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tuit, et quod loci naturam ignorabat, et quod, magna parte diei consumta, munitioni castrorum tempus relinqui volebat.

CAP. X. Postridie eius diei' mane tripartito milites equitesque in expeditionem misit, ut eos, qui fugerant, persequerentur.

His aliquantum itineris progressis, quum «iam extremi essent in prospectu , equites a Q. Atrio ad Caesarem venerunt, qui nunciarent, 'superiore nocte , maxima coorta tempestate, prope omnes naves afflictas atque in litore eiectas esse; quod neque ancorae

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sey, sondern ein Viereck, dessen Länge und Tiefe verschieden seyn konnte. Diess folgt wohl selbst aus der Bestimmung dieser Schlachtordnung und aus den Umständen, unter denen sie gebildet zu werden pflegte.

Man wählte sie näinlich beim Angriffe, oder weng man den Feind auf eine gewisse Distanz erwartete.

Cap. X. militès) Diese, sind, wenn sie von equites geschieden werden, so viel als pedites, wie unzählige Stellen beweisen. Eben so gebrauchte man viri, homines und exercitus, zum Unterschiede von equitatus., Vergl. I, 36. und die Ausleger bei Oudend. Bei Caes. B. C. II, 41. III, 47. Man findet den Grund mit Recht darin, dass die ersten Waffenversuche nur vom Fussvolke gemacht wurden, indem die Fabel von den Centauren beweist, wie später erst die Reitkunst allgemein geworden.

aliquantum] Siehe oben III, 13. es entspricht unserm: ziemlich weit, eine ansehnliche Strecke. " Doch erlaubt die Analogie von ali in den compositis nicht, dieses Wort dem multum ganz gleich zu stellen, wie manche glauben. Iustin. XXV, 4, 10. Verwandt mit diesem Begriffe von aliquantum, glaube ich aliquot annis bei Plin. Epp. IV, 27, 2. d. i. seit einer ziemlichen Reihe von Jahren. Die Accusativform, als die Dauer der Zeit und die objektive Strecke des Wegs bezeichnend, ist ganz am rechten Orte; die Ablativform nur für Vergleichung des Massstabes.

in prospectu] So haben viele Codd. statt conspectu, was an unsrer Stelle keinen der Sache ganz angemessnen Sinn gäbe; wohl sagt man von Gegenständen, die sich nahern oder nahe sind, in conspectum venire oder in conspectu esse ; hier ist die Rede von allmälig sich entfernenden, von denen man die letzten noch in der Ferne schaut.

in litore eiectas] Einige Codd. und Ausgaben: in litus, wie man auch füglich gelten lassen könnte, vergl. Liv. XXIX, 18. B. C. III, 28. und 25. Allein bei Verbis, die eine Bewegung ausdrücken, kann eben so gut in mit dem Ablåt. als mit dem Acc. gesetzt werden. Es ist ganz analog der bekannten Construktion von ponere, collocare etc. Daher aucli Virgil. Aen. IV, 573. Eiectum litore, egentem excepi. und Ovid. Met. XIII, 536. eiectum in litore corpus. Cic. pro Rosc. Amer. cap. 26. Quid est tam commune quam litus eiectis? Man muss bedenken, dass viele Verba, welche eigentlich sinnliche und materielle Zustände und Handlungen bezeichneten, auch nachher metonym. z. B. effectus pro cüusa, genommen wurdeu, und eiici schlechtweg für stranden gesagt werden konute, ob es

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2. B.

funesque subsisterent, neque nautae gubernatoresque vim pati tempestatis possent: itaque ex eo concursu navium magnum esse incommodum acceptum.

CAP. XI. His rebus cognitis, Caesar legiones equitatumque revocari atque itinere desistere iubet; ipse ad naves revertitur: eadem fere, quae ex nunciis literisque cognoverat, coram perspicit, sic ut, amissis circiter XL navibus, reliquae tamen refici posse magno negotio viderentur. Itaque ex legionibus fabros deligit et ex continenti alios arcessiri iubet; Labieno scribit, ut, quam plurimas posset, iis legionibus, quae sint apud eum, nagleich auch von Caes. statt appellere navem gebraucht wird, B. C. III, 25. 28. Dann erlaubte man sich auch wohl, eine von der ursprünglichen Bedeutung abweichende Construktion; gebrauchte ferner die verba ohne alle weitere Anfangs nütliige Verbindung, z. B. Liv. XXXIII, 41. naves eiectae schlechtweg; setzte sogar der Praeposition, mit welcher das verbum zusammengesetzt ist, ganz viderstreitende und unpassende casus als abhängig zum Verbo, wie egredi urbem bei Liv. V, 57. und oft. Dahin gehört auch die Bemerkung, dass im bildlichen Sinne, viele Verba transitiva; als neutra gebraucht werden, z. B. remittere. B. C. III, 26. si forte ventus remisisset.

