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... Zweyter

Zweyter Aufzug.

Erster Auftritt. Der weibliche Lidio, Tannio und die

Pflegemutter. Diefes in einen Knaben verkleidete Mädchen kömmt, und spricht mit ihrer Pflegemutter und ihrem Bedienten : von den Vorzügen welche die Mannspersonen vor dem Frauenzimmer geniessen. Sie wiederhohlt in wenig Worten ihre Modens (che Begebenheit, und sagt, daß fie fo glücklich nicht würde gewesen senn, wenn man gewußt gåtte, daß sie ein Mädchen "idåre; die Zürchen würden sie nicht verkauft, und Perillo würde sie vielleicht nicht gekauft haben. Sie beklagt fich über ihr Unglück, denn wenn sie ein Knabe wåre, fo würde Perillo fein und ihr Glück machen. Der gute Mann fen, in der Meinnng, daß fie einer wäre, so wohl mit ihr zufrieden, daß er ihr feine einzige Tochter und die Erbin seines ganzen Vermögens zur Ehe geben wolle. Die Heyrath folle in einigen Tagen vor fich gehen, und eben deswegen habe sie ihren Bedienten und ihre Pflegemitter aus dem Hause geführet, um mit ihnen zu überlegen, was ben dem Unglücke, das ihnen droge, zu thun fen. Sie will fortfahren, Tannio aber heißt fie fchweigen, weil er eine Magd auf sie zukommen sieht.

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Zweyter Auftritt. Samia und die Vorigen. Samia kommt ganz athemlos aus dem Hause, und beklagt ihre arme Gebietherin, welche ihren Geliebten durch das Fenster auf der Gasse gesehen Habe, und sie ihm nachschicke. Sie nimmt die Santilla für ihren Bruder Lidio, und redet ihr von der Fulvia vor. Sie vers stehen einander nicht, und Lidio will ihre Ger bietherin weder sehen noch sprechen. Samia erzärnt fich, und sagt, daß fie fogleich zu einem Schwarzkünstler gehen wolle, der sie schon mit Gewalt zu ihr zu bringen wissen werde. Lannio tadelt seine Gebietherin, die Santilla, daß fie die Magd nicht genug ausgefragt, damit sie es

Håtten erfahren können, für wen sich denn eigentlich die Fulvia ro öffentlich erkläre. Sans tilla ist selbst darüber verðrießlich, und sagt, daß fie ein andermal geduldiger zuhören wolle.

Dritter Auftritt.
Ruffo. Das Mädchen Lidio. Tannio.

Ruffo tritt auf, und indeni er sie gewahr wird, fagt er zu dem Lidio, daß er ihn schon eine lange Weile suche. Lidio sagt ihrer Pflegemutter, daß sie nur wieder zu dem perillo ihrem Herrn hinein gehen, und ihn durch den Tannio, wenn er nach Hause gekommen seyn würde, von dem, was vorgehe, Nachricht geben folle; sie für fich fen entschlossen, den ganzen Tag nicht wieder

nach

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nach Hause zu kommen, damit sie ihr Unglück so lange als möglich vermeiben könne Ruffo fagt iŷr,daß ihn eine von den vornehmsten Damen in Rom, die ihn für einen Schwarzkünstler Halten, gebeten habe, den Lidio mit Gewalt zu ihr zu bringen, weil sie ganz närrisch in ihm verliebt sey. Lidio und Tannio erzehlen ihm, wag mit der Magd vorgefallen. Ruffo billiget die Ubfertigung derfelben, er råth ihnen aber auch zugleich, das erstemal anders zu verfahren. Lidio verspricht es ihin, und fragt, wenn er zu zu der Fulvia gehen solle. Ruffo sagt ihm, sie habe ihn gebeten, daß er ihren Liebhaber noch Heute, durch die Macht seines dienstbaren Giftes, zu ihr bringen wolle, und zwar in der Gestalt eines Frauenzimmers. Er fügt hinzu, er bilde sich ein, Fulvia habe damit sagen wollen, in der Verkleidung eines Frauenzimmers. Lidioverspricht ihm, balo Antwort zu geben, und Ruffo geht ab.

Bierter Auftritt. Tannio. Der weibliche Lidio. Der Bediente überrebt seine Gebieterin, den Vorschlag des Ruffo auszuführen, wenn es auch in keiner weitern Absicht geschehen sollte, als sich eine Lust zu machen. Lidio ist es zufries den, und befiehlt ihm nach Hause zu gehen, um ihm von dem, was daselbst vorgehe, Nachricht zu bringen und ein Frauenzimmerkleib für ihn zu

suchen.

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fuchen. Er bestelle ihn an einen gewissen Ort, wo sie den Ruffo wiedersehen und sich mit ihm entschliessen wolfen. Weil sie Leute kommen ses hen, so gehen sie ab.

Fünfter Auftritt.

Tessenio. Fulvia. Tessenio tritt auf, und weil er die Fulvia an der Thüre ihres Hauses gewahr wird, so nähert er sich ihr und will sie bereden, daß Lidio bald abreisen müsse, um zu sehen, wie sie diese Nach: richt aufnehmen werde. Fulvia spricht mit ihm vom Lidio, und Teflenio sagt ihr, daß er weiter reisen wolle, um seine Schwester aufzusu: chen. : Fulvia bittet ihn, den Lidio zurück zu: halien und verspricht seine Schwester in ganz Italien suchen zu lassen, mit der Versichrung, wenn man sie fånde, sie mit iþrem einzigen Soh. ne, dem Flaminio, guverheyrathen. Tessenio verspricht sein bestes zu thun, unb Fulvia begiebt sich wieder hinein.

Sechster Auftritt.

Calandro. Teflenio. Calandro fommt und Teflenio wünscht ihm Glück, weil, wie er sagt, Santilla ihn so gitig angehört habe, daß sie sich weit mehr nach ihm, als er sich nach ihr sehne. Calans dro will sogleich zu ihr gehen; Teflenio aber fagt ihm, daß sich dieses nicht thun lasse, daß man gewisse Maaßregeln daber beobachten müffe

uno

und er nicht anders, als im Berborgnen zu iht kommen fónne. Er sagt, sie haben ihm den Vorschlag gethan, ihn in einen Koffer einzuschlief sen und auf diese Weise in ihr Zimmer zu bringen, weil sie ihn anders nicht wohl herein lassen könne. Calandro fagt, man werde nimmers mehr einen so grossen Koffer finden, daß er der Långe nach darinne liegen könne. Tessenio antwortet, daß jeder Koffer hierzu gut sey, denn wenn er schon nicht ganz hinein gehe, so könnte man ihn doch Stúfweise hinein legen. Bier wird die Scene ungemein foinisch, indem Tef senio ihn überredet, daß, er ihm alle Glieder ausrenden, und sie hernach, wenn er aus dem Koffer hervor wollte, wieder in ihre Stelle einiseken könne." Nachdem er einen Versuch von diesem feinem Geheimnisse gemacht, bey welchem es, wie er sagt, auf gewisse Worte aus der schwarzen Kunst ankomme, thut er, als ob Calan dro alles verdorben habe, und man einen grossen Koffer suchen müsse, in welchem er ganz und gar Kaum habe. Calandro bestellt ihn an einen gewissen Ort und begiebt sich weg. Teffenio sieht die Samia kommen und geht ab.

Siebender Auftritt.

Samia. Fulvia. Samia kömmt ganz allein und redet von der Unhöflichkeit des Lidio gegen ihre Gebieterin;

fie

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