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auf die Respirationsorgane. Ein unmässiger Gebrauch jedoch verursacht leicht Laxität und Schwäche der Verdauungswerkzeuge.

Der unbedeutende Gehalt an purgirenden Salzen ist freilich mit dem eines Carlsbads, Marienbads, Kissingen und ähnlicher Wässer gar nicht zu vergleichen; allein eben dieser Mangel, so wie das Vorherrschen des kohlensaueren Natrons, und die Beimischung des wenigen Eisens gibt unseren Quellen das Charakteristische und eine beachtenswerthe Analogie mit Ems.

Obgleich unsere Thermalwässer keine auffallende Darmentleerungen hervorbringen können, so verdienen sie doch eben darum dort den Vorzug, wo stürmische

erkannte. Nach ihm waren die Meinungen der Aerzte über den vom Trinken der Therme zu erwartenden Nutzen abermals nicht minder getheilt. So haben Vignet (1720) und Zittmann (1742) das Trinken völlig widerrathen, Sparmann (1733) und Schwenke (1752) es nur mit einem Zusatz von Bittersalz gestattet. Ausser Lieberkühn und F. Hoffmann (1740) war es vorzüglich Troschel (1761), der die Trinkkur allgemein einzuführen bemüht war, aber nur mit unbedeutendem Erfolge. Das Trinken wurde immer von dem Baden in den Hintergrund gedrängt, und man zog mit Recht den inneren Gebrauch anderer bekannten Mineralwässer dem der Teplitzer Quellen vor. – In der neueren Zeit gewann die Trinkmethode an Hansa (1784) einen eifrigen Lobredner. Er pries ihre Wirksamkeit in Verschleimung des Darmkanals und deren Folgen (vorzüglich bei Kindern), in Säure der ersten Wege und daher entstehendem Sodbrennen und Cardialgie, in Polysarcie, in der anfangenden Wassersucht, im Asthma und endlich in allen jenen Fällen, wo die Bäder heilbringend sind. Ambrozi (1799) hielt das Trinken der Teplitzer Quellen wegen der merklichen Einwirkung auf alle Absonderungsorgane in mancherlei Verkältungskrankheiten und deren Folgen, in Katarrhalzuständen, so wie in Leiden der Harnwege für wohlthätig, und empfahl es theils mit Wein, theils mit Citronensäure und Zucker in jenen Fällen, wo kühlende, gelind reizende und harntreibende Getränke nöthig sind.

Ausleerungen bedenklich sind, wie diess bei schwächlichen, höchst reizempfänglichen Personen der Fall ist, weil gerade bei solchen gelinde und milde Mittel den rechten Grad von Einwirkung auf den Körper ausüben.

Wo es darauf ankömmt, sanft zu lösen, eine Iangsame Veränderung in der krankhaften Mischung der thierischen Materie zu bewirken, und ein energisches Eingreifen einen nachtheiligen Schwächezustand fürchten lässt, da können unsere Quellen Erspriessliches leisten. Selbst in solchen Fällen, wo die starken Glaubersalzwässer ihre Anzeige haben, wo aber der Verdacht obwaltet, dass ein örtliches Uibel schon zu weit vorgerückt sey, um so reizende Mineralwässer noch anrathen zu können, – wie bei chronisch- skrophulöser Entzündung im Unterleibe, bei Härten der Drüsen, der Gebärmutter, bei Gefahr des Bluthustens, bei der Besorgniss, es könne ein Skirrhus in den Därmen, oder ein organischer Fehler in der Brust vorhanden seyn, – da werden noch unsere Wässer vertragen und ersetzen, wenn auch nur theilweise, die stärkeren Quellen.

Was die einzelnen Formen betrifft, so bewährt sich die Teplitzer Trinkkur, allein, oder unterstützt von dem Bade, bei der Gicht, beim Rheumatismus, bei Säure und S c h le im bildung des Darmkanals, bei Stockungen der Gekrös drüsen und der dadurch hervorgehenden Atrophie der Kinder, so wie bei vorwaltender Neigung zu Harngries bildung.

Eine besondere Würdigung verdient ferner der innere Gebrauch der Therme, meiner Erfahrung nach, bei c h r on is c h e n Brustb es c h werden und ZWar bei Verschleimung der Respirationsorgane, bei schleichender Entzündung des Kehlkopfes und der Bronchien, bei hartnäckiger Heiserkeit und inveterirten Catarrhen; so wie endlich bei der Cardia Igie aus erhöhter Reizbarkeit.

Man bedient sich gewöhnlich der Garten que 11e zum inneren Gebrauche, und zwar der sogenannten Trinkquelle von 21° R. Temperatur. Allein ich lasse, da die Bestandtheile der einzelnen Quellen so ziemlich gleich sind, alle ohne Unterschied trinken und wähle in den einzelnen Fällen immer jene, welche in Beziehung auf ihre Wärme der Constitution am meisten entspricht und am besten vertragen wird. Wo man z. B. mittelst der höheren Wärme tief einwirken, stärkere Hautkrisen hervorrufen oder den Organismus inniger durchdringen will, da wird die heisse Stadt que II e entsprechen, wo jedoch eine hohe Temperatur durch grosse Gefässthätigkeit, Congestionen, oder durch eine hohe Entwicklungsstufe einer Desorganisation im Körper kontraindizirt wird, oder wo die Kohlensäure, die mit dem Wärmegrade der Quellen in einem umgekehrten Verhältnisse steht, erwünscht ist, da verdient die Gartenquelle den Vorzug.

