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geschickt werden müßten. Mafinissa bringt einige Gründe vor, um die Königin davon auss zunehmen; doch weil sie dem Lalius keine Genüge thun, so gesteht er es endlich, daß er die Prinzesin gehenrathet habe. Lålius verWeiset ihm seine Kühnheit, und läßt ihm das Unglück, dem er sich durch diese Verbindung ausseke, aus demjenigen schliessen, in welches diese Prinzeßin ihren ersten Gemahl den Sypbar gestürzt habe. Mafiniffa zuiget ihm, was er für ein Recht auf die Sopbonisbe habe und stüßet sich auf die Dienste, die er der Re publik geleistet. Er sagt, daß bey dem Bunde, den er mit den Römern geschlossen, diese Ficy anheischig gemacht, ihn in seine Staaten und in alle feine Rechte wieder einzuseken, von welchem Versprechen fie gleich denjenigen Punct uners füllet lassen würden, der ihm am meisten am Herzen liege, wenn sie ihm feine Gemahlin ents ziehen wollten. Lålius findet auch diese Gründe noch nicht zureichend, und der Wortwechsel

' wird tebhafter. i Tato fommt darzwischen, welcher alles mit angehört und den Rath giebt, es auf die Entscheidung des Scipio ankommen zu lassen. Sie find es zufrieden und gehen ab.

Der Chor fchmeichelt fich, daß Scipio der Königin geneigt

Man sieht den Scipio, von den Häuptern seiner Armee und den Gefangenen beleitet, auf:

treten,

fenn werde.

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treten, unter welchen legtern sich Syphap befindet. Dieser geltehet dem Scipio, daß ihn seine Hers rath mit der Sophomsbe von den Römern abs spånnstig gemacht habe, und hofft feinen Frost und seine Kache in den Ursachen seines Unglücks zu finden; denn da Sophonisbe den Maßiniffa geheyrathet, so ist er schon ganz gewiß davon überzeugt, daß fie ihn in eben diesen Abgrund mit sich hinein ziehen werde. Nachdem ihm Scipio seine Sochachtung zu erkennen gegeben, befiehlt et, daß man ihm die Ketten abneh. men und ihn in sein Zelt führen solle. Scipio fagt zu dem Cato, man müsse fich in Acht neha men, daß die Königin aus dem Maßinissa nicht einen neuen Feind der Römer, mache. Cato þinterbringt ihm die Verbindung des Masinissa mit diefer Prinzeßin, besgleichen die Vorwürfe, die ihm Lelius deswegen gemacht, und den Schluß, den sie gefaßt es auf seine Entscheie dung diefer Sache ankommen zu lassen.

Mafinissa kommt darzu, und Scipio läßt sein ganzes Gefolge abtreten. Er empfängt ihn fehr gitig, er rühmt feinen Muth und die Dienste, die er der Republik erwiesen, und verspridrihm wirkliche Proben von der Dancharfeit des Senats. Zugleich aber råth er ihm auch, weil doch die Königin Sophoniste als eine Gefangene nach Rom geführet werden müsse, seine Leidenschaften zu überwinden, und fo viel Tu. gend durch die Schwachheit feiner Liebe nicht zų

vernich.

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vernichten. Nachdem Maßiniffa allen mög. lichen Widerstand gethan, weicht er endlich dem Ansehen des Senats und den Vorstellungen des Scipio. Nur bittet er noch um einige Frist, um sich zu entschliessen, auf was für Urt und Weise er der Königin Sophonisbe sein ihr gegebenes Wort halten fónne, daß fie, so lange fie Tebe, den Römern nicht ausgeliefert werden solle. Scipio verwilliget ihm diese Frift, und Maßia nissa begiebt sich weg, um darüber nachzudenken.

