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und die Erde auf ihrer Stelle bleiben, und die ewigen Gestirne ihren Lauf ungestört fortsegen mögen; daß ein anhaltender Friede die Vóleker nålre, daß kein Sturm das Meer beunruhige, daß kein erzärnter Blią aus der Hand des Jus piters schiesse, daß kein ausgetretener Fluß die Felder überschwemme,und daß nirgends ein wilder Tyrann regiere xe. Schon dieses Gebet ist unsinnig genug, um der Anfang zu einer förmlichen Raseren zu seyn. Diese åussert sich nunmehr auch auf einmal. „Doch wie? Welche „Finsternisse umhüllen den Mittag? Warum „schießt Phobus To trübe Blicke, ohne von einer „Wolke verdunkelt zu seyn? Wer treiber den „Tag xu feiner Demmerung zurück? Welche „unbekannte Nacht breitet ihr schwarzes Gefieder „aus? Woher diese zu frühen Sterne, die den „Pol erfüllen? Seht, dort durchglänzet das erste „Der von mir gebåndigten Ungeheuer, der Löwe, „ein weites Gefielde! Er glüet vor Zorn, und „brohet tödliche Bisse. Er speiet aus dem „offenen Rachen Feuer, und schüttelt die róth= „liche Mähne. Jezt wird er ein Gestirn herab „reiffen; jezt wird er des Harten Herbstes und „Des frostigen Winters breite Zeiche überspringen, „den Stier im Felde des Frühlings anfallen, „und seinen Nacken zermalmen. Ums phitryo erstaunet über diesen plößlichen Wahnwiß, doch Herkules fährt fort. Er kommt auf seine Thaten, und will sich mit Gewalt den Ein:

gang

gang in den Himmel eröfnen. Er drohet, wenn Jupiter geschehen lasse, daß ihm Juno noch låna ger zuwider fen, den Saturn zn befreyen, die Riefen zu neuen Kriegen aufzufrischen und fie felbst anzuführen. Diese Kriege glaubt er be reits mit allen ihren schrecklichen Verwüstungen zu sehen, bis er endlich seine eigne Kinder, die mit der Mlegara ben den Opfer gegenwärtig feyn sollten, gewahr wird, und sie für die Kinder des Lycus ansieht. Dieser Wahn bringt seine Wuth aufs höchste. Erspannt seinen Bogen und durchschießt das eine , und das andere, welches seine Knie mit den kleinen Händen umfaßt, und mit erbårmlicher Stimme bittet, ergreift er mit gewaltiger Faust, schwenkt es in der Luft herum, und zerschmettert es gegen den Boden. Indem er das dritte verfolgt, welches feine Zuflucht zu seiner Mutter nimt, sieht er diese für die Juno an. Erst richtet er das Kind hin, und alsdann seine Gemahlin.

lles dieses, wird man fagen, müsse einen sehr gråßlichen und blutigen Unblick machen. Allein der Dichter hat, durch Hülfe der römischen Bühne, deren Bauart von den unfrigen ganz unterschieden war, ein vortrefliches Spiel hier angebracht. Jndem nehme tich Herkules feine Kinder und seine Gemahlin verfolgt, und von Zeit zu Zeit den Zuschauern aus dem Gefichte kommt, so gehen alle die Ers mordungen hinter der Scene vor, wo sie nur von den übrigen Personen auf der Bühne können ges

sehen

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sehen werden.

