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Calandra.
Erster Aufzug.

Erster Auftritt.

Teflenio, allein. Indem er liber die Schicksale der Menschen und über den Eigensinn des Glücks, seine Bee trachtungen angestellt, erinnert er sich an die Bee gebenheiten seines Herrn, des Lidio und der Santilla, dieser so ähnlichen Zwillinge, Daß fie niemand von einander unterscheiden konnte. Er fagt, sein Herr habe sich, nachdem die Türfen die Stadt Modon, eingenommen, nach Bologna begeben; weil er aber einige Nachricht bekommen, daß seine Schwester noch am Jeben sey, fo habe er sich vorgesekt; fie durch ganz Italien-zu suchena Seit einem Monat befinde er sich in Rom, mo er sich eine Gebieterin zugelegt, Namens fub via. Er habe ihn bey dem Calandro, dem Manne der Fulvia, in Dienste treten lassen, um jemanden zu haben, pie ihm ber ihr gute Dienste thun könne. Er sagt, daß er seinen Herr auch so wohl gedient habe, daß Fulvia außer's ordentlich in ihn verliebt worden, und Lelio verschiednemal in Frauenzimmerkleidern, unter dem Namen seiner Schwefter, Santilla , ben ihr gewefen fees. Weil aber sein Herr befürchte, daß dieser Handel endlich heraus kommen dürftes so vernachläßige er seit einigen Tagen die ful viar und thue, als ob er von Nom weggeben wolle. Sulpig habe daher in der Raferen

ihrer Liebe ihre Zuflucht zu ihm, den Tefsenio, und zu ihrer Magd der Samia, welche um das Geheimniß misse, genommen, um ihr ihren Liebhaber wieder zurück zu bringen. Uebrigens fuchen sie auch von allen Seiten Herenmeister und Schwarzkünstler zusammen, um den Lelio mit Gewalt wieder an fich zu ziehen, dem sie außerdem versichern lassen, daß sie ihren einzigen Sohn feine Schwester wolle heyratzen lassen, wenn er fo glücklich wäre, sie wieder zu finden,

Er fügt noch hinzu, die arme frau thue alles dieses auf eine solche Art, daß es ihr Mann schon tausendmal müsse gemerkt haben, wenn er nicht der albernste und důmmste Mann von der Welt

wäre. Er übertreibt die Verwirrungen, in die - ihn dieser Liebeshandel feines Herrn feke, und fagt, daß ein andrer im Werke fer, von welchem et gern dem Lidio je eher je lieber Nachricht geben möchte. Er sieht ihn kommen, weil er aber von seinem Hofmeister begleitet wird, tritt er ben Seite.

Zweyter Auftritt.
Polinicio der Hofmeister, Lidio und

Teslenio. Der Hofmeister giebt dem Lidio Berweise, und sagt ihm, daß er alle feine Liebeshåndel wisse, und auch den, welchen er mit einer von den vornehmsten Damen in Rom habe. Er giebt ihm zu bedenken, was für Gefahr er lauffen müsse,

wenn

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wenn es Herauskommen sollte. "Lelio entschuldiget sich mit der Beftigkeit der Liebe; mit dem Feuer der Jugend und mit tausend andern solchen Ausflüchten. Der Hofmeister greift endlich den Teflenio an, und wirft ihm vor, daß er an den Ausschweifungen seines Herrn einzig und allein Ursache sey. Der Bediente mengt fich mit darein, und es fällt ein sehr lustiger Auftritt zwischen ihnen vor.

Dritter Auftritt.

Lidio. Teflenio. Teslenio sagt seinem Herrn, daß, als er pas legtemal in Weibskleidern zu der Fulvia ge gangen, der arme. Calandro, ihr Mann, ihn für ein wirkliches Mädchen gehalten, und sich sterblich in ihn verliebt habe. Er habe ihn er sucht, ihm in feiner Liebe behúlflich zu seyn, und er feines Theils habe ihn die besten Versprechungen von der Welt gemacht, und ihm geschmeis chelt, daß er mit seiner Liebe willkommen seyn werde. ; Lidio lacht über dieses Abentheuer, und bittet ihn, fortzufahren. Tessenio sage, daß die Dummheit des Calandro ihnen reichen Stof, fich lustig zu machen, geben fónne; er sieht ihn aber komnien, und läßt feinen Heren ben Seite gehen.

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Vierter Auftritt.

Calandro. Tesenio. Es fällt eine sehr komische Scene zwischen thnen

vor. Teffenio, þeredet ihm, daß er mit der Santilla Teinetwegen gesprochen habe und zwar mit so gutem Erfolge, daß sie vor liebe gegen ihn fast sterbe. Er verspricht ihm, daß er ihn bald zu ihr führen wolle, und Calandro geht vergnügt ab.

Fünfter Auftritt.

Teslenio. Samia. Der Bediente sagt dem Teslenio in größter Bewegung, daß sich ihre Gebietherin sehr übel befinde, daß sie den Lidio zu sehen verlange, und daß fie auf ihren Befehl zu einem Schwarzkünstler gehe, welcher ihn durch seine Zaubes renen mit Gewalt wieder zu ihr bringen rolle. Tesfenio geht ab.

Sechster Auftritt.

Samia. Ruffo. Weil Samia den Ruffo von weiten fieht, fo ruft sie ihn, und heißt ihn zu ihrer Gebiethes vin gehen, welche mit ihn sprechen wolle. Ruffo fagt, fie solle pur voran gehen, er wolle ihr von weiten folgen. Ruffo bleibt allein und sagt, er glaube, daß ihn ohne Zweifel diefe Dame in der Meinung zu fich ruffen lasse; er fer ein Schwarzkünstler, so wie es die ganze Welt von

ihm meine; sie werde sich seiner Hülfe vielleicht bedienen wollen, und er hoffe nichts daber zu verlieren. Weil er jemanden kommen sieht, so folgt er der Samiai

Siebender Auftritt.

Teslenio. Calandro. non Teflenio kommt allein auf die Bühne und Calandro kommt nachy,s" und fragt ihn sehr eifrig, ob er die Santilla wieder gesehen habe. Teffenio sagt ja. Sietsprechen ven der Art, wie er sie ben der ersten Unterredung gegen sie bes zeigen wolle, und nach einer sehr lächerlichen Scene, dringt Calandro darauf, daß Teffe nio feine Sache ja bald zu Stande bringer folte, und gehen ab.

Achter Auftritt.

Ruffo allein. Er sagt Fulvia habe ihn gebeten, durch feinen dienstbaren Geist ihren Liebhaber mit Gewalt wieder zu ihr zu bringen. Er spricht, daß per glücklicher Weise diesen Liebhaber kenne, daß er ein Grieche von Geburth rey, Namens Lidio, und daß er auch seinen Bedienten, den Tannio, fenne. Er habe der Fulvia gwar nichts gewisses versprochen, er wolle aber zu dem Florentinischen Kaufmann Perillo gehen, ber welchem Liðio wohne, und wolle ihn bereden, die Dame zu besuchen.

Zwey

2.4

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