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Er will auf dem Schiffe, wenn er es bekommen sollte, nach Athen wieder zurük gehen, damit ihn die feindliche Flotte nicht verhindere, diesem seinen einzigen Zufluchtsorte mit Rath und Hülfe benzuspringen. Er sieht seinen Bruder kommen und entfernt sich. Ehe Utreus noch die Theo. damie anredet, meldet ihm Ulcimedon, einer von den Officieren der Flotte, daß ein von Athen kommendes Schif die Nachricht mitgebracht, daß sich Thyeft schon seit einem Monate nicht mehr daselbst aufhalte. Er will den Patron des Schiffes felbft sprechen, und nachdem er Befehl gegeben, ihn herben zu bringen, fragt er die Theo. damie, was ihr Begehren fey? Sie trågt ihre Bitte vor , und antwortet ihm auf verschiedene Fragen, die er ihr wegen ihres Unglüks, wegen ihrer Reise, wegen ihres Vaters vorlegt. End. lich erinnert er sich, daß er diesen leztern noch nicht gesehen, und will wissen, warum er sich vor ihm verborgen halte? Die Tochter entschule diget ihn, mit seinen frånklidhen Umstånden; doch dieser Entschuldigung ohngeachtet schickt er einen von seiner Wache ab, und will den unglücklichen Fremdling mit aller Gewalt sehen. Die Wache bringt ihn. Er thut eben die Frage an ihn, die er an seine Tochter gethan hatte; bekommt aber ganz widersprechende Untworten darauf. Endlich erkennt er den Thyest an der Stimme, und noch mehr, wie er sagt, an den plöblichen Aufwallungen seines Zornes. Thyeft verleugnet

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sich nicht lange, und Utreus will ihn sogleich durch seine Trabanten ermorden lassen, als er fich noch besinnt, daß er dem Plisthenes dieseri Mord vorbehalten müßte. plisthenes erscheint; erfährt, daz der Vater seiner Geliebten Thyeff fen, und nimmt sich desselben mit solchem Nachdrucke an, daß Utreus genöthigt ist, feinen Zorn zu verbergen, und sich verlohnt zu stellen. Auf diese erfreuliche Veränderung gehen alle ab; im Abgehen aber giebt Utreus dem Euristhes nes noch Befehl, diejenigen von den Soldaten ben Seite zu bringen, welche dem plisthenes etwa am meisten ergeben seyn könnten, und sich selbst an diesem Orte wieder bald bey ihm einzu= finden. Dritter Uufzug. Atreus - freuet fich, daß er den Thyeft nunmehr in seiner Gea walt habe. Er hat es gemerkt, daß plisthes nes die Theodamie liebe, und ist entschlossen beyde dieser Liebe zu überlassen, von der er es fast nur allein wußte, wie lasterhaft fie ren. Ja diese lasterhafte Liebe föll ihm so gar das Mittel werden, wodurch er den plisthenes defto eher zur Ermordung des Thveft zu bringen denkt. Er hatte ihn durch den kuristhenes vor fich fordern lassen; er führt ihm seinen gethanen Eid zu Gemůche und läßt ihm die Wahl, ob er den Thyest sogleich selbst ermorden oder seine Geliebs te vor seinen Augen sterben sehen wolle. Verges bens beruft sich der Prinz auf die geschehene Austöhnung, und wil lieber selbst sterben, als das

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Werkzeug zu einer so unmenschlichen That senn: Atreus sieht den Thyeft kommen, wiederhohlt seinen drohenden Befehl nochmals, und läßt ihn mit ihm allein. Dieser dankt dem plisthenes für seine ihm erwiesene Freundschaft, und verfichert ihn einer Liebe, die seiner våterlichen Liebe " gegen feine Tochter gleich komme. Plifthenes thut desgleichen, und gesteht, gegen den Thyest eine Zuneigung zu fühlen, die sein Herz mit ganz unbekannten Regungen erfülle. Er giebt ihm von weiten alle das Unglück zu verstehen, das über seinem Haupte hänge, und giebt ihm eben den Rath zu fliehen, als Utreus wieder herein tritt. Er sagt ihm mit wenig Worten, daß er feinen Ungehorsam schon zu bestrafen wissen wolle, und schickt ihn fort. Thyest erstaunt über diese

