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Er redet die ermordeten Kinder, eines nach den andern an, und will

und will zu dessen Genugthuung die Pfeites, zu dessen den Bogen, zu deffen Keule und Kocher zerbrechen und verbrennen. i ,,Zuch jeuch, spricht er, auch euch, unselige stiefmüt: „terliche Hände, will ich mit meinen Pfeilen „Verbrennent. Wer heißt denn nun hier den Jesuiten, unter novercales manus die Håne de der Funo verstehen? Warum können es denn nicht die eignen Hände des Berkules fenn? Ja fremlich wäre alsdann die Stelle nicht mehr lächerlich! Aufs höchste liegt in dem Worte novercales blos eine Anspielung auf die Juno, und er nennt feine Hände bloß darum stiefmüts Ferlich, weil sie nicht minder grausam gegen feine Kinder gewesen waren, als die Juno gegen ibn zu seyn pflegte. Ich will mich nicht låne ger hierbey auf Kalten.

Dor neutern Trauerspielen auf der

rasenden Berkules. Es fehlt an neuern Dichtern nicht, welche gleichfalls diesen Stof bearbeitet haben. Ben den Franzofen führen eine Menge Tragödien den Titel Berkules; id; kann es aber jezt nur von zweyen mit Gewißheit fagen, daß sie bent rasenden serkules angehen. Die mebresten werden ohne Zweifel den sterbenden herkules aufstellen. Roland Briffet ist der erste, von

welchen

welchem ich einen Hercule furieux anzugeben weis. Sein Theater ist zu Tours 1589. in 4to gedruckt, und enthält ausser genanntem Stücke, noch folgende: Bapriste; Agamemnon; Oétavie; und Thiefte. Der zwente Franzose ist Nicolas L Beritier Louvellon, welcher 1638. ein Trauerspiel unter der Aufschrift: Amphitrion ou Hercule furieux, verfertigte. Ich habe jezt weder des einen noch des andern Arbeit bey der Hand, und kann also nicht urtheilen, wie sie zu Werke gegangen sind; ob sie meør den Euripides oder den Seneca nachgeahmt, oder ob sie gar nur einen von benden übersekt haben. Auf dem italianischen Theater finde ich einen Ercole furiofo vom Lodovico Dolce; allein von diesem weis ich es zuverlåßig, daß es bloß eine poetische Uebersegung des Seneca ist. Dolce hat noch sieben Trauerspiele unsers lateis nischen Dichters überfeßt, die ich an ihrem Orte anführen will.

Da ich also nicht eigentlich sagen kann, mit wie viel Glück man in den neuern Zeiten den rasenden herkules auf die Bühne gebracht habe: fo will ich wenigstens meine Gedanken enite decken, wie er am besten darauf zu bringen sey. Vorschlag für einen heutigen Dichter.

So viel ist augenscheinlich, daß aus dem Stů: cke des Seneca, mit kleinen Veränderungen, eine vollkommene Oper zu machen sey. Die

Maschi

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Maschinen finden ihren natürlichen Plaz darinne, und wenn die blofie Erscheinung der Juno für die Verzierung des Theaters zu einfach wäre, fo könnte man die Erscheinungen aus dem Euripie des borgen.' Dieser nehmlich, wie ich schon angemerkt habe, führt anstatt der Juno felbft, die Jris, ihre Bothschafterin, und eine furie auf. Zwen Gegenstånde, an welchen Maschis nenmeister und Mahler ihre Kunst hinlänglich zeigen fonnten. Auch der Tonkünstler würde fich nicht beschweren dürfen, daßman seine Kunst durch eine verhaßte Monotonie der Leidenschaften einschränkte. Sie sind durchgångig in dem stårcksten Spiele. Das Zornige, das Klagende, das Stolze, das Erfreute, das Kafende, das Zårtliche, das Gefeßte, das Freundschaftliche, wechs Telt unaufhörlich ab, und oft treffen sie so glück lich zusammen, daß sie der schönsten Abstechungen untar einander fähig sind. Auch die Erfin= dung des Balletmeisters würde sich hier nicht auf dem Trockenen befinden, auf welchen man in einem Schauspiele, das su vorzüglich zum Vers gnügen des Gesichts und des Gehörs bestimmt ist, billig auch mit fehen muß. Doch da die Oper mehr in das musikalische, als in das poetische Fach gehöret, so will ich mich nicht weiter damit einlassen. Ich will vielmehr meine AbFicht auf ein regelmåßiges Stück richten. Die mechanische Einrichtung desselben würde man gånglich dem Seneca absehen können. Nur