quod subsisterent] Man erwartet substitissent - potuissent. Allein, wie mehrmals bei Caesé ; entweder versetzt Caes. plötzlich die Sprechenden auf den Schauplatz der Begebenheit selbst, und spricht als Augenzeuge; oder er tritt als Verfasser aus dem Hintergrunde hervor und mischt sein individuelles Urtheil ein. Vergl. I, 35. Ueber die Verwechslung der Zeiten aber siehe Joh. Fr. Gronov zu Liv. XXIX, 1. und XXXIV, 2. Sanct. Min. 1, 13, 5. Eclog. Cic. p. 111.. und p. 229.

Die Bedeutung von subsistere, d. i. sustinere ist zwar seltner, aber bewährt. z. B. mit dem Acc. obiecti: feras subsistere Liv. I, 4. extr. und XXVII, 7.

Cap. XI. coram] Sehr oft adverbialisch, so dass es unser: pera sönlich, miindlich, mit eignen Jugen, ausdrückt. Folglich bezieht sich diese Partikel immer nur auf ein besonders bezeichnetes Individuum, nie auf etwas Allgemeines. Es ist also nie absolut zu leh

Caes. verbindet es init adesse, m. B. I, 32. mit cernere,' VI, 7. und B. C. I, 24, wird coram den Unterhandlungen durch Andre, entgegengesetzt; der schriftl., ad Div. V, 12, 1.

fabros] Ueber diese Handwerksleute, ouvriers, welche ein Corps für sich bildeten, obgleich militärisch organisirt, und den Legionen beigesellt, hatte ein Praefectus fabrum die Aufsicht; siehe B. c. I, 24. Veget. XI, 11. Vergl. Liv. I, 43. init.

quam plurimus posset Manche Codd. hatten possit. Allein 1.) vertritt das Praes. histor. die Stelle des Perfecti, und kann folglich das Imperf. Coni. in abhängigen Sätzen nach sich ziehen. S. Zumpt S. 77, 8. 2.) Man denke sich an Labienus Stelle: wie würde dieser wohl dem Caesar geantwortet oder Bericht erstattet haben? Offenbár so: Hier sind die Schiffe, so viel ich deren habe aufbringen können, oder konnte.

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men.

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ves instituat. Ipse, etsi res erat multae operae ac lahoris, tamen commodissimum esse statuit, omnes naves subduci et cum castris una munitione coniungi. In his rebus circiter dies decem consumit, ne nocturnis quidem temporibus ad laborem militum intermissis. Subductis navibus castrisque egregie munitis, easdem co'pias, quas ante, praesidio navibus reliquit: ipse eodem, unde redierat, proficiscitur. Eo quum venisset, maiores iam undique in eum locum copiae Britannorum convenerant, summa imperii bellique administrandi communi consilio permissa Cassivellauno, cuius fines a maritimis civitatibus flumen dividit, quod appellatur Tamesis, a mari circiter milia passuum LXXX. Huic superiore tempore cum reliquis civitatibus continentia bella intercesserant: sed nostro adventu permoti Britanni hunc toti bello imperioque praefecerant.

CAP. XII. Britanniae pars interior ab iis incolitur, quos natos in insula ipsa memoria proditum dicunt: ma

pars ab iis, qui praedae ac belli inferendi caussa ex Belgis transierant ; qui omnes fere iis nominibus civitalum appellantur, quibus orti ex civitatibus eo pervenerunt et bello illato ibi remanserunt, atque agros.colere coeperunt. Hominum est infinita multitudo, cre

a

rilima pars

ad laborem] . Bei Verbis, welche eine Handlung oder einen Zustand ausdrücken, in denen der Begriff der Zeitdauer oder der räumlichen Annäherung liegt, wie intermittere, deesse, retardare, superesse steht ad sehr läufig, um das Ziel, zu welchem in der Zeit hingeführt werden soll, zu bezeichnen. Vergl. oben IV, 26. B. C. III, 2. 51, non multum ad occasum solis supereråt temporis.