Von dem Amphitryo voru nehmlich, welcher alles was er sieht in eben dem Augenblicke sagt, und die Zuschauer also eben so lebhaft davon unterrichtet, als ob sie es selbst gee fehen håtten. Zum Erempel, wenn Herkules dem dritten Kinde nachgeht, so schrent Megara : „Bohin, Unsinniger? Du vergießeft dein eigen „Blut. Mit diesen Worten ellt sie beyden nach), daß fie also bereits hinter der Scene ist, wenn Amphitryo folgende Erzehlung macht: „das zite „ternde Kind stirb vor dem feurigen Blicke „des Vaters, noch ehe es verwundet worden. „Die Furcht hat ihin das Leben genommen. „Und nun, nun schwenkt er die tödlichen Keule „auf feine Gemahlin. Sie ist zermalmt, und „ nirgends sieht man den Kopf des zerstümmel,,ten Körpers. Amphitryo geråth hierůber ausser fich, er verwünscht sein Alter, das ihn zu diesem Unglücke gespart; er will nicht lån. ger leben, sondern eilt den Pfeilen und der Keule des unsinnigen Mörders entgegen. Doch Thes seus hålt ihn zurück, und beschwört ihn, dem Berfules das lekte und größte Verbrechen zu tersparen. Dieser kommt unterdessen allmålig wieder zu sich, und Umphitryo erstaunt ihn in einen tiefen Schlaf fallen zu sehen. Er zweifelt zwar Anfangs, ob es nicht ein tödtlie cher Schlaf fen, und ob ihn nicht eben die Wuth, welche die Seinigen umgebracht, hins geraft habe; doch das starke Athemhohlen übers

zeugt

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feugt ihn von dem Gegentheile. Er findet es also für gut, ihn ruhen zu lassen; nur låßt er vorher von den Dienern die Pfeile wegnehmen. damit er sie nicht in einer neuen Raseren brauchen fönne.

Der nunmehr einhertretende Chor, wie man (eicht errathen kann, beklaget die dem Bjerkus les zugestossene Unsinnigkeit. Er flehet die Gótter an, ihn davon zu befreyen, und wendet sich besonders an den Schlaf, den er zur Unzeit ailju poetisch apostrophict. „Besänftige die rasen„den Aufwallungen feines Gemüths; und gieb „dem Helden Frömmigkeit und Tugend wieder. „Wo nicht, so laß ihn fortrasen, und in steter „Unsinnigkelt dahin leben. In ihr allein berus „het jeßt feine Unschuld. Reinen Händen kome „men diejenigen am nächsten., die ihr Verbrea „chen nicht kennen.

Er beschreibt nuns mehr, wie verzweifelnd fich Herkules anstellen werde, wenn er wieder zu sich selbst kommen, und sein Urglück erfahren sollte.

Und zuletzt beweinet er noch den zufrühzeitigen Tod der Kinder.

Fünfter Aufzug. Berkules erwacht, und Amphitryo und Theseus stehen fchweigend von ferne. „bin ich? In welchem Sande? Unter welchem „Himmelsstriche ? c. Welche Luft schöpfe ich? „Ich bin doch wenigstens aus der Hölle wieder

„Wo

„zurück?

„Det.

„zurück? Uber, welche blutige Leichname sehe ich „hier gestreckt? Welche völlischen Schattenbil. „Der schweben mir noch vor den Augen? Ich „schåme mich, es zu sagen: ich zittere. Ich „weis nicht, welcher schreckliche Unfalt mir abne

Wo ist mein Vater ? Wo meine Ges „mahlin, die auf die kleine Heerde ihrer muthi. „gen Kinder so stolæ ift? Warum vermisse ich an meiner linken die Beute bes überwundenen „Comens?

Wo sind meine Pfeile? Wo „der Bogen? Ich lebe, und man hat mir meis „ne Waffen abnehmen können? Wer hat diesen „Raub davon getragen? Wer hat auch den „schlafenden Herkules nicht gescheuet? Ich muß ihn doch sehen, meinen Sieger ; ich muß ihn „doch sehen. Stelle dich, Sieger, den zu zeum „gen, der Vater den Himmel nodynials verlassen, „und dem zu gefallen die Nacht långer, als mir, „stille gestanden -- Was sehe ich? Meine ,,Kinder? ermordet ? Meine Gemahlin tobt? „Welcher zweyte Lycus hat sich des Reichs bes „måchtiget? Herkules ist wieder gekommen, „und doch erkühnt man sich zu Theben solcher „Verbrechen? Herbes Boeotier, Phrnger c. „Zeiget mir den Urheber dieser gräßlichen Mors „de!

So breche denn mein Zorn auf „meine Feinde los! Alle find meine Feinde, die „mir meinen Feind nicht zeigen. Du „verbirgest dich, Alcidens Sieger? Erscheine ic. „daß uns ohne Anstand kämpfen. Hier stehe

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