Immagini della pagina
PDF
ePub

Bergehende Stück gefällt hatte. Es ist in Prosa abgefaßt, hat nur einen Aufzug und heißt der Fleidische. (l'Envieux) Der Kürze ungeach. tet ist der Charakter darinne vortreflich ausger drůdt.

Das vierte Stud nennt der Verfasser eine

Tragikomödie. Es führt den Titel: Der Ehrgeigige und die Unbefontnene. (l'Ambitieux & l'Indifcrete). Er har ihm deswegen den Namen eines blossen Lustspiels nicht geben wollen, weil alle Personen darinnen von einem gewissen Range sind, und er die Scene ben Hofe hat annehmen müssen, wollte er anders seine Helden in die vortheilhaftesten Um. stånde für die Entwickelung ihrer Charaktere fegen. Es ist ein Prolog ben dem Ehrgeißigen, der die innre Einrichtung des Stücks betrift, und Worinne verschiedene Personen aufgeführet were den, die dafür oder Dawider reden. Das fünfte Schauspiel in diesem Theile ist die abgenugte Liebe, (l'Amour usé) ein prosaisches Lustspiel in fünf Aufzügen. Mit diesem Stücke ging av dem Verfasser ein wenig unglücklich. Feinde und unbillige Richter brachten es bey der ersten Borstellung um allen Benfall

. Er beklagt sich deswegen in einem Briefe an den Grafen von

welcher dem Lustspiele vorgedruckt ist, feør empfindlich darüber, und es schmerzte ihm, daß eine fünf uno drenßigjährige Bemühung für das Vergnügen des Publici, ihm vor dieser Bea fchimpfung nicht gabe sichern können,

Puffer diesen fünf Stücken findet man noch in dem dritten Theile drey kleine Divertissements, weldie aber durchaus nichts sagen wollen, und bernahe ihres Verfassers unwerth wåren, wenn Fie vielleicht nicht in dem Zirkel der Freunde, in welchem sie gespielt worden, gewisse gesellschaft liche Vollkommenheiten gehabt håtten, 'die für fremde Sefer durchaus unmerklich sind.

Der vierte Theil enthält nur drey ganze Stice. Das erste ist der Sonderling (l'Homme fingulier) ein Lustspiel in Versen und fünf Aufzůgen. Es ist eher gedruckt als aufgeführt wor. ben. Der Verfasser bezeigt eine besondre liebe für dasselbe und schmeichelt sich selbst, daß man nicht allein vas hohe Komische und die lebhafte und månnliche Moral,welche seinen übrigen Stücen fo viel Beyfall erworben, sondern auch eis nen ziemlich neuen und sehr lehrreichen Charafs ter, darinnen antreffen werde.

Das zweyte Stůck ist die Stärke des Naturelle, (la force du naturell) ebenfalls in Verfen und fünf -Aufzügen. Man ist mit dem Inhalte dieses luftfpiels nicht zufrieden gewesen, und kann es auch gewissermaassen nicht wohl seyn, wie wir ein anbermal zeigen wollen. Es ist gleich das Gegenspiel von der Kanine des Herrn von Voltai. re, welcher wenigstens in diesem Stücke ein bef Ferer Kenner der Natur als der alte Destou ches gewesen ist. Das dritte Stücke endlich heißt le jeune homme & l'epreuve, ider jungle

Mensch,

Mensch, der die Probe aushalt; es ist in Profa und in fünf Aufzügen. Wenn auch dieses gleich die Frucht des Alters ist, so ist es doch die Frucht des Alters eines Destouches, und würde Der Blüthe eines andern Schriftstellers Ehre ma chen. Der übrige Inhalt des vierten Theils bestehet aus den ersten Zuftritten verschiedener {ustspiele, die der Verfasser ohne Zweifel noch þat ausarbeiten wollen, ob er sie gleich für nichts, als für blosse Entwürfe ausgiebt, die er für eta nen jungen Chevalier von B. der sich in der fo. mischen Dichtkunst üben wollen, gemacht habe. Die vornehmsten davon sind Anfangsscenen zu einem Luftspiele, welches der liebenswürdige Alte Heissen sollen; desgleichen zu einem über den Charakter des Nachfüchtigen, Auch ist der Anfang zu einem Lustspiele Protheus ba, worinne der Dichter einen Betrieger aufführen wollen, der jeden Charakter anzunehmen fähig ist. Wird wohl jernand so fühn seyn, und das jenige auszuführen wagen, was ein folder Dichy ter entworfen hat? Noch findet man in diesem vierten Theile eine Sammlung von hundert und drey und siebenzig Sinnschrifter, und ein poetisches Schreiben an den Köniz über feine Genesung. Nur die lieder des Hrn. Dess touches, deren er verschiedene und gewiß sehr artigé gemacht hat,

vermisse ich in dieser ganzen Sammlung seine Werke.

Sie ist übrigens noch mit dem in Kupfer gestochnen Bilde una

fers. Dichters' geziert, von welchem der Verle ger versichert, daß er es nicht ohne Mühe erhale ten habe. Ich weis nicht ob es ähnlicher ist als das, welches Petit bereits 1740, nach dem Gemåhlde eines Largilliere gestochen hat; so viel weis ich, daß dieses von bessern de

schmack ist.

[ocr errors]

Y.

VI.
Ueber das Lustspiel

die Juden, im vierten Theile der Leßingschen Schriften.

U

nter den Beyfall, welchen die zwey (uste

spiele in dem vierten Theile meiner Schrife

ten gefunden haben, rechne ich mit Rechje die Anmerkungen, deren man das eine, die Jus den, werth geschågt hat. Ich bitte sehr, daß man es keiner Unleidlichkeit des Tadels zuschreic be, wenn ich mich eben jezt gefaßt mache, eta was barauf zu antworten. Daß ich sie nicht mit Stillschweigen übergehe, ist vielmehr ein Zeichen, daß sie mir nicht zuwider gewesen sind, daß ich sie überlegt habe, und daß ich nichts mehr wünsche, als billige Urtheile der, Kunste richter zu erfahren, die ich auch als denn, wenn sie mich unglücklicher Weise nicht überzeugen sollten, mit Dank erkennen werbe.

Es sind diese Unmerkungen in dem noten Etůcke der Göttingschen Anzeigen von gelehrten Sachen, dieses Jahres, gemacht worden, und in den Jenaischen gelehrten Zeitungen hat man ihnen beygepflichtet. Ich muß fie nothwendig herlegen, wenn ich denjenige von meinen Sefern,

wel

« IndietroContinua »