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auszunehmen. Er machte über jeden derselben kritische Inmerkungen, und der erste Theil

, wels cher Versuche über den Sopbokles, Euripis des, Aristopbanes, plautus und Terenz enthält, ist bereits vor verschiedenen Jahren fertig gervesen. In dem andern Theile war er auch fchon bis auf die benden Corneilles gekoms men, und fand den jüngern, jemehr er ihn uns tersuchte, besonders in Ansehung der Erfindung und Einrichtung seiner Stücke, immer schåg. barer, als man sich ihn gemeiniglich einbildet. Ob der Verfasser dieses Werk noch vor seinem Code zu Stande gebracht, und ob es das licht sehen werde, wird die Zeit lehren. Niemand kann über grosse Meister besser urtheilen, als Wer selbst ein grosser Meister ist, und zugleich die edle Bescheidenheit besikt, welche den Herrn Destouches allezeit liebenswerth gemacht hat. Er starb zu Melun, den sten Julius dieses Jahres.

Seine dramatischen Stücke sind zu verschie'Denen malen zusammen gedruckt worden. Die neuste Ausgabe davon ist ohne Zweifel die, wel che ich vor mir habe und zu Haag 1752 in vier Theilen in Duobez gedruckt ist

. Der Buchhånds ler Benjamin Gibert hat sie dem Herrn Destouches felbst zugeeignet, und bittet ihn in der Zueignung um Verzeihung, daß er ohne Feine Erlaubniß alles, was er von seiner Arbeit auftreiben können, zusammen gedruckt, und der

Mete

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Welt mitgetheilt habe. Ich glaube eine Zueige nungsschrift ist in folchen Fållen die geringste Genugthuung, die der gewinsüchtige BuchhandVer dem beschåmten Verfasser kann wiederfahren lassen. Doch ohne mich um die Rechtmäßige Feit dieser Ausgabe viel zu bekümmern, will ich mir vielmehr ihre Vollständigkeit zu Nuße machen, und den Inhalt daraus anzeigen.

Der erste Theil enthält sechs Stück. Das erste ist der unverschämte Zeugierige, dessen ich schon gedacht habe. Der Prolog, den ihm der Dichter vorgesekt hat, ist erst lange nach der Zeit dazu gekommen, und ist auf die Fenerlich. keit gerichtet, ben welcher er von einer Gesellschaft Freunde auf dem Lande vorgestellet ward. Das zwente Stück ist derUndankbare (l'Ingrar) in Versen und fünf Aufzügen. Dieses folgte in der That gleich auf das erste, wie denn überhaupt alle folgende Stücke nach der Zeitrechnung geordnet sind. Das dritte Stück ist der UnentPihlüßige(l'Irresolu) auch in Versen und fünf Aufzügen. Der Verfasser hat es dem Tiar: quis von Courcillon zugeeignet, welcher zu eben der Zeit das Gouvernement von Touraine, der Provinz in welcher unfer Destouches ges bohren war, erhalten hatte. Das vierte Stück ist der Verleumder, le Medisant ) gleichfalls in Versen und fünf Aufzügen.

Das fünfte Stück ist nur in einem Aufzuge, in Prosa, und heißt: Die dreyfache Beyrath (le triple

Maria

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(l'obstacle imprevu ou l'obstacle fans obstacle):

Mariage.) Das fechste Stück ist auch nur in einem Aufzuge, aber in Versen, und führt den Titel: Die schöne Stolze, oder das vers wóbnte Rind (la belle Orgueilleuse ou l'Enfant gaté.)

Der zweyte Theil bestehet aus fünf Stůcken. Erstlich aus der unvermutbeten Binders niß, oder der Linderniß ohne Sinderniß, einem Lustspiele in Verse und fünf Aufzügen. Dieses Stück ist dem Herzoge von Orleans, damaligem Regenten von Frankreich zugeeignet. Zweitens aus dem Verschwender oder der chrlichen Betriegerin, (le Dissipateur ou l'hoonete friponne ) in Versen und fünf Aufs zugen.