Man trinkt gewöhnlich 1 bis 4 Becher nach 10 bis 15 Minuten langen Zwischenräumen, und in manchen Fällen steigt man mit der Zahl der Becher noch höher. Ich lasse in der Regel selten vor dem Bade unser Mineralwasser trinken und, wenn diess der Fall ist, nur in sehr geringen Portionen, weil ich gefunden habe, dass der Kranke sich dann im Bade beängstigt fühlt und über solche Erscheinungen klagt, als wären Diätfehler vorausgegangen. Am zweckmässigsten ist es, einige Stunden nach dem Bade zu trinken, oder selbst während des Bades, besonders, wenn auf die Haut und die Urinwerkzeuge kräftig eingewirkt werden soll.

Es ist ferner gebräuchlich, unser Thermalwasser, wenn es keine Darmentleerungen zu Stande bringt, mit eröffnenden Salzen, vorzüglich mit Glaubersalz oder Bittersalz, in Verbindung zu bringen. Diess kann ich jedoch nicht billigen, weil dadurch die eigenthümliche, oben angeführte, charakteristische Wirkung unserer Quellen

verloren geht. Wo man drastisch eingreifen und purgiren will, wähle man lieber gleich ein anderes entsprechendes Mineralwasser.

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Die Analogie des Teplitzer Moores rücksichtlich des geognostischen Vorkommens und der äusseren physikalischen Kennzeichen mit anderen Moorarten, die bereits im allgemeinen Rufe eines wirksamen Heilmittels stehen, brachte mich im Jahre 1835 zuerst auf die Idee, auch ihn zum Wohle der Leidenden zu Bädern zu benützen. Von mehreren Naturforschern in meinem Vorhaben ermuthigt, veranlasste ich eine genaue chemische Analyse der Moorerde, um auf dem rationellen Wege der Theorie ihre Wirksamkeit näher zu prüfen. Die günstigen Resultate dieser Untersuchung hatten bald die praktische Anwendung der Moorbäder zu Folge, die jedoch anfangs wegen Mangel einer zweckmässigen Lokalität und anderen harten Hindernissen, die sich dagegen erhoben, in Bezug ihrer Bereitung viel zu wünschen übrig liessen. Erst seit dem Jahre 1838, wo die hohe Landesregierung bei dem grossartigen Umbau der Badehäuser eine wohl eingerichtete Moorbadeanstalt als ein dringendes Bedürfniss erachtete, sind wir im Besitz einer zweckmässigen Lokalität, und erfreuen uns zugleich einer guten Bereitungsmethode der Moorbäder, so dass deren Gebrauch durch die glücklichen Heilerfolge, die daraus hervorgehen, jährlich eine grössere Verbreitung gewinnt.

Ge0gnostisches Workommen, äussere Kennzeichen und Entstehung des teplitzer M00res.

Der Moor kömmt nördlich von der Stadt Teplitz zwischen den Ortschaften Weiskirchlitz, Turn, Probs tau, Jüdendorf, Dre ihunken und Pihanken in einer fast unerschöpflichen Menge vor, und findet sich auch am Wege nach Eichwald, in der Nähe des Saubachs, und in den Doppelburger Waldungen. – Er liegt unter einer Decke, die nur kärglich mit Gräsern und Laubmoosen bewachsen ist, in einer Mächtigkeit von zwei bis sechs Fuss, und ruht auf einem Sand- und Lehmlager, das wahrscheinlich das Dach eines Steinkohlenflötzes bildet. Eben durch diese tiefer liegende Thonschichte, die das Durchsickern des Wassers verhindert, hat der Moor einen bedeutenden Wassergehalt, was die bei jedem Schritte schaukelnden Stellen beweisen. Er ist von dunkelbrauner Farbe, fein und fettig anzufühlen, von vegetabilischen Substanzen, die im Prozesse der Zersetzung begriffen sind, reich durchwebt, von bildsamer Consistenz, abfärbend, ohne deutlichen Geschmack und bituminös riechend. Wird jedoch ein Moorstück auseinander gerissen, so zeigt sich ein deutlicher, eine Zeit lang andauernder Geruch nach Schwefelwasserstoffgas. Das blaue Lakmuspapier färbt er augenblicklich roth. Getrocknet bildet er stumpfkantige, zerreibliche Bruchstücke.

Was die Entstehung des Moores betrifft, so ist dieser als das Endresultat durch Jahrhunderte lang auf einander folgender und jedesmal verwesender Vegetationen zu betrachten; denn je tiefer man gräbt, destomehr tritt die Desorganisation der Vegetabilien hervor, bis sie sich zu einer bituminösen Erde, die sich an die Erdkohle anschliesst, auflösen.

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