Cap. XII. memoria proditum] Mit Recht wird von Oudend, dieser Ab

in Schutz genommen gegen den gewöhnlichen und allein nur von manchen für gültig anerkannten Dativ. Denn theils erlaubt die Bedeutung von prodere, i. e, enunciare, pronunciare, palam profiteri, enarrare etc. den Ablativ, um die Art und Weise zu bezeichnen, wie etwas bekannt und für die Nachwelt erhalten worden; theils bestätigen andre Stellen diese seltnere Construktion. z. B. Cic. Verr. 1, 18. ist proditum memoria ac literis die bessere Lesart; dessgl. variiren bei Liv, an mehren Stellen die Codd. S. Oudend. ad h. 1. Dass prodere mit dem Ablativ nur passive oder impersonaliter stehen könne, sieht Jeder. Eben so Cic. de Rep. II, 31.

quibus orti ex civitatibus] Ueber solche bei Caes. hänfiger als irgendwo vorkommende Wiederholungen, siebe noch Eclog. Ciceron, von Hottinger, S, 5.

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berrimaque aedificia, fere Gallicis consimilia: pecorum magnus

numerus. Utuntur autem aere, aut taleis ferreis, ad certum pondus examinatis, pro nummo. Nascitur ibi plumbum album in mediterraneis regionibus, in maritimis ferrum; sed eius exigua est copia: aere utuntur importato. Materia cuiusque generis, ut in Gallia, est, praeter fagum atque abietem. Leporem et gallinam et anserem gustare, fas non putant; haec tamen alunt animi voluptatisque caussa, Loca sunt temperatiora, quam in Gallia, remissioribus frigoribus. 115

taleis ferreis] In dieser Stelle herrscht eine solche Verschiedenheit und ein so greller Widerspruch der Lesarten, dass es fast unmöglich ist, die ächte zu finden und zu wählen, obschon die Sache selbst leicht erkannt wird. Annulis zu lesen, veranlasst der griech, Ueb., welcher darrvalous hat; taleis unterstützen Mss. und Strabo III. p. 233. welcher Ehúquatu nennt, d. i. mit dem Hammer getriebne Stücken Metall. Daher auch die Conjektur: laminis. Allein auch diese Metalle, Kupfer und Eisen wurden nur sparsam gefunden, sie mussten eingeführt werden. Darauf kann sich jene Stelle des Solinus beziehen: Nummum refutant, dant merces et accipinnt; d. i, sic liessen sich ganze, rohe Stücken beider Metalle geben, nur nicht gemünza tes Geld. Auffallend ist, dass auch Strabo IV. p. 199. der sonst Caesars Berichten fast wörtlich folgt, versichert: man finde in Brit. Gold und Silber. Dessgl. Tacit. in Agric. 12. Wahrscheinlich Folge späterer Entdeckungen; denn die Armuth der Insel an edlen Metallen bezeugt auch Cic. ad Div. VII, 7. ad Attic. IV, 15. Fast möchte man die Lesart talis ferreis für die gewähltere und bessere halten, d. i. Stückchen Eisen, geformt wie die beiden Römern üblichen Würfel, die auf zwei Seiten rund, auf den vier übrigen bezeichnet waren. Verstaud etwa ein Abschreiber diess nicht gleich und setzte als Glosse dazu: an aleis? denn diesen Plural wird die spätere Zeit nicht verschmälit haben vergl. Bremi zu Suet. Vesp. 22. so konnte daraus leicht: annulis werden, wie der griech. Uebers. gelesen hat. Diese Form der Wirfel würde übrigens den Gebrauch, eben so wie die Abwägung ad certum pondus, eher erleichtert, als erschwert haben.

mediterraneis] Aus dieser Urbedeutung des Worts lernt man das Unrömische in der jetzt üblichen Benennung des mitteiländischen Meers. Das griech. jegóyklos.

gustare]. Dadurch wollie Caes. bemerklich machen, dass sich die Brit, scheueten, das Mindeste von diesen Thieren anzurühren; es steht also keinesweges als gleichbedeutend von vesci, und harmonirt sehr wohl mit dem folgenden: fas non putant.

