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„ich fren und bloß; auf! greife mich mit meinen „eigenen Waffen an. - Doch waruments „zießet sich Theseus, warum entzieht sich der Vas „ter meinen Blicken? Warum verbergen sie ihr „Untlig? Hemmet dies Winseln! Saget, wer. what meine Söhne ermordet? Vater, warum „schweigst du? Rede, Thereus; aber rede fo, wie „ichs vom Theseus gewohnt bin. Schwetgt ihr noch? Noch wendet ihr voll Scham euer „Gesichte weg? Noch fallen verftohlne Thränen „herab ?

Wessen hat man sich bey jola schem Unglücke zu schåmen? Ist es skus „rystheus; ist es das feindliche Heer des ers „mordeten Lycuis, von dem diese Niederlage kömmt? Ich bitte dich, Vater, bey allen meia „nen ruhmvollen Ehaten bitte ich dich, sage, wer „ift der Mörder meines Geschlechts ? Als wessent „Beute habe ich untergelegen?

Amph. Laß uns dies Unglück mit Stillschweie gen übergehen.

Serkules. Und ich sollte ungerochen seyn?

Umph. Schon oft ist die Rache schädlich gewesen.

Byerkules. Wer war je tråge genug dergleie chen Unglück zu erdulden?

Amph. Der, welcher noch grösser Unglüd ju fürditen hatte.

Berkules. Kann wohl ein grösseres Unglück zu fürchten seyn, als dieses?

Amph.

Amph. Was dų davon weißt, ach! was für ein kleiner Theil ist es:

Berkules. Erbarme dich, Vater. Flehend strecke ich meine Hände gegen dich ausin; . Indem Herkules dieses thut, wird er gewahr, daß seine eigenen Hände voller Blut sind. Er wird gewahr, daß es seine eigenen Pfeile sind, an wel= chen das Blut der Kinder klebt. In der Gewißheit, daß niemand, als er selbst, feinen Bogen þabe spannen können, ist er genöthiget sich selbst für den Mörder zu erkennen. „Wie? Vater, „Freund, so bin ich es felbft der dieses Verbrés „chen begangen hat? Ich! sie schweigen; ich „bin es... Umphitryo will ibn trösten, und schiebt alle Schuld auf die Juno. Doch ums fonft; er geråth in eine fo wüthende VerzweiHung, daß es scheint, die Raseren habe ihn nicht fowohl verlassen, als nur ihre Richtung veråndert und sich gegen ihn selbit gewendet. En bittet seinen wahren Vater, den Jupiter, daß er ihn vergessent, und zornig von dem gestirnten Pole auf ihn donnern moge. Er will an des Promes theus Statt an den leeren Caucasus gefesselt, oder zwischen den Symplegaben zerschmettert senn. Er wil Wålder zusammen håufen, und fich, befleckt von stårflichen Blute, in den brennenden Holzstoß stürzen. Er will den Herkules der Hölle wieder zurůck geben. Diese. Toll ihn, wo möglich, an einem Orte, welcher noch jenseits dem Erebus liege, verberge; an einem Drte, der

ihm und dem Cerberus unbekannt fer. Er beklagt, daß sein Gesicht zu verhärtet fey, uno keine Thrånen kenne, welche um den Tod seiner Kinder nicht reichlich genug fließen könnten. Er will sein Schwerd, seine Pfeile, feinen Bogen zerbrechen; er will seine Keile, er will seine Hände, bie sie geführt haben, verbrennen. Hier wagt es Theseus, ihm zuzureden.

Thes Wer hat dem Irrthume jemals den Namen des Verbrechens gegeben?

Derk. Oft ist ein zu grosser Irrthum anstatt bes Verbrechens gewesen.

Thef. Hier ist Herkules nothig. Ertrage biese [ast von Uebeln!