Der Chor von Weibern tritt wieder auf, und nachdem er seine Unruhe über das Schiffal der Sophonisbe bezeigt, erscheint eine von den Kammerfrauen dieser Prinzeßin, und meldet, daß weil Masinissa sie von der Knechtschaft der Römer nicht habe erretten können, er ihr Gift zugeschickt habe, um seinem Versprechen ein Genüge zu thun, sie nicht lebendig in die Hånde der Römeč zu liefern.

Die Königin habe geantwortet, daß sie dieses erste Unterpfand der Zärtlichkeit ihres Gemahls mit Vergnügen annahme; sie habe hierauf die Juno um ihren Schuß får ihr Vaterland und ihren Sohn anges ruffen und endlich das Gift verschlungen. Ders minia ihre Anverwandte Habe nichts davon ges wußt; fondern weil sie mit Anordnung des Ope fers beschäftiget gewesen, so habe sie es allzufpåt erfahren.

Die Königin erscheint mit ihrem Sohne an der Hand, und ihr folgt die weinende Serminia.

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Das Gift fångt an zu wircken; die Königin tröstet die Herminia wegen ihres Todes und, pertraut ihr ihren Sohn. Sie befiehlt ißr, dann und wann mit ihm von feiner Mutter zu reden, und ihm zu sagen, auf was für Art sie gestorben und wie sie den Tod der Knechtschaft vorgezogen habe. Sie stirbt und man schaft sie weg.

Masinissa kommt in aller Eil und will die Königin noch verhindern, das Gift zu sich

8น nehmen, weil er Hofnung habe, fie des Nachts ohne Vorberußt des Scipio nach Karthago fchicken zu können. Er erfährt iğren Tod, vertangt sie noch zu sehen, sieht sie, wird gerührt und verspricht der Herminia feinen Beystand.

Beurtheilung der Sopbonisbe.

Die Gelehrten in Italien wollen von keinen andern Tragödien vor dieser wissen, und geben sie für die erste aus. In der That müßte man auch in Ansehung der innern Einrichtung und der Beschaffenheit der Verse, 'von dem zårtlich ften Geschmacke nicht fenn, wenn man ältere Iragödien anführen wollte, als diese. Weil dieses also ausgemacht ist, so muß man fich billig nach der allgemeinen Meinung richten.

Šophonisbe ward im Jahr 1524. gedruckt, fie war aber wenigstens zehn Jahr vor ihrem Abdrucke schon aufgeführt worden. Ich kann den Zeitpunct auf das genaueste nicht angeben, sondern weiß nur, daß sie das erstemal zu Vicenz,

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auf dem grossen Saale des Rathhauses, mit prächtigen Berzierungen des Theaters und der Siße der Zuschauer , aufgeführt worden, und zwar alles auf Kosten des Senats dieser Stabt. Die Rosemonda des Ruccelai, welches die zweyte Tragödie war, die in Italien gemacht wurde, so wie wir hernach sehen werden, ware 1916. zu Florenz in Gegenwart leo des zehnten aufgeführet. Sophonisbe muß also noch vor dieser Zeit feyn aufgeführt worden.

Es find folglich an die drittehalbhundert Jahr, als diese Tragödie in Italien zuerst erschien. Was die Einrichtung, den Ausdruck und alle die übri. gen Theile feines Werks anbelangt, so muß man gestehen, daß sich Trifino von den Mustern der griechischen Tragödien nicht entfernt Babe. Der Tod der Sophonisbe ist fast eine Uebersegung von der Scene der sterbenden Alceste, in der Tragödie des Euripides dieses Namens.

Während der Zeit, als ich (Riccoboni) den italianischen Zusdauern einen Gefchmack an den Trauerspielen bengebracht und sie gewohnt hatte, die Stücke des Corneille und des Rai cine vorstellen zu sehen, habe ich die Sopbo. nisbe des Trißino aufgeführt, 'ohne daß fich jemand beklagt hårte, sie schmecke nach dem Älter: thume. Unser Verfasser denkt edel, und drücke sich angenehm aus; die Peripetie ist in seinem Stücke vollkommen. Nichts kann trauriget fenn, als die Stellung der Sopbonisbe, da

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