Drohungen, wird aber auf eine gebietherische | Art von seinem Bruder erinnert, daß er sich des

wegen zufrieden stellen solle, weil sie nichts betråf: fen, was ihn angehen könne. Sobald Utreus allein ist, läßt er seinen Verdruß über die verzo= gerte Rache aus, und entschließt sich, den Thyelt zwar leben zu lassen, aber ihn sonst auf eine weit schreklichere Art zu strafen. Vierter Aufzug. Plisthenes erscheint, mit seinem Vertrayten, voller Wuth, nachdem er alle Anstalten zu einer plóklichen Flucht nehmen lassen. Er kann weder. den Thyest noch die Theodamie finden, und ist befonders wegen der lektern in der grausamsten Unruhe, als er fie zitternd und weinend auf sich

zu kommen sieht. Sie sagrihm, daß sie wegen ihres Vaters in den äussersten Sorgen fen, welcher wie rasend in dem Pallaste herum irre, u. dem Utreus den Dolch in das Herz stossen wolle, weil er gewiß glaube, daß der Tyrann sowohl seinen als des plisthenes Tod geschworen habe. Der Pring will ihn aufsuchen, aber Thyeft erscheinet felbst, und erfreut sich, daß seine Furcht, vergebens ges wesen, in der er den plisthenes schon für ermordet gehalten. Dieser dringt mit aller Ges walt in ihn, sich sogleich auf die Flucht zu machen, und will ihm feinen Vertrauten mitgeben, welcher ihn bis in den Hafen bringen solle. Doch Thyest hålt es für seiner Ehreunanståndig, sich zu retten, und denjenigen, dem er diese Rettung würde zu danken haben, der größten Gefahr feinetwegen ausgefeßt zu wissen. Während diesem großmů: thigen Weigern fommt Åtreus dazu. Er sieht ihre Bestürzung, und nimt von derselben Gelegenheit, auf einmal fich als eine ganz vers ånderte Person zu zeigen. Er sagt, der Himmel habe sein Herz verändert, und alle Rache daraus. vertilget; und damit er seinen Bruder von der Aufrichtigkeit dieses Bekenntnisses überzeugen moge, entdeckt er, wer Plisthenes sey, und zu was für einer grausamen That er ihn bestimmt gehabt habe. Die Erkennung ist rührend, und Plisthenes sieht mit Entsegen auf die' Laster zurück, in die ihn sein grausames Schicksal bens nahe gestürzt håtte. - Fast wåre er ein Vaters

mörber

mörder und ein Blutschånder geworden! Doch Atreus will dieses, daß er den Thyest seinen Sohn wiederschenkt, nicht die einzige Versicherung seiner völligen Ausjóhnung feyn lassen; sondern erbietet sich auch, mit seinem Bruder aus dem våterlichen Becher zu trinken, welcher für die Söhne des Tantalus eben das sen, was den Göttern der Schwur bey dem Styr zu seyn pflege. Thyest nimmt dieses Erbieten an, und es gehen alle mit einem Scheine von Zufriedens heit ab; nur plisthenes behålt Verdacht, und giebt seinem Bertrauten Befehl, die Schiffe im Hafen noch immer in Bereitschafft zu Şalten. Šünfter Zufzug. Auch zu Anfange dieses Zufzuges kämpfet er nody mit schrecklichen Ahndungen. Thelander will ihn beruhigen, und råth ihm, nicht zu entfliehen, weil diese Flucht den Utreus aufs neue aufbringen möchte, welchę sich jezt gegen den Thyest ganz ausneh. mend freundschaftlich bezeige, und ein prächtiges Fest ihm zu Ehren anstellen lasse. Doch dem ohngeachtet hört plisthenes nicht auf, zu fürcha ten, und schickt den Theffander fort, die Theodamie abzuholen, und sich mit ihr nach den Hafen zu begeben. Er selbst will den Thyest in gleicher Absicht aufsuchen, und eben fortgehen, als Utreus mit feiner Wache herein tritt, und ihm aus der vorgesekten Flucht, die er erfahren habe, ein Verbrechen macht, unter dessen Vorwande er ihm zum Tode verdammte

Plisthes

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