegen „Komödiant ist, weil er sich seinen Lebensunter„halt auf keine andre Art verschaffen kann. „Theilt man aber das Vergnügen mit dem Zu schauer, so kann man sich allezeit gewiß verspree „chen, zu gefallen. Die Munterfeit ist der „wahre Apollo der komischen Schauspieler. „Wenn sie aufgeråumt find, so werden sie fast „immer Feuer und Genie haben. :: Es ist aber hierbey wohl zu merken, daß man diese Munterfeit mehr in ihrem Spiele als auf ihren Gesichtern zu bemerken verlangt. Man giebt tragischen Schauspielen die Regel: weinet wenn ihr wollt, daß ich weinen soll; und den komischen Schauspielern sollte man die Regel geben: Lachet fast niemals, wenn ihr wollt, daß ich lachen foll. - Das

zweyte

zweyte Hauptstück zeigt, daß derjenige, welcher keine erbabne Seele habe, einen Selden schlecht vorstelle. Unter dieser erhabnen Seele muß man nicht die Narrheit gea wisser tragischen Schauspieler verstehen, welche auch außer dem Theater noch immer Prinzen zu fenn sich einbilden. Auch nicht das Vorurtheil einiger von ihnen, welche große Acteurs den als lergrößten Männern gleich schågen, und lieber gar behaupten möchten, es sen leichter ein Held zu seyn, als einen Helden gut vorzustellen. Die Hoheit der Seele, von welcher hier geredet wird, besteht in einem edeln Enthusiasmo, der von als lem was groß ist in der Seele gewirkt wird. Dieser ist es, welcher die vortreflichen tragischen Schauspieler von den mittelmäßigen unterscheidet, und sie in den Stand, sekt, das Herz des gemeinsten Zuschauers mit Bewegungen zu erfüllen, die er sich selbst nicht zugetrauet håtte: Mit diesem Enthusiasmo, welcher für diejenige Person gchóret, die Bewunderung ermes chen soll, muß derjenige Theil der Empfindung verbunden werden, welchen die Franzos sen unter dem Namen des Eingeweides (d'Entrailles ! verstehen, wenn eben dieselbe Person unser Mitleiden erregen will. Hiervon handelt das dritte Hauptstück. „Wollen die „tragischen Schauspieler, sagt der Verfasser, uns „„,tåuschen; so müssen sie sich selbst täuschen. „Sie müssen sich einbilden, daß sie wirklich das

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