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mit der Juno, welche ben işm ziemlich das Unsehen eines Prologen hat, mußte man eine Aenderung treffen. Unsere neuere tragische Büh. ne will die Gottheiten nicht mehr leiden. Man hat sie in die allegorischen Stücke verwiesen, und das mit Recht. Was also zu thun? Ich wollte rathen die persönliche Erscheinung der Juno in einen göttlichen Traum eines Priesters zu vers wandeln. Er müßte selbst kommen, und es dem Herkulischen Hause erzehlen, was er in seiner Entzückung gesehen, und welche schreckliche Dros hungen er gehöret. Diese Drohungen aber mußten in allgemeinen Ausdrucken abgefaßt seyn; sie müßten etwas orakelmäßiges haben, damit sie den Ausgang fo wenig, als möglich verriethen, und den Amphitryo und die legara niche verhinderten, den Herkules bey seiner Zurück kunft mit aller Zärtlichkeit zu empfangen. In Ansehung der Sitten, wollte ich, daß sich der neuere Dichter den Euripides zum Muster vore stellte; doch mit Beybehaltung des Senecaschen Lycus. Dieser ist bey den Griechen viel gros ber und grausamer geschildert. Er sagt es geras de heraus, daß er die ganze Familie des Terkik les umbringen müsse, wenn er sicher Herrschen wolle, und thut der Negara Ben Vorschlag nicht, den ihn der Römer thun läßt. Dahingegen sind in dem Griechischen der Herkules weit menschlicher, die legara weit zärtlicher, und Thesis weit freundschaftlicher gebilbet. Das

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gen fållt.

Abentheuerliche des erstern ist da ungemein versteckt, und aller feiner Thaten wird nur mit gang kurzen Zügen in einer Entfernung getacht, in welcher ihre Unglaubligkeit nicht so sehr in die Aus

Die prachtige Beschreibung des Kampfes mit dem Cerberus můßte, als eine uns nöthige Zierrath, wegbleiben. Der Römer Hatte noch einigen Grund sie zu wagen, ob er gleich freulich besser gethan håtte, wenn er hier der vors sichtigen Anståndigkeit feines Musters gefolgt wåre. Seine Stårke war im Schildern, und weldyer Dichter läßt sich nicht gerne von der Bea gierde, seine Stårke zu zeigen, dahin reissen? Was die Person des Theseus anbelangt, so wirde man auch bey dieser besser der Einrichtung des lateinischen als des griechischen Dichters folgen. Jener bringt ihn gleich mit dem Berku les auf die Bühne; dieser aber läßt ihn erst in dem fünften Aufzuge darzu kommen, wo er recht vom Himmel fällt. Wenn der neure Dichter übrigens eine Vermehrung der Personen vorzuie nehmen für nöthig befande, so würde er, vielleicht nicht ohne Glück eines von den Kindern des Ser: Kules, welche feine benden Vorgånger nur stumm aufführen, můndig machen können. Er mußte Den Charakter desselben aus Zärtlichkeit und lina schuld zusammen segen, um unser Mitleiden desto schmerzlicher zu machen, wenn wir es von den blinden Händen seines geliebten Vaters sterben fejen. Doch würde es wohl unsre Bühne

zulassen,

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