Berkules. Noch habe ich in der Raseren nicht alle Scham verloren, daß ich meinen aba (dyeuligen Anblick nicht vor allen Völkern pecs bergen sollte, bie ign ohnedem fliehen mußten Meine Waffen, Theseus, meine Waffen, die man mir fo schimpflich genommen hat, verlange ich wieder. Rase ich nicht mehr; so gieb mir fie jurück. Rafe ich aber noch, fo entferne dich, Pater. Ich will schon einen Weg zum Tode finden.

Umphitryo fångt nunmehr an, den hers kules auf das gårtlichste zu bitten.

Er bes fchwort thn ben allen den Verbindungen, die zwischen ihnen beiden obwalteten; es sey nung daß er ihn als seinen Vater, oder als seinen Pfleger betrachte. Er stellt ihn vor, daß er die einzige

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Stůbe

Stüße seines Hauses fey; daß er ihn noch nie genossen habe, sondern immer in der äussersten Furcht seinetwegen habe leben müssen.

Berkules. Und warum sollte ich noch låne ger leben? Habe ich nicht alles verlohren? Sine nen, Waffen, Ruhm, Gemahlin, Kinder, meine Raserer selbst, habe ich verloren. Es ist fein Rath für meine befleckte Seele. Mit dem Tode muß ich mein Verbrechen büssen.

Theseus. Du wirst deinen Vater ums Leben bringen.

berk. Damit ich es nicht etwa tħue, eben deswegen will ich sterben.

Thes. Șn Gegenwart des Vaters?

Bert. Solchen Gråul anzusehen, habe ich ihn schon gelehrt.

Amph. Siehe dod, vielmehr auf deine anbern rühmlichen Thaten zurück, und verzeihe dir selbst diese cinzige Schulb.

Hert. Der sollte sich etwas verzeihen, der hiemanden verziehen hat? Was ich löbliches gec than habe, that ich auf Befehl. Dieses einzige that ich von mir selbst

Kurz, er dringt mit aller Gewalt darauf, daß man ihm seine Waffen wieder zurück geben folle. Umsonst verbindet Thefeus seine Bitten mit den Bitten des Vaters, und erinnert ihn, daß es dem Bjerkules unanståndig fen, irgend einem Unglücke unterzuliegen. Er aber antwortet : „Ich habe meine Verbrechen nicht frenwillig,

„sondern

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.fondern gezwungen gethan. Jenes würde man „glauben, wenn ich leben bliebe; dieses kann nur „meinen Tod bekräftigen. Der Dichter hat dieses in wenig Worten auszudrücken gewußt: Si vivo, feci fcelera; fi morior, tuli. Berkules fährt also fort, sich als ein Ungeheuer anzusehen, von welchem er die Welt reinigen. müsse. Er drohet, wenn ihm die Waffen nicht wieder gegeben würden, die Wålder des Pindus und die dem Bacchus geheiligten Hanne auszurotten, und sich mit ihnen zu verbrennen; oder. auch die Häuser mit ihren Einwohnern, die Teme peln mit ihren Göttern auf sich zu reissen, und sich unter dem Schutte der ganzen Stadt zu begraben. Sollte aber auch diese Saft ihm zu leicht feyn, sollten sieben Thore noch nicht schwer genug auf ihm liegen: so soll die halbe Welt auf sein Haupt stürzen, und ihn in dem Mittelpuncte der Erde erbrücken. Diese Hartnäckigkeit des serkules bringt endlich den alten Umphis tryo gleichfalls zur Verzweiflung, und die Stel. lungen werden numehr ungemein rührend. Es ist nur zu bedauren, daß der Text hier eine sehr merkliche Verwirrung der Personen gelitten hat. Bald wird der einen etwas in den Mund gelegt, was wahrscheinlicher Weise die andre fagen soll ; bald hat man aus zwey Reden eine, und bald aus einer zwey Reden gemacht. Was man noch zuverlåßiges daraus erkennen kann, ist dieses daß Amphitryo selbst sich einen von den Pfeit

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