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VORWORT.

Während der Ausarbeitung dieser neuen Auflage des Sallust von Rudolf Jacobs musste sich der Herausgeber öfter an die Worte des Verfassers erinnern, da er in dem Vorwort zur sechsten Auflage die Befürchtung aussprach, jede etwas tiefer eingreifende Aenderung dürfte zu nichts anderem als zu einer Verschlechterung führen: - nicht dass derselbe nicht selber die Möglichkeit einer Verbesserung zugestanden. Aber um so grösser die Bedenken desjenigen, der die von dem einmüthigen Beifall der Kritik jedesmal aufgenommene Arbeit an die Hand zu nehmen hatte und von der Nothwendigkeit gewisser Aenderungen überzeugt war.

Ueber die Art und den Umfang derselben einige allgemeine Andeutungen. Die Bearbeitung des Textes erhebt nicht den Anspruch eine selbständige Recension zu sein (eine solche ist einer anderen Gelegenheit vorbehalten), sondern schliesst sich ziemlich genau an denjenigen in H. Jordan's zweiter Ausgabe (Berlin 1876 Weidmann) an. Die Abweichungen mit einigen Nachweisungen, wo der Apparat des Jedermann zugänglichen Buches nicht ausreicht, gibt der Anhang (hiezu vgl. m. Anzeige im 31. Band der Zeitschrift für das Gymnasialwesen).

Der Commentar erscheint in etwas gekürzter Form: aus demselben sind entfernt alle Noten und Erörterungen, welche die Textkritik betreffen, sodann zum grössten Theil alles Raisonnement über und Polemik gegen Auslegungen - Anderer. Während die sprachlich-grammatische Exegese im wesentlichen intact geblieben, war eine Anzahl von Anmerkungen mit Rücksicht auf die historisch-sachliche Seite umzuarbeiten und von traditionellen Irrthilmern zu reinigen, wofür im Catilina besonders die Untersuchungen von C. John in dem VIII. Supplementband der Jahrb. f. Philol. Ausbeute gewährten (vgl. m. Besprechung im Philol. Anz. VIII. B.). Eine Bereicherung hat der Commentar erfahren durch die Vermehrung der Parallelstellen aus den Griechen, welche oft geradezu das Original einer sallustianischen Sentenz bilden ; Material hiezu bot besonders die Schrift von C. Holzer und J. Rick her (Stuttgart 1869). Einzelne Uebersetzungswendungen (mit H. bezeichnet) sind der geschmackvollen Uebertragung C. Holzers (Stuttgart 1868) entnommen.

Dass nun diese Aenderungen ebensoviele Besserungen bedeuten, darauf war der Herausgeber eifrig bedacht; mit welchem Erfolg, möge das Urtheil der Fachgenossen feststellen und wolwollend berücksichtigen, dass die Arbeit in kürzester Frist geliefert und der beschränkten Mussezeit eines vollauf beschäftigten Lehrers abgerungen werden musste. Zürich, im April 1878.

Hans Wirz.

EINLEITUNG.

Das Leben des C. Sallustius Crispus gehört ganz jenem Zeitraume an, in welchem neben einem immer gewaltigeren und glänzenderen Wachsen der römischen Herrschaft nach aussen doch die inneren Kräfte, welche die alte Staatsform belebt hatten, grossentheils schon erstorben waren, und ihr noch lebensfähiger Rest mit den neuen Elementen im letzten Kampfe lag.

Im Jahr der Stadt 668 (v. Chr. 86) starb Marius am dreizehnten Tage seines siebenten Consulates, das er nach grausamem Wüthen gegen die Nobilitas gewaltsam an sich gerissen hatte. In Rom herrschte C. Cornelius Cinna, zum zweitenmal Consul, an der Spitze seiner Partei; die Gegner befanden sich bei Sulla, der siegreich gegen Archelaus, den Feldherrn des Mithridates, in Griechenland kämpfte. In diesem Jahr, nach einer Angabe der Fasti Siculi am 1. October, wurde Sallustius zu Amiternum, einer sabinischen Stadt, im Plebejerstande geboren. So erlebte er, freilich noch ohne klares Bewusstsein, die blutige Katastrophe des ersten Bürgerkrieges, den Sieg des Sulla vor Rom, seine furchtbare und frevelhafte Rache, seinen durch masslosen Gebrauch der vom Glücke geschenkten Gewalt mislingenden Versuch die Ordnung wieder herzustellen, seinen Tod und die gleich darauf von neuem durch den Consul M. Aemilius Lepidus erregten Unruhen. In das reifere Knabenalter Sallusts fällt das erste glänzende Auftreten des Pompejus, die Vernichtung der Marianer in Spanien, der Sclavenkrieg, dann in Rom die Wiederherstellung der von Sulla so gut wie vernichteten Tribunengewalt, hierauf die siegreichen Feldzüge des Pompejus gegen die Seeräuber und Mithridates, von denen er im höchsten Glanze des Ruhmes zurückkehrte, um später einem Grösseren als er war, dem Caesar, als Werkzeug zu dienen und von ihm verfolgt unterzugehen. Der Ausbruch der catilinarischen Verschwörung, auf Sallust. 7. Aufl.

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