Daher auch gustare so viel, als: cine leichte · Mahlzeit nehmen. Plin. Epp. III, 5; 15.

animi voluptatisque caussa] Der Lust und des Vergnügens wegen, wie Cie. pro Rosc. Am. 46. animi caussa et aurium. Eigentlich Metonymie: effectus pro caussa; denn nach Cic. de Offic. I, 28. animorum vis sluplex est: una pars in appetitu posita est, quae est égGraece, quae hominem huc atque illuc rapit, altera in ratione, quae docet et explanat, quid faciendum fugiendumque.

loca] Coelum, aer, locus, sind die Wörter, denen der Begriff

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* Cap. XIII. Insula natura triquetra, cuius unum latus est contra Galliam. Huius lateris alter angulus, qui est ad Cantium, quo fere omnes ex Gallia naves appelluntur, ad orientem solem, inferior ad meridiem spectat. Hoc latus tenet circiter milia passuum D. Alterum vergit ad Hispaniam atque occidentem solem, qua ex parte est Hihernia, dimidio minor, ut aestimatur, quam Britannia ; sed pari spatio transmissus, atque ex Gallia, est in Britanniam. In hoc medio cursu est insula, quae appellatur Mona; complares praeterea minores: obiectae insulae existimantur; de quibus insulis nonnulli scripserunt, dies continuos XXX sub bruma esse noctem. Nos nihil de co' percontationibus reperiebamus, nisi certis ex aqua mensuris breviores esse, quam in con

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climatischer Beschaffenheit, durch temperies, temperare, temperatura beigelegt wird; denn clima selbst, welches bei einigen alten Schriftstellern vorkommt, bezeichnet mehr tie astronomische Neigung und Lage, coeli înclinatio, d. i. in der Regel so viel als : zona,

Cap. XIII. inferior] Hierdurch wird bestätigt, was oben IV, 36. von infra gesagt wurde. Ueber die forma triquetra vergl. man Tacit. Agric. 10. wo eine ganz verschiedne Zeichnung, und Mel. 111, 6, 4. wo eine übereinstimmende gegeben, und die Gestalt, mit der von Sicilien verglichen wird. Eben so Strabo: rplyovos oyruari.

de quibus insulis) Das Irrige dieser Behauptung, welche Caes. jedoch widerlegt, weil ihn die Erfahrung vom Gegentheile belehrt hatte, kennt heut zu Tage jeder. Die Insel Man liegt 54° N. B. also noch weit von der Gränze der kalten Zone. Siehe Plin. H. N. XI, 75. Pytheas aús Marseille berichtete, dieser 6 monatliche Tag und 'wechselsweise, eine eben so lange Nacht, trete, ein auf der Insel Thule, welche 6 Tagereisen von Brit. gegen Norden, unter den 60. Grad, liege. Vergl. Tacit. Agric. 12. Ueber bruma, d. i. brevissiina, contrahirt in breuma, bruma, vergl. Ruhnk. zu Ter. Phorm. IV, 4, 28., bemerke man, dass es die Sonnenwende des Winters, nach Plin. H. N. XVIII, 25. den 26. Dec. nach andern den 17. Dec. bedeute; die Sonnenwende des Sommers heisst solstitium. Ganz falsch wäre demnach: solstitium hibernum statt bruma. Letzteres bezeichnet bei Dichtern oft nur den Winter überhaupt. z. B. Horat. Od. IV, 7, 9. Sat. II, 6, 25.

percontationibus] Diese Form ist orthographisch richtiger, als percunctatio, wiewohl beide in den Codd. und Editt. verwechselt werden. Vergl, Gernhard. zu Cic. de Sen. VII, 20. Grotefend Grammat. II. S. 144. Festus erklärte das Verb. percunctari durch: quod is, qui curiose interrogat, per cuncla visit. Verrius dagegen (ein Grammatiker aus August's Zeitalter) leitet es ab, ex nautico usu, qui conto pertentant cognoscuntque maris altitudinem. Die letzte Erklärung gefällt mehr, wofern man nicht an Fabius Cunctator Anstoss nimmt.

mensuris] I. e. clepsydris. Plin. H. N. VII, 60. Scipio Nasica primus aqua divisit horas aeque noctium ac dierum. Sie waren nicht

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