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INDOGERMANISCHE

CHRESTOMATHIE.

Schriftproben und lesestücke

mit erklärenden glossaren

zu

August Schleichers compendium der vergleichenden

grammatik der indogermanischen sprachen.

Bearbeitet

von

H. Ebel, A. Leskien, Johannes Schmidt

und

August Schleicher.

Nebst zusätzen und berichtigungen zur zweiten auflage

des compendiums

herauß gegeben

von

August Schleicher.

Weimar,
Hermann Böhla u.

1869.

5 Mar !

Vorwort

Im compendium habe ich die darlegung der schrift, als mit dem wesen der sprache, deren conventionelles überliferungsmittel sie ist, nicht im notwendigen zusammenhange stehend, übergangen. Dennoch ist es selbstverständlich von interesse und von nutzen zu wißen in welcher schreibweise die sprachen vor ligen. Deshalb gibt das vor ligende werk die alphabete und auch schriftproben der im compendium grammatisch bearbeiteten sprachen. Ferner ist es von großem werte außer der grammatik der sprachen auch dise selbst, wenn auch nur in beschränktem umfange, kennen zu lernen. Namentlich hebt eine vergleichende grammatische bearbeitung unter sich verwanter sprachen vor allem das hervor, was jeder sprache mit ihren schwestersprachen gemeinsam ist; in folge dessen kann die änlichkeit der sprachen größer erscheinen als sie in der tat ist, ire eigentümlichkeit dagegen tritt mer in den hintergrund. Sprachproben bilden demnach eine notwendige ergänzung der vergleichenden grammatischen darstellung. Eine mer als zwanzigjährige akademische lertätigkeit hat mir merfach gelegenheit geboten mich davon zu überzeugen, wie wilkommen meinen zuhörern am schluße der vorträge über vergleichende grammatik die vorlegung und erklärung von sprachproben war. Ich kann sagen, daß, wie das compendium, so auch dise indogermanische chrestomathie auß

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dem bedürfnisse meiner vorlesungen hevor gegangen ist. Sie ist eine ergänzung des compendiums. Was aber mir brauchbar ist, ist es hoffentlich auch anderen.

Übrigens sind die glossare so ein gerichtet, daß mit hinzuname des compendiums auch ohne beihilfe eines lerers die vor ligenden sprachproben volkommen verständlich sind.

Für merere sprachen reichen die hier mit geteilten proben auß, um als leseübung für das erste halbjar bei einer vorlesung über eine oder die andere der selben zu dienen. Das altindische ist in der indogermanischen chrestomathie auf das bedürfnis zweier studienhalbjahre berechnet. Der altindische teil der indogermanischen chrestomathie ist deshalb auch in besonderer außgabe erschinen (die verweisungen aufs compendium und die erklärungen der formen im altindischen glossar sind fast sämtlich von mir bei gefügt).

Für den ersten anlauf dürfte auch das compendium als grammatischer leitfaden für die einzelnen sprachen auß reichen.

Volständige gleichförmigkeit in der behandlung war schon in folge der verschidenheit der überliferung nicht durch zu füren. Es ist daher jede sprache so behandelt worden, wie es für sie gerade am angemeßensten erschien.

Weil slawische studien mich jetzt vorzugsweise beschäftigen habe ich mitforscher und frühere schüler von mir ersucht mit mir gemeinsam hand ans werk zu legen. Herr Dr. Ebel in Schneidemühl hatte die güte das altirische zu übernemen; herr Dr. Leskien, docent an der universität in Göttingen, hat griechisch, die altitalischen sprachen, altbulgarisch und gotisch, herr Dr. Johannes Schmidt, docent an der universität in Bonn, altindisch und litauisch besorgt. Disen herren für ire freundliche mitwirkung von herzen zu danken ist mir eine angeneme pflicht. Mir bliben so nur die beiden alteranischen Sprachen. Es wird sich mit der zeit wol mer und mer die notwendigkeit heraus stellen, daß bei werken, die ein weiteres sprachgebiet umfaßen, merere verfaßer sich zu gemeinsamer tätigkeit zu vereinigen haben.

Den besitzern der zweiten auflage des compendiums dürfte die beigabe der in meinem handexemplare bis jezt nach getragenen zusätze und berichtigungen nicht unwilkommen sein.

Matsj. 19 ist mit der Calcutt. und Bomb. außgabe des Mahābh. zu lesen tvatkrtē hi (anstatt tvatkrtējam). tvatkrtē deinetwegen, deinethalben. krtē, loc. sg. zu krta-, subst. ntr. 10, tat, werk (wurz. kar), bedeutet mit dem genitiv oder am ende von zusammensetzungen wegen, für'. Zwei mal gesežtes hi ist nicht selten; hi hat außer der function 'denn auch die des hervorhebens, bestätigens. Hiernach ist im glossar tvatkrtē und krtē nach zu tragen und das nötige unter hi bei zu fügen. Vom artikel tvatkrta- des glossars ist nur das über tvat- gesagte zu tratkrtē zu ziehen.

Jena, im october 1868.

August Schleicher.

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