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focft. Allein wie unmenschlich waren die Fole gen. Utreus ermordete die Kinder seines Brue ders am Altare ; und machte seinen Bruder et Mahl daraus, über welches die Welt nicht aufHören wird, sich zu entseßen.

Mehr braucht man hoffentlich, zur Einleitung in das Stůk selbst, nicht zu wissen.

Auszug Die Bühnen eröffnen der Schatten des Tane talus und die Furie legåra. Tantalus war der Großvater des Utreus und des Thyest. Man Fennet seine Verbrechen, und seine Strafe in der Hölle. Jezt bringt ihn legåra auf die Obermelt. Er erstaunt und glaubt, daß man eine Veränderung der Duaalen mit ihm vornehmen wolle. Doch legåra entdeckt ihm gar bald, daß er seine Familie mit Wuth und Haß anstecken und zu den grausamsten Verbrechen gee neigt machen solle. In diesen werde um den „Vorzug gekämpft, und wechselsweise zůcke man „den Dolch. Der Zorn kenne weder Maaß „noch Scham, und blinde Kaseren reiße die Ge= „můther. Die Wuth der Aeltern daure fort, „und anhaltende Bosheit pflange sich von einem „Enkel auf den andern. Ohne jemandem Zeit „zu gönnen, fein Verbrechen zu hassen, feble es „nie an einem neuen, und nie fen eines allein in „einem allein. Es wachse, indem es gestraft „wird. Den übermüthigen Brüdern entfalle der

„Scepter

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Scepter, und ein zweifelhaftes Glück scheine „sich ihrer im Elende anzunehmen. Es wanfe „betriegrisch zwischen ihnen, und mache jezt aus qdem Mächtigen den Unglücklichen, und jezt aus „dem Unglücklichen den Mächtigen. Ein bes „ståndiger Wechsel treibe ihr. Reich umher. 26„scheulicher Saster wegen mögen sie vertrieben „werden, und in eben to abscheuliche Laster mos „gen sie wieder fallen, wenn sie Gott in ihr Va„terland zurück bringt. Allen müssen sie so ver„haßt seyn, als sich felbft. Nichts halte sich „ihr Zorn vor unerlaubt. Der Bruder fürchte „de:1 Bruder, den Sohn der Vater, und den „Vater der Sohn. Böse sollen die Kinder uma „kommen, und noch böser erzeugt werden. Die „feindfelige Gattin laure auf ihren Mann. Man „führe den Krieg über das Meer; vergoßnes „Blut überschwemme die Lånder, und die fie. „gende Wollust triumphire über måchtige Füha „rer der Völker. Unzucht sey in dem gottlosen „Hause das geringste ac. Alle diese Verwůnschungen, und noch mehrere, sind prophetisch und beziehen sich weit auf das zukünftige hinaus ; auf das, zum Erempel, was sich mit der Clytems näsira, mit dem Greft, mit dem Agamemnon und Menelaus und andern Verwandten des Pelopejischen Hauses zutragen sollte. End: lich kommt Ylegåra auf die nähern Gräuel mit mehrer Deutlichkeit

