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Fehler gefiel ebenfalls lange, (Dank sey's der meisterhaften Umarbeitung von Plümike!) in Hamburg, Wien, Berlin, Leipzig, u. s. f. Lanassa nicht weniger, als die Wittwe von Malabar in Paris. Gegenwärtig scheint das köstliche Ding allenthalben vergessen. A. d. Uebers.

25.) VARRO [S. 61.] ein Trauerspiel de Vicomte de Grave, zum erstenmal aufgeführt i. J. 1751. und nach der sechszehnten Vorstellung von dem Verfasser wieder zurückgezogen. Dasselbe ist ganz Erfindung, und wurde bey der ersten Aufführung unter dem Titel Zoraide gegeben; vorzüglich gewann es durch seine klug angelegten Situationen und die unvorgesehene Entwickelung vielen Beyfall. Hingegen hätte das Publikum darin mehr Handlung und ein anziehenderes Interesse gewünscht; daher beklatschten es eigentlich nur die Hofund Weltleute, Gelehrte und Kunstrichter hingegen schenkten ihm ihr Beyfall nie. Auch die Verse sind ziemlich nachlässig bearbeitet. S. Dictionn. portatif des Theatr. par

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Mr. de Leris p. 445. und Anecdot, dramat. T. P. 260.

11.

26.) DU BELLOY [S. 64.] Geb. zu St. Flourin d'Auvergne 1727. Er wurde in Paris, bey seinem Oheim, einem berühmten Parlaments - Advocaten erzogen, und betrat anfangs, wider seinen Willen, die Laufbahn der Rechte. Bald aber entfernte er sich aus seinem Vaterland, und gieng nach Rufsland, um dort das Handwerk eines Schauspielers zu treiben. Allein nach seiner Rückkehr in Frankreich trat er sofort als dramatischer Schriftsteller auf, und gab sein Trauerspiel Titus, das aber, als eine schwache Nachahmung von Corneille, und selbst von Metastasio, wenig Beyfall fand, so dafs die erste Aufführung desselben auch die letzte war, und ein witziger Kopf im Parterr Titus edles Wort auf den Dichter so anwandte :

Titus perdit un jour; un jour perdit Titus.

I. J. 1762. brachte er das schon oben (Anm. 22.) angeführte Schauspiel Zelmire auf die Bühne, und drey Jahre nachher die bekannte

Belagerung von Calais, die ihm einsweilen sehr grofsen Ruhm erwarb, und wirklich in der Geschichte der französischen Schaubühne Epoche machte. Schon oft hatte man zwar auf derselben die Helden der Nation vorgestellt, aber immer erdichtete Begebenheiten mit unterschoben und also noch niemals die Zuschauer durch ein auf blofse Thatsachen gegründetes Nationalinteresse zu unterhalten gewulst; nebendem dafs der Gegenstand eines der edelsten Denkmale aus den Jahrbüchern der französischen Monarchie darbot. Es ist sich also nicht zu verwundern, dafs ein solches Drama eine höchst ungewöhnliche Wirkung that, und die darin überall athmenden patriotischen Gesinnungen von der Nation mit einer ganz neuen Art von Enthusiasm' aufgenommen wurden. Bald bey jeder Vorstellung wurde der Verfasser hervorgerufen, und lange hat der Saal niemals die Hälfte der Personen, die sich als Zuschauer meldeten, fassen können. Es wurde zwanzig Male hintereinander aufgeführt, und ohne ein unvorgesehenes Ereigniss

würde der Geschmack des Publikums diesen so entschiedenen Beyfall noch lange unterstützt haben. Nach Verfluss von vier Jahren erschien es wieder völlig in seinem ersten Glanze, so dass das Parterr den Verfasser aufs neue hervorrief was sonst bey einer Wiederaufführung ohne Beyspiel war. I. J. 1773. wurde es abermals von dem Hof ausdrücklich verlangt. Als es dort das erstemal aufgeführt wurde, verlangte man es dreymale hintereinander ein beynahe unerhörter Vorzug; und Herr du Belloy hatte die Ehre, der ganzen königlichen Familie vorgestellt zu werden, die ihn auf die gnädigste Art empfieng. Der König erlaubte dem Dichter, ihm sein Trauerspiel zuzueignen; er gab ihm eine goldne Schaumünze von fünf und zwanzig Louisd'or am Gewicht, neben einem andern beträchtlichen Geschenke, das ihm der General Controlleur übergeben und ihn dabey aufmuntern mufste, im gleichen Fache fortzuarbeiten. Eben so glaubten die Einwohner von Calais, die schönste Belohnung, die ein Mann, der so sehr den Ruhm ihrer Voreltern

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erneuert habe, veilangen könne, sey, ihn durch Annahme zum Bürger ihrer Stadt mit diesem Ruhme zu verbinden. Dem zufolge schickten sie dem Herrn du Belloy das Bürger-Diplom von Calais in einer goldnen Schachtel, auf welcher das Wappen der Stadt gestochen war, von der einen Seite von einem Lorbeerzweig, von der andern mit einem Eichenkranze umgeben, mit der Innschrift: Lauream tulit, civicam recipit. Dabey liessen sie des Verfassers Bildnifs mahlen, und es auf dem Rathbause, neben den übrigen Evergeten ihrer Stadt aufstellen. Hiernächst gab man so wohl in Paris als in den Provinzen unentgeldliche Vorstellun gen von diesem Schauspiel und sogar in St. Domingue wurde es aufgeführt und gedruckt.

Inzwischen würde der Dichter alle diese Belohnungen noch besser verdient haben, wenn er seinen nur allzu oft fehlerhaften, harten und schwülstigen Versbau besser gefeilt hätte. Dieses Talent fehlte du Belloy gänzlich; daher denn auch sein Gaston und Bayard,

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