Drittens aus dem Ruhmredigen (le Glorieux ) auch in Versen und fünf Xufzügen. Dieses ist ohne Zweifel dasjenige Stück, welches dem Herrn Destouches den meisten Beyfall erworben hat. Er ist so bescheiden einen grossen Theil dieses Benfalls, den Schaus, spielern zuzuschreiben, welche sich alle mögliche Mühe gegeben hatten, ihren Rollen ein Genüge zu thun. Wie glücklich ist der dramatische Dich. ter, der sich eines folchen Schicksals rühmen kann, und dem nicht das Herz brechen darf, seine Arbeit durch Eigensinn und Unwissenheit verhunge zu sehen! Der åltere 'Quinault hatte die Rolle des {icanders darinne gemacht, und sich als der unglückliche Vater des Grafen Lufiere

und

Der Herr

und der Lisette die Hochachtung und die Beroun. derung aller Zuschauer erworben. Dufresne hatte den Ruhmredigen vorgestellt, und seinen Charakter, noch ehe er ein Wort gere: det, durch die blosse Art, sich auf der Bühne zu zeigen, auszudrücken gewußt. Solche Leute können auch das schlechteste Stück aufrecht ers Halten ; doch sollten nur diejenigen Verfasser das Vorrecht haben, sie für ihre Geburthen zu finden, die auch die schlechteffen Schauspieler nicht so vorstellen können, daß sie nicht noch immer Schönheiten genug behalten sollten. Das vierte Stück in diesem Theile sind die vers tiebten Philofophen (les philosophes amoureux) gleichfalls in Verfen und fünf Auffügen; und das sechste Stück ist der poetische Dorfjuncker (le poete Campagnard). Dieses legtere hat einen besondern Prolog, wele cher der Triumph des Serbstes (le Triomphe de l'Automne) heißt.

Der dritte Theil begreift ebenfalls fünf Schau: Spiele, und einige Kleinigkeiten.

Das erste Stück ist das Gespenst mit der Trominel, (le Tambour no&turne ) In Prosa und fünf Aufzügen. Es ist eigentlich nicht von der Ers findung des Herrn Destouches, sondern eine Nachahmung eines englischen Stůckes des Herrn Addisons,welches in seiner Sprache The Drummer heißt, und auch in Deutschland bekannt ge nug ist . Wnser Dichter war in England gewer

fen

fen, und hatte den Herrn Addisont persönlich fennen lernen. Er giebt ihm das Zeugniß, daß er unter allen schönen Geistern seiner Nation die wenigste Entfernung für das französische Theater gehabt habe, und mit den regellosen Unanståndigkeiten der englischen Bühne gar nicht zufrieden gewesen sey. Er hatte auch seis nen Drummer in keiner andern Absidit geschrieben, als seinen Sandsleuten zu zeigen, daß fich Regeln und Wik, Anståndigkeit und Satyre ganz wohl vertriegen. Gleichwohl aber behielt fein Stück noch allzuviel Englisches, als daß es ohne Verånderungen auf dem französischen Theater hätte gefallen können. Diese nunt machte der Herr Destouches mit aller möglis chen Geschicklichkeit, und wenn 'er die stolze Treulosigkeit der englischen Schriftsteller, besonders Drydens håtte nachahmen wollen, so hätte er ganz wohl das ganze Schauspiel für sein eigen ausgeben, und in der Vorrede noch dazu auf den englischen Urheber schimpfen können.-Der verbevrathete Philofoph. (le Philofophe marié) ist das zweyte Lustspiel im dritten Theile. Es ist in Versen und fünf Aufzügen. Auch dieses fand ungemeinen Benfall, und sein Verfasser schrieb es dem Minister und Staatss fecretair Grafen von Morville zu. Das dritte Stück ist eigentlich nichts als eine drama matische Satyre über die unbilligen Urtheile, welche einige neidische Kunstrichter über das vors

hera

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