, und verkündiget dem Tants talus das grausame Mahl, vor welchem sich die

Sonne

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Sonne zurück ziehen werde. „Un diesem sollst „Du deinen Hunger stillen. Vor deinen Augen „soll, der mit Blut gemischte Wein getrunken „werden. Endlich habe ich die Speisen gefun„den, die du selbst fliehen wirst. – – Auf diese schrecklichen Worte, will der Schatten davon eilen, und alle feine höllischen Strafen scheinen ihm dagegen geringe. Doch die Furie zwingt ihn, mit Streit und Mordlust vorher das Haus und die Gemüther der Könige zu erfüllen. Umsonst wendet er ein, es sen zwar billig, daß er Strafe leide, aber nicht, daß er andern zur Strafe diene. Umsonst beklagt er sich, daß er gleichsam, als ein giftiger Dampf aus der ge= borstenen Erde geschickt werde, welcher Pest und Seuchen unter die Völker bringen müsse. Umsonst will er es wagen, nochmals schwazþaft zu fenn,, und seine Enkel vor allen Verbrechen viels, mehr zu warnen. Doch die Furie droht und vermehrt in dem Schatten das innere Gefühl seine Duaalen so heftig, daß er ihr in den Pallast Folgen muß, wo er überall Raseren und Bluts durst verbreitet. - Man muß sich einbilden, daß dieses fogleich geschicht, fobald er über die Schwelle getreten. Der Pallast empfindet es, daß er von einem unseligen Geiste berührt wird, und zittert. Die Furie ruft ihm zu, daß es genug fer, und befiehlt ihm, in die unterirs dischen Höhlen zu feinen Martern zurückzukeh. ren, weil die Erde ion nicht långer tragen wolle,

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und

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und die ganze Natur sich über seine Gegenwart entsege. Sie beschreibt dieses Entsegen in ein Dußend schönen Versen, die sie hier håtte erfpas ren können, und macht dem Chore Plak. Der Inhalt feines Gesanges ist eine Bitte an die Götter, alle Verbrechen von dem königlichen Hause abzuhalten, und nicht zuzugeben, daß auf eipen bösen Großvater' ein schlimmrer Enkel folge. Er sagt, es sen bereits genug gefündiget worden; und führt dieses zu beweisen, die Geschichte des Myrtiius und die blutige Mahlzeit an, wels che Tantalus den Göttern vorgesekt. Von der Strafe des lektern macht er ein sehr fünft liches Gemåhlbe, welches aber den Leser kalt låßt, und beschließt es so abgebrochen, daß einige Kunft: richter zu glauben bewogen worden, es müsse das eigentliche Ende hier fehlen.

Zweyter Aufzug. Auch dieser Aufzug besteật nur aus einer eins zigen Scene, zwischen dem Atreus und einem Vertrauten. Atreus ist gleich Anfangs ges gen fich selbst unwillig, daß er noch bis jezt, wes gen den schimpflichen Beleidigungen seines Bruders, ungerochen sen. Er tadelt sich, daß er nicht fchon längst alles in Blut und Flammen gerekt. Wie gern håtte er sich wollen unter dem einstüre zenden Pallaste begraben lassen, wenn er nur zugleich auch den Bruder zerschmettert hätte. Auf Utreus, beginnie etwas, was keine Nach

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Welt billige, aber auch keine perfchweige. Auf! verfühne dich einer blutigen gråßlichen Schando „that; einer Schandthat, auf die mein Bruder „neidisch 'werde; die er selbst begangen zu haben „wünschen möchte. Du kannst seine Verbre. „chen nicht råchen, ohne fie zu übertreffen. „Doch durch welche Abscheuligkeit werde ich ihn „überlegen seyn können? Auch in feinem Eleride „rupet er nicht. Das Unglück macht ihn eben „fo Hartnäckig, als übermüthig ihn das Glück wmacht. Ich kenne feinen ungelehrigen Geist. „Biegen låßt er sich nicht, aber brechen låßt er „sich. Ehe er sich also wieder erhohlt, ehe er „neue Kräfte fammelt, muß ich ihn angreifen: „benn bleib ich ruhig, fo greift er mich an. Ich „komme durch ihn um, oder er muß durch mich „umkommen. Das Verbrechen ist mitten zwis „schen uns, gleich einem Preise, aufgestellt, wela „cher dem gehört, der es zuerst untis, imt.

Der Vertraute. So kann dich das wis brige Urtheil des Volfs nicht schrecken?

Atreus. Das ist eben das beste an einem Reiche, daß das Volck die Thaten seines Bes Herrschers eben sowohl dulden als loben muß.

Der Vertraute. Die, welche man aus Furcht loben muß, eben die baßt man auch aus Furcht. Der aber, welcher nach dem Ruhme einer wahren Liebe strebt, will fich lieber von den Serzen, als von den Stimmen loben lassen.

Atreus.

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